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Tacheles mit Aviel – Die Todeszahl spielt eine Rolle

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Je höher die Zahl der Toten auf der anderen Seite, desto größer die Chance für Israel, seine Abschreckungsstrategie wieder aufzubauen und zu überleben.

Eliyahu Yossian
Mit Eliyahu Yossian im Wohnzimmer. Foto: Aviel Schneider

Im Nahen Osten gelten andere Regeln, und die passen nicht zum Humanismus. Außerdem, was nützt uns der Humanismus, wenn niemand auf dem Schachbrett im Nahen Osten human spielt? Beim letzten Zoom-Treffen mit Eliyahu Yossian haben wir eine andere Stimme gehört. Dazu ein kurzes Follow-up.

Als ich am Schabbat in meinen Moschaw zurückkehrte, wurde ich am Eingang von Giora angehalten. Giora ist der Chef unserer Notfalltruppe im Moschaw, seit dem 7. Oktober werden alle Moschawim und Kibbuzim im Land streng patrouilliert, besonders an den Eingängen. Kameras, Scheinwerfer und alles Mögliche haben wir in den letzten drei Monaten für unseren kleinen Moschaw, der von einem Sicherheitszaun umgeben ist, angeschafft, um uns sicherer zu fühlen. Etwa hundert Familien leben in einer wunderschönen Natur, nur drei Kilometer von der sogenannten Grünen Linie entfernt. Wir kennen uns also alle im Moschaw.

Giora hat mich gebeten, das Autofenster herunterzukurbeln. Ich frage mich, was er am frühen Schabbatmorgen von mir will. Wache schieben? Jemanden ablösen? Oder was? „Schneider, wie geht’s? Schabbat Schalom. Wenn Eliyahu Yossian das nächste Mal zu dir kommt, rufst du mich an, ich will mich zu euch setzen.“ Sofort musste ich lachen, denn ich verstand, dass er und jetzt bestimmt alle im Moschaw wussten, dass Eliyahu bei mir war. Letzte Woche kam Eliyahu nach seinem Fernsehauftritt kurz nach zehn Uhr abends zu mir. Giora stand mit zwei anderen Wachen am Eingang, und als Eliyahu in den Moschaw ging, musste er sagen, zu wem er ging.

Ich habe Giora versprochen, ihn das nächste Mal einzuladen, wenn Eliyahu wieder bei mir ist. Wie ich schon beim letzten Zoom-Treffen gesagt habe, ist Eliyahu Yossian eine wichtige Stimme im Land, die auf den Punkt bringt, was wir im Land falsch machen. Er kennt die arabische und iranische Mentalität. Wenn Israel seine Weltsicht nicht ändert und sich der arabischen Umwelt anpasst, haben wir keine Chance zu überleben. Das verstehen heute die meisten Menschen im Land, weil das israelische Konzept von Sicherheit, Politik und Überleben völlig gescheitert ist. Eliyahu bringt es auf seine Art auf den Punkt, mit einfachen Beispielen und seinem weichen persischen Akzent. Deshalb ist er in den wenigen Wochen seit Kriegsausbruch zum Star geworden.

Eliyahu Yossian, Foto: mit Genehmigung

Unser Verhalten im Nahen Osten ist falsch. Mit anderen Worten sagt er im Fernsehen, dass wir Weicheier sind und uns nicht an die Regeln des Nahen Ostens halten. Israel wurde am schwarzen Sabbat angegriffen. Das ist passiert. Jetzt muss Israel so reagieren, wie es sich im Nahen Osten gehört. „50.000 Tote auf palästinensischer Seite im Gazastreifen in den ersten zehn Stunden“, sagte Eliyahu auf allen Fernsehkanälen. „Dann begraben beide Seiten, Israel und die Palästinenser, ihre Toten. Erst dann sind Verhandlungen möglich. Das ist die einzige Sprache, die die Muslime im Nahen Osten verstehen. Israel ist zu sehr vom Liberalismus und Humanismus des Westens infiziert“. Wenige Tage später erlaubten sich andere Kommentatoren und Experten, die Zahl der Toten von Eliyahu zu übertreffen. Zvi Yehezkeli  schlug 100.000 Tote vor, ein anderer 200.000. Tatsache ist, dass sich niemand zuvor getraut hat, so hohe Zahlen von Toten vor der Kamera zu nennen, bis Eliyahu es tat und sie vernünftig erklärte.

