Wie messianische Juden, die glauben, dass Jesus der Messias ist, akzeptieren auch sie nur jene Traditionen, die nicht im Widerspruch zur hebräischen Bibel stehen. Diese biblischen Juden befolgen strikt die Anweisungen des mosaischen Gesetzes, aber eben auch nur diese. Sie sind der Meinung, dass es sich bei den vom rabbinischen Judentum mündlich überlieferten Schriften nicht unbedingt um Gottes Wort handelt.
Karaitische Juden sind in Israel als Bnei Mikra bekannt, als Söhne der Schriften. Täglich versammeln sie sich in Jerusalem in der ältesten noch aktiven Synagoge der Welt. Sie heißt „Haus des Gebetes der Söhne der Schriften“ und wird seit ihrer Errichtung im 6. Jahrhundert fast durchgehend genutzt.
Karäer feiern im Herbst nicht das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana. Sie begehen aber wie die messianischen Juden das biblische Posaunenfest, den Jom Truah (3. Mose 23,24). Karaitische Juden richten sich nach den biblischen Koschergesetzen, essen jedoch Milch und Fleischprodukte zusammen, wenn das Fleisch nicht von einem Tier stammt, dessen Mutter die Milch geliefert hat (2. Mose 23,19). Jüdische Feiertage werden mit Ausnahme von Hannuka, das nicht in der Bibel als Fest zu finden ist, gefeiert. Für die täglichen Gebetsgottesdienste wird das karaitische Siddur-Gebetbuch verwendet, das Gebete beinhaltet, die aus biblischen Versen zusammengestellt sind. Sie warten aufrichtig auf den Messias. Karäer ziehen in Anlehnung an 2. Mose 3,5 die Schuhe aus, bevor sie eine Synagoge betreten.
Dass sie sich beim Beten niederwerfen, geht zurück auf die biblische Beschreibung Daniels und Anderer, die auf Knien beteten. Diese biblischen Juden beten, wenn wenigstens zwei Beter versammelt sind. Damit lehnen sie die rabbinische Voraussetzung für den „Minjan“ aus mindestens zehn Männern für ein gemeinsames Gebet ab. Tefillin legen sie nicht an. Wie die messianischen Juden legen die Karäer das Gebot Gottes, man solle sich sein Wort an den Arm und die Stirn binden, so aus, dass wir gemäß Gottes Wort denken und handeln sollten.
Karäer glauben, wie die messianischen Juden auch, an eine Abstammung väterlicherseits. Das heißt, ein Jude wird als Jude definiert, wenn sein Vater jüdisch ist, da fast alle jüdischen Nachkommen in der hebräischen Bibel über die väterliche Linie vermerkt werden. Das Motto der Karäer ähnelt dem der Beröer im Neuen Testament: „Durchsucht die Schriften gut und verlasst euch nicht auf eure eigenen Meinungen.“
Ursprung der karaitischen / biblischen Juden
Seit Mose hat es immer jüdische Strömungen gegeben, die sich ganz der Einhaltung der originalen niedergeschriebenen Thora gewidmet haben. Das Pharisäertum argumentierte, die Thora bräuchte die Auslegung durch Weise, um sie den einfachen Menschen verständlich zu machen. Sie bestanden darauf, dass Gott Mose zusätzlich zum schriftlichen Gesetz, das er am Berg Sinai erhielt, eine „mündliche Thora“ gab, die als gesammeltes Werk unter der Bezeichnung Talmud bekannt ist. Es sind diese mündlichen Gesetze, die alle modernen jüdischen Traditionen regeln. Wie messianische Juden weisen auch Karäer darauf hin, dass die mündliche Thora in der Schrift nicht ein einziges Mal erwähnt ist und daher für das jüdische Leben nicht verbindlich sein kann. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass der Talmud nie bis nach Äthiopien gekommen ist, die dortigen Juden also bis heute das alte biblische Judentum praktizieren, ohne jegliches Konzept einer „mündlichen Thora“.
Moderne biblische Juden
Im Mittelalter zählten sich bis zu 40 Prozent der Juden weltweit zu den Karäern. Das rabbinische Judentum lehnte jedoch ihre Kontext-basierte Interpretation der Schrift ab und konnte sich schließlich in der jüdischen Welt durchsetzen. Heute gibt es nur rund 50.000 biblische Juden weltweit, die größten Gemeinden befinden sich in Israel und in den Vereinigten Staaten. Kleinere Gemeinden gibt es in der Türkei (Istanbul), Europa und China.

Meir Rekhavi
Meir Rekhavi (s. Bild), Kanzler der Karaite Jewish University in den USA, ist der Meinung, dass das rabbinische Judentum vom Weg abgekommen ist, weil es sich nicht an die hebräische Bibel hält. Eine faszinierende Aussage, betrachtet man den Fakt, dass alle Argumente gegen die messianischen Ansprüche bezüglich Jesus von den rabbinischen Traditionen kommen, die sich nach Christus entwickelt haben.
Bleibt die Frage, ob karaitische Juden gegenüber Jesus als Messias offen sind? Ich habe mit einem Karäer gesprochen, der mir sagte, dass sie noch immer auf den Messias warten. Da sie noch nie das Neue Testament gelesen hätten, wüssten sie auch nichts über Jesus. Aber man wolle in den Propheten nachschauen und dort etwas herausfinden.





Die Karäer haben die richtige Einstellung; schließlich gilt die göttliche Anweisung, „ihr sollt (zu den Ge- und Verboten) nichts dazutun und nichts weglassen“.
Die Fixierung auf Überlieferungen von irgendwelchen „besonders einsichtigen“ Vorfahren hilft nicht darüber hinweg, dass in allen Traditionen ein Zeit-Geist sein Unwesen treibt, der nun dank ZEITENWENDE als Irrtum entlarvt ist :
Warum ?
Es gibt keine Zeit. Sie ist eine Illusion. Was uns so kostbar erscheint, ist nicht Zeit, sondern der einzige Punkt der außerhalb der Zeit liegt, nämlich das JETZT.
In diesem JETZT – und nur in diesem – findet Leben statt. Noch-nicht-existierende Zukunft gaukelt (zusammen mit der hinter uns liegenden, aber schon wieder toten Vergangenheit) die Zeit nur vor in Form von Infos, denen „wir den Namen Zeit“ gaben.
Das Gaukelspiel gehört korrigiert. Egal, ob Alt- oder Neu-Jude (=Christ)