Antisemitismus in Europa ist wahrlich kein neues Phänomen. Neu ist jedoch eine gewisse Form, in der er heute auftritt: häufig indirekt, eingebettet in politische Debatten, moralische Zuschreibungen und gut gemeinte Gesten. Gerade in Bezug auf Länder, die sich selbst als besonders aufgeklärt, tolerant und historisch sensibilisiert verstehen, lohnt deshalb ein genauer Blick. Norwegen gehört zu diesen Ländern.
Das skandinavische Königreich gilt international als Musterbeispiel für demokratische Stabilität, Minderheitenschutz und politische Verantwortung. Antisemitische Attitüden liegen dort statistisch niedriger als in vielen anderen europäischen Staaten. Und doch hat die norwegische Regierung entschieden, dem Thema Antisemitismus neue Aufmerksamkeit zu widmen – mit einem langfristig angelegten Action Plan against Antisemitism 2025–2030. Allein diese Entscheidung wirft Fragen auf: Warum braucht ein Land wie Norwegen einen solchen Aktionsplan? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen machen ihn notwendig – und wo liegen die Grenzen politischer Konzepte?
Diese Fragen standen im Zentrum einer Veranstaltung, die Mitte Dezember 2025 in...
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