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MitgliederArabische Welt in Aufruhr: Angst vor einem „Großisrael“

Kaum eine Idee sorgt im Nahen Osten für so viel Nervosität wie das Konzept eines „Großisrael“. Dabei handelt es sich nicht bloß um ein geopolitisches Gedankenspiel, sondern um eine Vision, die in der Bibel verankert ist.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Seine Aussagen in einem Interview über das biblische Eretz Israel lösten in der arabischen Welt heftige Reaktionen aus. Foto: Shalev Shalom/POOL

Manche Ausleger sehen in der „Verheißung des Landes“ ein Gebiet, das weit über die heutigen Grenzen hinausreicht, bis in Teile Jordaniens, Syriens, des Libanons und Ägyptens. Für die arabische Welt ist dies nicht nur Theologie. Es ist Politik, und zwar die gefährlichste Sorte: eine Politik mit religiöser Begründung. Wenn israelische Politiker oder Rabbiner Bezug auf „Eretz Israel haSchlema“ nehmen, hören viele Araber keine Metaphern, sondern Drohungen. In Kairo, Amman oder Beirut wird daraus die Furcht, Israel könnte eines Tages nicht bei Worten stehen bleiben. Ein Satz, gesprochen von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in einem TV-Interview, entfacht im arabischen Raum einen Sturm. Er fühle sich dem „Traum vom biblischen Eretz Israel und seinen Grenzen“ verpflichtet. Von Amman bis Kairo, von Doha bis Riad spricht man nicht mehr nur von Politik, sondern von einem messianischen Projekt, dem Plan für ein „Großisrael“. Plötzlich steht nicht mehr allein der Krieg im Gazastreifen im Mittelpunkt, sondern eine Vision, die ganze Regionen umspannt und uralte Ängste wachruft.

Für Wirbel sorgte vor...

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3 Kommentare zu “Arabische Welt in Aufruhr: Angst vor einem „Großisrael“”

  1. Nehemiah sagt:

    Welchen Sinn sollte es machen eine jüdische Minderheit in einem Großisrael zu sein? Schon Judäa und Samaria wären kaum zu bewältigen.
    Aber daran sieht man, welchen Respekt die arabischen Staaten mittlerweile vor Israel haben.

  2. Stefan Mössinger sagt:

    Der Same Abrahams ist fleischlich gesehen auch Ismael. Daher ist der Gedanke, dass auch Araber gemeint sind, naheliegend. Dass Israel einmal laut Sacharja die Weltführung übernimmt, ist dann auch kein Widerspruch. Politisch gesehen sollte sich Netanjahu aber mit solchen Äußerungen zurückhalten. Das bringt ihm keine Symphatien. Das biblische Kernland ist auch Aufgabe genug.

  3. Roland Kunz sagt:

    An Stefan Mössinger: Als Israel nach der 40-jährigen Wüstenwanderung das gelobte Land eingenommen hat, war auch Land östlich des Jordans dabei (und natürlich die sog. Westbank), also mehr als heute von Israel beansprucht wird. Würde die Gebiets-Verheissung an Abraham auch Gebiete für die Nachfahren Ismaels beinhalten, dann müsste eigentlich die ganze arabische Halbinsel zum verheissenen Gebiet gehören. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Auch den ewigen Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat, ist immer wieder in der Segenslinie von Isaak und Jakob bestätigt worden und nicht etwa in der Gesamtnachkommenschaft von Abraham.
    Ich finde es allerdings auch nicht sonderlich geschickt von Netanjahu, dieses Fass jetzt zu öffnen. Aber als gewiefter Stratege hat Bibi vielleicht auch dafür einen besonderen Riecher.

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