Jeden Morgen fahre ich meine „Kinder“ zum Bahnhof in Modi’in. Es ist eine dieser alltäglichen Routinen, die einem das Gefühl geben sollen, dass das Leben weitergeht. Menschen steigen mit Kaffeebechern in den Zug nach Tel Aviv, Schüler sitzen verschlafen auf den Rücksitzen der Autos, im Radio laufen Nachrichten, Wetter und Musik – scheinbar ein normaler israelischer Morgen.
Und doch ist nichts wirklich normal.
Denn fast jeden Morgen kommt irgendwann diese Meldung. Wieder ein gefallener Soldat. Wieder eine Drohne aus dem Libanon. Wieder ein Name, ein Gesicht, eine Familie, die in wenigen Sekunden aus einem normalen Leben herausgerissen wurde.
Heute war es erneut so. Während ich fuhr, sprach der Nachrichtensprecher über diplomatische Bemühungen, über Gespräche zwischen den USA und Iran, über mögliche regionale Vereinbarungen. Fast im selben Atemzug folgte die Meldung über einen israelischen Soldaten, der im Norden gefallen war.
Diese Gleichzeitigkeit prägt momentan unser Leben in Israel.
Auf der einen Seite sprechen Politiker und internationale Medien über Waffenruhe, Deeskalation und neue diplomatische...
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