(JNS) Der Zug von Jerusalem nach Herzliya brummt über die Gleise. Wie üblich um diese Tageszeit mitten in der Woche ist er voll besetzt.
Stimmen vermischen sich mit dem Surren der Räder. Eine Mischung aus Sprachen – Hebräisch, Englisch, Russisch – verschmilzt mit den universellen Seufzern müder Pendler, die vor Sonnenuntergang ihr Ziel erreichen möchten.
Plötzlich erhebt sich fast gleichzeitig ein Minyan von 10 Männern. Einer steht auf und ruft das Nachmittagsgebet, wobei sein jemenitischer Akzent deutlich über dem Lärm zu hören ist. Die anderen folgen seinem Beispiel.
Da ist ein großer, blonder Tourist mit dichtem Bart, der am Ben-Gurion-Flughafen zugestiegen ist, sein Gepäck im Schlepptau. Seine verblichenen Jeans hängen so locker wie seine Tzitzit.
Neben ihm sitzt ein glattrasierter Einheimischer mit olivfarbener Haut in einem knackig weißen Hemd und schwarzer Hose, der eine dunkle Samt-Kippa trägt. Er hält ein Siddur in...
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