Namen ändern sich, doch die Muster bleiben: Aus „den Juden“ wird „Israel“, aus alten Verschwörungsmythen werden moderne Narrative über Einfluss, Kontrolle und Kriegstreiberei. Wer die Geschichte kennt, erkennt schnell, dass viele Parolen unserer Zeit keine neuen Gedanken sind, sondern alte Feindbilder in neuer Verpackung. Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück, nicht, um jede Kritik an Israel zu verbieten, sondern um zu verstehen, wo politische Analyse endet und wo uralter Hass beginnt.
Von Treitschke bis TikTok sehen wir dieselben Feindbilder
Professor Heinrich von Treitschke, im späten 19. Jahrhundert einer der führenden Intellektuellen Deutschlands, prägte mit Sätzen wie „Die Juden sind unser Unglück“ ein Klima, das den Weg für einen scheinbar wissenschaftlichen, gesellschaftlich akzeptierten und offenen Antisemitismus in der deutschen Akademie ebnete. Heute erleben wir erneut eine Welle von Anfeindungen gegen den Staat Israel, insbesondere in sozialen Netzwerken. Intellektuelle ebenso wie Influencer, bedienen sich Argumentationsmustern, die jenen der Wegbereiter des modernen Antisemitismus erstaunlich ähneln, sie gelegentlich sogar wortgleich nachahmen. Statt das Wort „Juden“ oder offen antisemitische Begriffe zu verwenden, treten nun „Israel“ oder...
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