Der deutsche Außenminister Johann Wadephul ist zu einem offiziellen Besuch nach Israel gereist. Damit ist er der erste europäische Außenminister, der Israel seit Beginn der israelischen Militäroperation „Brüllender Löwe“ gegen das iranische Regime Ende Februar besucht.
In Jerusalem wurde Wadephul von Israels Außenminister Gideon Sa’ar empfangen. Anschließend besuchten beide Politiker den Ort eines iranischen Raketenangriffs in Beit Shemesh, bei dem am 1. März neun Menschen getötet wurden. Wadephul und Sa’ar trafen dort Angehörige der Opfer und ließen sich über den Ablauf des Angriffs informieren.
We stand with Israel. That is why I am here as Germany’s Foreign Minister. I’m in a region at war, in a country facing daily attacks from some of its neighbors. I visited the site of an Iranian strike, seeing firsthand the damage caused. 1/3 pic.twitter.com/GkonuvUvRX
— Johann Wadephul (@AussenMinDE) March 10, 2026
Der Besuch des deutschen Außenministers gilt in Jerusalem als wichtiges politisches Signal. Während viele internationale Politiker derzeit auf Distanz bleiben, zeigt Wadephuls Reise, dass Deutschland den direkten Dialog mit Israel sucht.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Sa’ar, Israel strebe keinen endlosen Krieg mit dem Iran an. Ziel der Operation sei es, die langfristigen Bedrohungen durch das iranische Atomprogramm sowie durch das militärische Netzwerk des Regimes im Nahen Osten zu neutralisieren. Nach israelischen Geheimdienstinformationen habe Teheran zuletzt versucht, Teile seines Atom- und Raketenprogramms in tief unterirdische Anlagen zu verlegen, die für Luftangriffe kaum noch erreichbar gewesen wären.
„Nicht zu handeln wäre gefährlicher gewesen als zu handeln“, erklärte Sa’ar.
Der israelische Außenminister verwies zudem auf die internationale Dimension der iranischen Aktivitäten. Teheran unterstütze Milizen und Terrororganisationen im Nahen Osten – etwa die Hisbollah im Libanon oder bewaffnete Gruppen im Gazastreifen – und versuche zunehmend auch in Europa Einfluss zu nehmen.

Auch in Deutschland gab es in den vergangenen Jahren entsprechende Vorfälle. Im November 2022 wurden jüdische Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen Ziel eines Anschlagsplans. Ein deutsch-iranischer Täter beschoss das Rabbinerhaus der Alten Synagoge in Essen und verübte später einen Brandanschlag im Umfeld der Synagoge in Bochum. Deutsche Ermittler kamen später zu dem Schluss, dass der Auftrag aus iranischen Geheimdienstkreisen stammte.
Solche Ereignisse zeigen, dass der Konflikt mit dem iranischen Regime längst nicht mehr nur eine regionale Dimension hat. Auch Europa ist davon betroffen.
Gerade deshalb wird in Israel aufmerksam beobachtet, welche Haltung europäische Staaten gegenüber Teheran einnehmen. Viele Regierungen reagieren derzeit vorsichtig und rufen vor allem zur Deeskalation auf. In Jerusalem wird diese Zurückhaltung nicht selten mit Skepsis betrachtet. Denn aus israelischer Sicht geht es nicht nur um eine weitere Krise im Nahen Osten, sondern um die Frage, ob ein Regime, das offen zur Zerstörung Israels aufruft, eines Tages über Atomwaffen verfügen könnte.
Deutschland nimmt in dieser Debatte eine besondere Rolle ein. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind einzigartig. Sie sind geprägt von Geschichte, Verantwortung und dem Bewusstsein, dass die deutsche Vergangenheit bis heute politische Konsequenzen hat. Seit Jahrzehnten betonen deutsche Regierungen, dass die Sicherheit Israels Teil der deutschen Staatsräson sei – eine Formel, die Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 in einer Rede vor der Knesset geprägt hat.
Diese besondere Beziehung zeigt sich nicht nur in politischen Erklärungen. Deutschland gehört heute zu den wichtigsten Partnern Israels in Europa. Beide Länder arbeiten eng in Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Sicherheitsfragen zusammen. Auch im Kampf gegen Antisemitismus gibt es eine enge Kooperation.
Vor diesem Hintergrund erhält Wadephuls Besuch besondere Bedeutung. Während viele internationale Politiker den Konflikt mit dem Iran aus der Distanz verfolgen, entschied sich der deutsche Außenminister bewusst für eine Reise nach Israel.
In Jerusalem wird genau registriert, wer in schwierigen Zeiten Präsenz zeigt. Der Besuch erinnert daran, dass die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel nicht nur historische Wurzeln hat, sondern auch heute politische Bedeutung besitzt.
Und er macht deutlich, dass der Konflikt mit dem iranischen Regime längst nicht mehr nur ein Problem des Nahen Ostens ist – sondern auch Europa betrifft.





Deutschland müßte genau die entgegengesetzte Rolle von Spanien einnehmen.
Also viel mehr Unterstützung z.B. in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht und nicht nur Reden und Symbolik!
Ich denke Deutschland tut viel mehr als nur Rhetorik. Es unterstützt die Wirtschaft und liefert Waffen. Der Besuch ist ein deutliches Zeichen.