Immer dann, wenn geistliche Leere, soziale Verunsicherung und religiöse Sehnsucht zusammentreffen, treten charismatische Persönlichkeiten auf. In der jüdischen Welt trifft das gegenwärtig auf Rabbi Shlomo Yehuda Beeri zu. „HaYenuka“ nennt man ihn, „Wunderkind“, denn der 37-Jährige hat keine klassische Jeschiwa-Ausbildung genossen. Innerhalb weniger Jahre wurde er zum Massenphänomen. Seine Jünger halten ihn für einen Wundertäter, seine Kritiker für ein gefährliches Symptom einer Gesellschaft, die einerseits nach Erlösung ruft, aber zwischen Glauben, Kult und digitaler Vermarktung taumelt. In Israel zieht manch einer Parallelen zu einer Gestalt, die vor zweitausend Jahren in Galiläa für Aufsehen gesorgt hat.
Rabbi Shlomo Yehuda Beeri „HaYenuka“ ist derzeit in der jüdischen Glaubensszene ein Star. „Yenuka“ ist ein aramäisches Wort, es steht für Baby oder Säugling. Seine Anhänger kommen gleichermaßen aus ultraorthodoxen, religiösen und traditionellen Kreisen. Sie verehren ihn als einen, der in direktem Kontakt mit Gott stehe. Für viele ist er ein „Mose unserer Generation“ oder gar „der, der den Messias bringt“. Bei Morgengebeten um sechs...
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