Die Vereinigten Staaten haben einen umfangreiches Rüstungspaket mit Israel auf den Weg gebracht. Wie das US-Außenministerium (State Department) Ende Januar mitteilte, genehmigte Washington vier mögliche Verträge mit einem Gesamtvolumen von rund 6,6 Milliarden Dollar. Der mit Abstand größte Einzelposten betrifft die Beschaffung moderner Apache-Kampfhubschrauber – ein System, das Israels Verteidigungsestablishment inzwischen als dringend erforderlich einstuft.
Der wichtigste Vertrag hat ein Volumen von etwa 3,8 Milliarden Dollar und umfasst AH-64E-Apache-Kampfhubschrauber samt zugehöriger Ausrüstung. Weitere Vereinbarungen sehen die Beschaffung sogenannter Joint Light Tactical Vehicles (JLTV) für rund 1,98 Milliarden Dollar vor. Dabei handelt es sich um moderne, geschützte Fahrzeuge für Infanterieeinheiten. Hinzu kommen Verträge über Antriebseinheiten für den israelischen schweren Schützenpanzer Namer im Wert von rund 740 Millionen Dollar sowie über leichte Mehrzweckhubschrauber des Typs AW119Kx für etwa 150 Millionen Dollar.
Die endgültige Umsetzung des Pakets hängt noch von weiteren rechtlichen Schritten sowie der Zustimmung des US-Kongresses ab. Politisch jedoch ist die Richtung klar vorgegeben.
Nach Berichten der hebräischsprachigen Tageszeitung Maariv haben die Israelische Verteidigungsstreitkräfte in den vergangenen Monaten grundlegende Lehren aus dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 gezogen. Demnach sei deutlich geworden, dass unbemannte Systeme allein nicht ausreichen, um Israels Grenzen wirksam zu schützen.
Ein hochrangiger Vertreter des israelischen Verteidigungsestablishments erklärte, Drohnen lieferten lediglich ein begrenztes und fragmentiertes Lagebild. Kampfhubschrauber wie der Apache hingegen ermöglichten in Echtzeit eine umfassende Übersicht über das Gefechtsfeld. Gerade bei der Abwehr von Infiltrationen, bei der Bekämpfung von Guerillakräften im Gazastreifen und im Südlibanon sowie angesichts gleichzeitiger Bedrohungen aus Gaza, dem Libanon, Iran und dem Jemen sei dieser Vorteil entscheidend.
In den vergangenen Jahren war die Zahl der Kampfhubschrauber bei der Israelische Luftwaffe deutlich reduziert worden. Nun, so der Bericht, erwägt die Luftwaffe die Beschaffung von bis zu 100 Apache-Maschinen. Mindestens die Hälfte davon soll möglichst kurzfristig geliefert werden, um bestehende Fähigkeitslücken zu schließen.
Auch die weiteren Bestandteile des Pakets sind Teil dieser Neubewertung. Der Namer-Schützenpanzer, dessen Antriebseinheiten nun erneuert werden sollen, basiert auf dem Fahrgestell des Merkava-IV-Kampfpanzers und gilt als eines der am besten geschützten gepanzerten Fahrzeuge weltweit. Die zusätzlichen JLTV-Fahrzeuge sollen die Beweglichkeit und den Schutz der Infanterie weiter verbessern.
Das US-Außenministerium betonte, die Vereinigten Staaten seien der Sicherheit Israels verpflichtet. Es liege im nationalen Interesse der USA, Israel beim Erhalt einer starken und einsatzbereiten Selbstverteidigungsfähigkeit zu unterstützen. Der geplante Rüstungsverkauf stehe im Einklang mit diesen Zielen.
Bereits im September hatte das Wall Street Journal berichtet, dass die Trump Administration im Kongress für ein Rüstungspaket im Umfang von rund sechs Milliarden Dollar werbe. Dieses sollte unter anderem 30 Apache-Kampfhubschrauber, Tausende gepanzerte Fahrzeuge sowie umfangreiche Ersatzteile und logistische Unterstützung umfassen.
Sollte der US-Kongress zustimmen, wäre das Paket eines der größten sicherheitspolitischen Unterstützungsprojekte für Israel seit Jahren – und ein deutliches Zeichen dafür, dass Jerusalem nach dem 7. Oktober wieder verstärkt auf bemannte militärische Fähigkeiten und unmittelbare Luftüberlegenheit setzt.




