Als den Juden im alten Persien der Völkermord drohte, wurden sie gnädigerweise von einem der ihren gerettet.
Die Tapferkeit der Königin Esther wurde jedoch von ihrem Vormund Mordechai inspiriert, dessen Aufforderung sowohl direkt als auch streng war:
„Wenn du zu diesem Zeitpunkt schweigst, wird den Juden von anderer Seite Hilfe und Rettung zuteil werden, du aber und die Familie deines Vaters wirst umkommen. Und wer weiß, ob du nicht gerade für eine Zeit wie diese zu deiner königlichen Stellung gekommen bist?“ (Esther 4:14)
Glücklicherweise ließ sich Esther nicht beirren, und das Purimfest in dieser Woche feiert zu Recht diese große Befreiung.
Das heutige Persien (Iran) stellt allerdings immer noch eine ernsthafte Bedrohung für Gottes auserwähltes Volk dar. Und, wie wir nur allzu gut wissen, verfolgt obendrein der globale Antisemitismus die jüdische Nation nun wie ein dunkler, dämonischer Schatten.
Doch Gottes Timing ist perfekt, denn der neue Film Bonhoeffer fordert diejenigen heraus, insbesondere Christen, die in dieser Zeit zu dem heißen Eisen Israel schweigen. Und passenderweise wurde für den Trailer des Films Simon and Garfunkels Sound of Silence als Titelsong verwendet (zu Deutsch: Klang der Stille).
Als Hunderte von Synagogen niedergebrannt und Juden in überfüllten Viehwaggons in Konzentrationslager verschleppt wurden, herrschte unter den Christen Schweigen – abgesehen von einigen wenigen, darunter Pastor Dietrich Bonhoeffer.
Die deutsche Kirche als Ganzes – stark beeinflusst vom Reformator Martin Luther – reagierte auf solche Verbrechen mit ohrenbetäubendem Schweigen. Eine Kirche, die angeblich von den schlechten alten Sitten einer Institution „reformiert“ worden war, die den Glauben allein als Schlüssel zur Erlösung verleugnete.
Natürlich hatten die Gläubigen aus menschlicher Sicht Grund, die Reaktion der brutalen Nazis zu fürchten, wenn sie es wagten, um Gnade für die Juden zu bitten – genau die Menschen, die ihnen Jesus und die Bibel gegeben hatten.
Aber Jesus lehrte seine Anhänger ganz klar, dass sie ihr eigenes Kreuz auf sich nehmen sollten, mit anderen Worten, dass sie bereit sein sollten, für ihn zu sterben. Doch sie scheiterten kläglich und verrieten dabei ihren Erlöser. Gottes auserwähltes Volk wurde wie Lämmer zur Schlachtbank geschickt, und kaum ein Flüstern des Protests wurde von denen laut, die so reich von ihnen profitiert hatten!
Außer natürlich von Leuten wie Bonhoeffer, der dafür den höchsten Preis zahlte und nur einen Monat vor Kriegsende wegen seiner Haltung am Galgen hingerichtet wurde. Erschütternd und zutiefst herausfordernd – ein Film, den jeder Christ sehen sollte. Nachdem er die Nazis mutig von der Kanzel aus angeprangert hatte, sagte seine verehrte Mutter – so stolz auf seinen großen Mut –: „Du hast dir eine Zielscheibe auf die Brust gemalt, die mit jedem Wort, das du sprachst, größer wurde.“
Esther stand vor einer schwierigen Entscheidung. Wenn sie schwieg, würde Hilfe für Israel von einer anderen Seite kommen, aber sie und ihre Familie würden umkommen. Dieser Gedanke wird auch auf nationaler Ebene von dem Propheten aufgegriffen, der schrieb:
„Denn die Nation oder das Königreich, das dir [Israel] nicht dienen will, wird zugrunde gehen …“ (Jesaja 60:12)
Aber schneiden wir heute besser ab als die deutsche Kirche, die „auf der anderen Straßenseite vorbeigeht“ wie der Priester im Gleichnis vom barmherzigen Samariter?
Nein. Die heutigen britischen Pastoren haben die Juden im Stich gelassen, indem sie angesichts des überall um uns herum ausbrechenden bösartigen Antisemitismus weitgehend geschwiegen haben. Auf unseren Kanzeln wird selten, wenn überhaupt, die gefährliche Lage der Juden von heute erwähnt – und damit meine ich nicht nur Israel.
Eine schockierende neue Umfrage hat ergeben, dass ein erheblicher Teil der jungen britischen Christen antisemitische Ansichten vertritt.
Es ist auch sehr passend, dass angesichts der Botschaft des Bonhoeffer-Films beide Simon & Garfunkel Juden sind und wie es in ihrem Lied heißt, „wächst das Schweigen wie ein Krebsgeschwür“.
Da das Christentum im Grunde genommen jüdisch ist und praktisch die gesamte Bibel von jüdischen Autoren verfasst wurde, ergibt eine solche Gleichgültigkeit keinen Sinn. Sie ist eine feige Ausflucht vor unserer Berufung als Jünger des jüdischen Messias und muss aufhören – sonst wird unser Land unter das Gericht derer kommen, die Israel verflucht statt gesegnet haben (1.Mose 12:3, 4.Mose 24:9, Joel 3:2).
Bonhoeffer verbrachte in den 1930er Jahren Zeit in New York und London und hätte den Konsequenzen seiner Überzeugungen entkommen können, aber er sagte: „Ich habe kein Recht, am Wiederaufbau des christlichen Lebens in Deutschland nach dem Krieg teilzunehmen, wenn ich die Prüfungen dieser Zeit nicht mit meinem Volk teile.“
Er gab sich im Alter von nur 39 Jahren dem Ruf seines Retters hin, mit den eindringlichen Worten: „Ich bin bereit, meinem Schicksal zu begegnen.“ Und wer von uns ist bereit, ihm zu folgen und seinen Weg zu gehen?
Lassen Sie uns – und Purim ist schließlich eine Zeit der Freude – darüber nachdenken, wie die Juden, die einst von einem gottesfürchtigen König gerettet wurden, bald vom König der Könige, Jeschua HaMashiach, gerettet werden.
Charles Gardner ist Autor von Israel the Chosen, erhältlich bei Amazon; Peace in Jerusalem, erhältlich bei olivepresspublisher.com; To the Jew First, A Nation Reborn und King of the Jews, alle erhältlich bei Christian Publications International.





Ich habe vor vielen Jahren einen Doku-Roman zur Problematik der Hinrichtung (Strangulation statt Erschießung) der Delinquenten Bonhoeffer, Canaris u.a geschrieben, leider bis heute unveröffentlicht.
Das Sondergericht in Flossenbürg wurde auf persönlichen Befehls Hitlers eingerichtet, zum Richter wurde der SS-Mann Dr. Otto Thorbeck berufen, der die Urteile sprach und durchführen ließ.
Titel:Von guten und von bösen Mächten.
Wer Expose oder auch den Volltext als Manuskript haben möchte, wende sich bitte an mich:[email protected]