Ich kann mir vorstellen, dass das für viele Menschen im Westen, auch in Israel, nicht leicht zu schlucken ist, denn wir wollen alle menschlich sein. Wir wollen aber auch überleben. Aber das geht nicht mehr so, wie wir uns das wünschen und vorstellen. Es war gewissermaßen der persische Jude (43), der vor 20 Jahren nach Israel einwanderte, im israelischen Armee-Nachrichtendienst 8200 diente und dafür sogar ausgezeichnet wurde, der klare Worte fand und die Medienwelt ein wenig aufmischte. Im Nahen Osten gelten andere Regeln, und das muss auch Israel wieder lernen oder endlich akzeptieren. Was die Politik im Nahen Osten bestimmt, ist die Theologie, die von den Iranern ausgenutzt wird, um ihre imperialistischen Ziele in der Region und in der Welt zu erreichen. Was eint Schiiten und Sunniten? Nichts. Zwei Strömungen des Islam, die sich hassen. Im Zoom-Gespräch erklärte Eliyahu, Teheran benutze die sunnitische Terrororganisation Hamas nur, um Israel zu schwächen und zu vernichten. (Ein ausführliches Interview mit Eliyahu wird übrigens in der nächsten Druckausgabe von Israel Heute erscheinen.) Dafür machen sie die palästinensischen Sunniten und Terroristen wild, als ob Israel die Al-Aksa-Moschee auf dem jüdischen Tempelberg zerstören wolle. Den Schiiten ist die Moschee in Jerusalem völlig egal. Schiiten, Iraner oder Perser sind keine Semiten, und deshalb waren sie gegen die Abraham-Abkommen zwischen Israel und den Ländern am Persischen Golf, ebenso wie gegen ein mögliches Abkommen mit Saudi-Arabien. Noch einmal: Bibel und Koran sind ein Faktor in der blutigen Nahostpolitik.

Tausende von pro-palästinensischen Anhängern demonstrieren am 18. November 2023 auf dem Enghelab-Platz in Teheran, Iran, ihre Solidarität mit den Menschen in Gaza. Foto: EPA-EFE/ABEDIN TAHERKENAREH

Die Existenz Israels hat Konsequenzen, nicht nur für das Volk Israel selbst, sondern auch für die Nationen. Beim Zoom-Treffen mit Eliyahu Yossian am Samstagabend wurden mehrere Punkte genannt, warum der Iran so obsessiv die Vernichtung Israels im Nahen Osten vorantreibt. Das Ajatollah-Regime in Teheran hat ein imperialistisches Ziel in dieser Region, und um dieses Ziel zu erreichen, werden iranische Milizen wie Hamas, Hisbollah und Huthis mit theologischen Vorwänden und viel Geld verführt. Dazu muss aber zuerst der kleine Judenstaat Israel beseitigt werden. Derjenige, der den Persern am meisten Probleme bereitet und ihnen in die Quere kommt, ist das Volk Israel. Es ist das einzige Land, das die nukleare Aufrüstung des Iran wirklich und mutig bekämpft, und deshalb unterstützen sunnitische Regierungen wie Saudi-Arabien Israels Strategie gegenüber dem Iran. Mit dem Überfall im Süden hat der Iran ein weiteres Abraham Abkommen vereitelt oder zumindest verzögert.

Nicht nur der Westen muss aufwachen, auch wir im Land müssen aufwachen. Und deshalb müssen wir lernen zuzuhören, auf neue Stimmen, andere Interpretationen und andere Perspektiven. Am Ende kann jeder für sich entscheiden, ob es ihm passt oder nicht. Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder betont, dass ich niemanden von diesem oder jenem überzeugen kann, aber es ist unsere Aufgabe hier bei Israel Heute, euch zum Nachdenken zu bringen. Niemand zwingt euch, alles zu schlucken, was wir schreiben. Natürlich stehen wir voll und ganz hinter dem, was wir schreiben und euch mitteilen, besonders in den letzten drei Monaten. Israel Heute wird immer eine andere, bunte und lebendige Stimme für das Volk und das Land sein. 2024 wird ein schicksalhaftes Jahr sein und wir in Jerusalem bereiten uns darauf vor, eine vertrauenswürdige, fundierte und authentische Stimme für Euch zu sein.

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – Die Todeszahl spielt eine Rolle”

  1. J. Hofer sagt:

    Ich verstehe zwar nichts von Kriegen und solchen Sachen, doch stimme ich Aviel voll zu.
    Alles Bisherige hat doch immer zum gleichen unbrauchbaren Ergebnis geführt.
    Man muss ja nicht die gleichen Fehler fortwährend wiederholen und dabei ein anderes Ergebnis erwarten.

  2. brigit.baumann sagt:

    Dieses Interview gibt mir Hoffnung für die Zeit pre-Mashiach. In Europa brauchen wir erst noch einen Eisbrecher wie Yossian, aber dafür geht es uns noch viel zu gut…

  3. Sabine Lenne sagt:

    Humm
    Habe gelesen, dass die Russen ihre Moslems bestens im Griff bekamen. Sie handelte naemlich so, um Blutbaeder il Zaum au halten : Sie schnitten einigen Terroristen die Hoden ab und schicken Diese mitsamt den Entmannten an die Familien zurueck…
    Besonders effektiv est diese Methode, wenn sie von einer Frau durchgefuehrt wurde…

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