(JNS) Der Bürgermeister der belgischen Stadt Leuven, Mohamed Ridouani, ordnete am Dienstag die Absage eines Fußballspiels zwischen einer örtlichen und einer israelischen Mannschaft an und löste damit Verurteilungen seitens der israelischen Botschaft, örtlicher Juden und anderer aus.
Ridouani nannte „Sicherheitsbedenken“ als Grund für das Verbot des für das am 22. Oktober angesetzten Europa-League-Spiels zwischen Union Saint-Gilloise und Hapoel Be’er Scheva.
🇧🇪 Belgian mayor blocks Israeli football club from playing Europa League on ‘safety grounds’
Mayor Mohamed Ridouani of Leuven, said the upcoming game between Belgium’s Union Saint-Gilloise (USG) and Israel’s Hapoel Be’er Sheva could not take place at the city’s Den Dreef… pic.twitter.com/Bv9jzwTvdn
— The Jewish Chronicle (@JewishChron) September 3, 2026
„Dies war auch der Grund für frühere Entscheidungen, Spiele zu verbieten, darunter jene der Red Flames und der Rode Duivels“, sagte Ridouani am Dienstag im Stadtrat als Antwort auf eine Anfrage eines Ratsmitglieds zu diesem Thema. „Ich setze eine konsequente Politik fort. Wir können die Sicherheit“ der Zuschauer und Spieler während des Spiels nicht garantieren, fügte er hinzu.
Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Belgien erklärte daraufhin auf X, die betreffende israelische Mannschaft „ist ein Beispiel für das Zusammenleben im israelischen Fußball. Zur Mannschaft gehören drei arabisch-israelische Spieler: Muhammad Abu Rumi, Mohammed Kna’an und Zahi Ahmed. Politik sollte niemals in den Sport eingreifen dürfen.“
Israelische Spieler, schrieb der Botschaftssprecher, „sollten nach ihren professionellen Fähigkeiten beurteilt werden, nicht nach Politik oder politischen Ansichten. Sport sollte Sport bleiben, frei von politischen Agenden.“ Der Sprecher bot an, dass Israels designierter Botschafter in Belgien, David Saranga, sich mit Ridouani trifft. Israel habe Vertrauen in die Fähigkeit der belgischen Behörden, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, und sei bereit, bei Bedarf zu helfen, fügte die Botschaft hinzu.
Das Forum der Jüdischen Organisationen (FJO), die wichtigste jüdische Organisation in der flämischen Region Belgiens, protestierte ebenfalls in einem Beitrag auf X gegen das Verbot und fügte hinzu, die Entscheidung, das Spiel vollständig abzusagen, „hinterlässt ein ungutes Gefühl“, wenn man bedenke, dass die Behörden sich auch damit hätten begnügen können, keine Zuschauer zuzulassen.
„Sicherheit muss ernst genommen werden. Aber wenn eine israelische Mannschaft aus Angst vor Protesten oder Unruhen ausgeschlossen wird, stellt sich die Frage, wo Sicherheit endet und Ausgrenzung beginnt“, schrieb das FJO. „Wenn Israelis aufgrund ihrer Nationalität oder der Politik ihrer Regierung ausgeschlossen werden, bekommt dies einen beunruhigenden antisemitischen Unterton“, schrieb ein Sprecher der Organisation.
Israelische Sportmannschaften waren in ganz Europa Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt, und dies zunehmend seit dem 7. Oktober 2023, als die Angriffe der Hamas in Israel einen regionalen Konflikt und eine Welle antisemitischer Gewalt in der gesamten westlichen Welt auslösten.
Im Januar kündigte ein hochrangiger britischer Polizeibeamter seinen vorzeitigen Ruhestand an, nachdem ein Skandal über den Umgang seiner Polizeibehörde mit einem Fußballspiel im November 2025 zwischen Maccabi Tel Aviv und dem Birminghamer Verein Aston Villa F.C. ausgebrochen war.
Der Rücktritt des ehemaligen Polizeichefs Craig Guildford erfolgte wegen Ungenauigkeiten bei der Erklärung der West Midlands Police, warum Maccabi-Fans der Besuch des Spiels untersagt worden war. Führende Polizeibeamte dieser Behörde hatten behauptet, Israelis seien die Aggressoren bei einer Reihe von Ausschreitungen gewesen, die 2024 während eines Spiels von Maccabi in Amsterdam ausgebrochen waren. Tatsächlich wurden Maccabi-Fans von Dutzenden Arabern und Muslimen angegriffen, die koordiniert vorgingen und deren Vorgehen einige von ihnen als „Judenjagd“ bezeichneten, wie niederländische Polizeibeamte erklärten.
Unter Guildford weigerte sich die West Midlands Police drei Wochen lang zu sagen, ob Maccabi-Fans wegen gegen sie gerichteter Drohungen von der Veranstaltung am 6. November ausgeschlossen worden waren oder weil die Maccabi-Fans selbst als Bedrohung angesehen wurden.
Nach drei Wochen erklärte die Polizei, beide Antworten seien zutreffend. Später stellte sich jedoch heraus, dass die West Midlands Police einige der Berichte aus Amsterdam mutmaßlich ins Gegenteil verkehrt hatte, unter anderem durch die falsche Behauptung, Israelis hätten andere Menschen in Kanäle gestoßen.
Die britische Polizeiaufsichtsbehörde Independent Office for Police Conduct (IOPC) leitete im vergangenen Monat offiziell Ermittlungen gegen den ehemaligen Polizeichef Guildford und vier weitere Personen wegen des Verbots für Fans von Maccabi Tel Aviv ein.




