Sollten sich Israelis zuerst als „Israeli“ oder zuerst als „Jude“ sehen?
In einem kürzlich erschienenen Artikel wies unser Redakteur Aviel Schneider darauf hin, dass diese Identitätskrise der Kern der gegenwärtigen Spaltung in Israel ist.
Rechtsgerichtete und religiöse israelische Juden sehen sich zuerst als Juden, dann als Israelis und zuletzt als Weltbürger.
Linke und säkulare israelische Juden sehen sich zuerst als Weltbürger, dann als Israeli und zuletzt als Jude.
„Israeli“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht „Kind Israels“ im biblischen Sinne, sondern ist vielmehr eine moderne Nationalität, die die meisten als in erster Linie liberal, demokratisch und fortschrittlich definieren würden. Ein „Kind Israels“ ist ein leiblicher Nachkomme Abrahams, Isaaks und Jakobs und wird in erster Linie durch den göttlichen Bund zwischen Gott und diesen Vorvätern definiert.
Für die Zwecke dieser Diskussion ist die modernere Bezeichnung „Jude“ gleichbedeutend mit „Kind Israels“.
Es handelt sich hier um ein tief verwurzeltes Problem, und es ist fast unmöglich geworden, die eine oder die andere Seite davon zu überzeugen, den gegenteiligen Standpunkt zu akzeptieren oder zumindest in Betracht zu ziehen.
Dennoch ist es für uns lehrreich, die einfache Frage zu stellen: Was sagt die Bibel?
Selbst wenn die Hälfte der israelischen Juden sich nicht darum schert, was Gott in dieser Angelegenheit zu sagen hat, und diejenigen, die es tun, als „Extremisten“ betrachtet, ist es eine einfache Tatsache, dass es ohne die Bibel kein Israel gibt, weder ein progressives noch ein konservatives oder ein anderes.
Und Gottes Wort ist in dieser Angelegenheit sehr klar:
„Denn ein heiliges Volk bist du für den Herrn, deinen Gott; dich hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist.“ (5. Mose 7:6)
Gott will Israel diese Einzigartigkeit nicht aufzwingen. Er möchte, dass es sie annimmt. Aber die biblische Geschichte zeigt, dass Israel seine Berufung, „abgesondert“ zu sein, immer wieder zurückgewiesen hat, und wir sehen, dasselbe geschieht auch heute.
Die Frage der Justizreform ist nur ein Auslöser. Wenn Sie den Demonstranten genau zuhören, werden Sie hören, dass ihre wirkliche Angst darin besteht, ein „religiöser Staat“ zu werden, etwas anderes zu werden als das westliche Ideal der liberalen Demokratie, also abgesondert zu sein.
Und sie sind bereit, das Land zum Stillstand zu bringen, um das zu verhindern.
Man kann argumentieren, dass die Einzigartigkeit, die sich die rabbinischen Autoritäten oder Itamar Ben-Gvir vorstellen, nicht die Einzigartigkeit ist, die Gott im Sinn hat. Aber das ist nicht der Punkt. Selbst wenn der Messias selbst käme und anfinge, Israel in eine Nation zu verwandeln, die „abgesondert“ ist, würden viele der gleichen Leute, die heute protestieren, seine Politik als „faschistisch“ ablehnen.
Im Grunde genommen wehren sie sich gegen die Vorstellung, „auserwählt“ zu sein, anders zu sein als das, was der Rest der Welt von ihnen erwartet und verlangt. Die andere Hälfte der Gesellschaft sieht Israel bereits als einen religiösen Staat mit einer prophetischen Mission, die in der Heiligen Schrift verwurzelt ist.
Und auf diese innere Spaltung sollten sich unsere Gebete konzentrieren, denn sie ist viel bedrohlicher als jeder äußere Feind.




