Das deutsche Außenministerium hat einen iranischen Diplomaten um Aufklärung gebeten, nachdem ein deutsches Gericht am Dienstag einen 36-Jährigen wegen eines Anschlags auf eine Synagoge im November 2022 verurteilt hat. Der nur als Babak J. identifizierte Mann hatte einen Brandanschlag auf eine Synagoge in Bochum verüben wollen, diese aber als zu gut bewacht empfunden und stattdessen eine benachbarte Schule angegriffen.
Es war nicht klar, ob die Schule, die Berichten zufolge leicht beschädigt wurde, jüdisch war. Der Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.
„Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat festgestellt, dass der geplante Anschlag auf eine Synagoge in Bochum von einer staatlichen iranischen Organisation ausgeführt wurde. Wir haben deshalb den iranischen Geschäftsträger ins Auswärtige Amt einbestellt“, schreibt das Außenministerium.
„Die Tatsache, dass hier jüdisches Leben angegriffen werden soll, ist unerträglich“, so das Ministerium weiter. „Wir werden in Deutschland keine Gewalt von außen dulden. Die genaue Begründung des Urteils ist nun wichtig für die Konsequenzen und die nächsten Schritte, auch auf EU-Ebene.“
Das Gericht stellte fest, dass ein ehemaliges Mitglied der Hells Angels, das in den Iran gereist war, den Mann zu dem Anschlag auf die Synagoge angestiftet hatte und dass der Iran hinter dem ehemaligen Mitglied der Hells Angels stand, so die deutsche Nachrichtenagentur dpa.
Das Gericht vermutete, dass der Angriff mit anderen Gewalttaten im Haus eines Rabbiners in Essen im Jahr 2022 zusammenhing. Im Februar berichtete der Jewish Chronicle, dass der Iran versuche, „jüdische Schlüsselfiguren auf der ganzen Welt für iranische Mordkommandos zu lokalisieren“.
Zwischen dem 7. Oktober und dem 9. November stieg die Zahl der antisemitischen Hassdelikte in Deutschland um 320 %, so der Recherche- und Informationsdienst Antisemitismus (RIAS) mit Sitz in Berlin.
Bericht von JNS.




