(JNS) Für die Machthaber in der Palästinensischen Autonomiebehörde hätte der Tod der 16-jährigen Jana Zakarneh am Sonntagabend zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können: nur wenige Stunden vor der Ankunft der UN-Sonderbeauftragten für Kinder und bewaffnete Konflikte, Virginia Gamba, in der Region.
Gamba begann ihren Besuch in Ramallah mit einer Erkundungsmission, um Material für ihren Jahresbericht über die Schäden, die Kindern im israelisch-palästinensischen „Konflikt“ zugefügt werden, zu sammeln. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa fand ihr erstes Treffen mit dem Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Riyad al-Maliki, statt, der ihr eine detaillierte Dokumentation der „systematischen und vorsätzlichen Verbrechen Israels gegen palästinensische Kinder“ vorlegte, darunter „Tötung und Verstümmelung, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, sexuelle Übergriffe, Entführungen und die Verweigerung des Zugangs zu humanitärer und medizinischer Hilfe“.
Das muss Musik in Gambas Ohren gewesen sein. Unter dem Deckmantel der Neutralität wird sie jedoch Jerusalems Version der Ereignisse (mit anderen Worten: die Wahrheit) hören: dass Israel sich in einem Verteidigungskrieg gegen Terroristen befindet und alles daransetzt, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden, oft bis hin zur Gefährdung der eigenen Truppen.
Aber wie immer sind die Karten in den internationalen Gremien gegen Israel ausgelegt, ungeachtet der Realität vor Ort. Der Tod von Zakarneh ist nur ein Beispiel dafür. Vorfälle wie die Tötung der Al Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh, die am 11. Mai in ein Kreuzfeuer zwischen der IDF und palästinensischen Terroristen des Islamischen Dschihad geriet, sind selten. In Anbetracht der zynischen Nutzung von Nichtkombattanten als menschliche Schutzschilde durch Terroristen ist es ein Wunder, dass nicht mehr von ihnen getötet werden.
Außerdem wirft Zakarnes Anwesenheit neben einem bewaffneten Terroristen während eines Feuergefechts mit dem israelischen Militär ernsthafte Fragen über den Grad ihrer Beteiligung auf. Erste Ermittlungen deuten beispielsweise darauf hin, dass sie regelmäßig als Fotografin für bewaffnete Männer in ihrer Nachbarschaft tätig war. Und die Handy-Aufnahmen ihrer Kamera sind nicht die einzigen Beweise.
Die widersprüchlichen Schilderungen ihres trauernden Onkels über die fragliche Nacht waren ein ebenso großer Hinweis, wenn auch unbeabsichtigt. Er erzählte einer Quelle, seine Nichte sei zu Hause gewesen und hätte sich um ihre eigenen Angelegenheiten gekümmert, als der Klang von Schüssen über ihr sie dazu veranlasste, auf das Dach zu rennen. Auf Twitter wurde er mit der Behauptung zitiert, sie sei auf das Dach gegangen, um ihre vermisste Katze zu suchen.
Beide Geschichten sind aufschlussreich: Die meisten jungen Mädchen hätten auf das in Dschenin nur allzu bekannte Schießen reagiert, indem sie sich unter ihr Bett verkrochen hätten, anstatt ins Geschehen zu eilen. Es ist rätselhaft, dass kein Erwachsener ihr unter diesen Umständen den Ausgang aus der Wohnung versperrt hat.
Als israelische Soldaten und Grenzpolizisten die Terroristen verfolgten, von denen bekannt war, dass drei von ihnen unmittelbar bevorstehende Anschläge planten, wurden sie von Anwohnern mit Steinen, Molotowcocktails und Sprengstoff beworfen. Die Erfahrung hat sowohl die Mörder als auch diejenigen, die sie festnehmen wollten, gelehrt, dass Dächer die beste Ausgangsbasis dafür sind. Die Scharfschützen der IDF waren daher entsprechend positioniert.
Derjenige, der Zakarneh schließlich erschoss, tat nur seine äußerst schwierige und gefährliche Arbeit – und das bei völliger Dunkelheit. Wäre die junge Frau nicht neben dem anvisierten Terroristen gestanden und hätte den Schusswechsel gefilmt, um ihn zu Propagandazwecken in den sozialen Medien zu veröffentlichen, wäre sie noch am Leben und wohlauf.
Aber dann wären die hasserfüllten Palästinenser des Rituals beraubt worden, ihren mit einer Fahne bedeckten Leichnam durch die Straßen der Stadt im Westjordanland (Judäa und Samaria) zu tragen, die zu einem wichtigen Stützpunkt für Waffenhandel und terroristische Aktivitäten gegen die „Zionisten“ geworden ist. Das ist die übliche Vorgehensweise für einen Märtyrer, dessen Familie mit einem großzügigen monatlichen Stipendium von der PA belohnt wird.
Das ist eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie die abscheuliche Art und Weise, in der das ganze Szenario in Gambas Bericht geschildert werden wird.




