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Tacheles mit Aviel – Israel steht vor riskanten Tagen  

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Washington und die europäischen Regierungen sind unzufrieden oder salopp ausgedrückt: „böse auf Israel“. Und das, weil Israel trotz Warnungen und Bitten den Iran angegriffen hat.

Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Gemeinsam werden wir gewinnen" in Azrieli, Tel Aviv. 19. Dezember 2023. Foto: Miriam Alster/Flash90

Israel ist an einem Punkt angelangt, den die westlichen Regierungen vielleicht übersehen – Israels existenzielle Sicherheit. Israel muss sich entscheiden, an wen es zuerst denkt: an sich selbst, an die westlichen Regierungen oder an seine Feinde. Diesmal geht es um Israels verlorene Strategie der Abschreckung, die Israel über Jahrzehnte durch die westliche Politik der Zurückhaltung verloren hat. Deshalb werden die israelischen Reservisten für eine Bodenoffensive nach der Pessach-Woche Anfang Mai mobilisiert. Natürlich hat auch der Angriff auf den Iran strategische Auswirkungen.

Zurückhaltung signalisiert den Moslems gegenüber ein Zeichen von Schwäche. Israel steht vor der Wahl, entweder dem Westen zu gehorchen und nicht gegen den Iran vorzugehen oder eine neue Allianz mit sunnitischen Regierungen im Nahen Osten gegen den Iran zu bilden. Es gibt eine großartige Gelegenheit, eine effektive und stabile Allianz gegen den Iran zu bilden: Israel und die sunnitischen Regierungen. Mit Kreativität, Scharfsinn, Mut und Technologie kann Israel das Vertrauen der Saudis und anderer sunnitischer Verbündeter zurückgewinnen. Die Europäer wissen mit dem Nahostkonflikt nichts anzufangen, weil die europäischen Regierungen nicht einmal ihre eigenen Probleme wie den Krieg zwischen der Ukraine und Russland in den Griff bekommen. Außerdem will der Westen nur aus einem Grund keine Eskalation zwischen Israel und dem Iran, weil er fürchtet, dass dies zu einem globalen Krieg eskalieren könnte. Das mag sein, aber Israel hat heute keine andere Wahl, Israel muss zuerst und nur an sich denken. Ist das riskant? Ja, es ist riskant!

Mit seinem jüngsten Angriff im Iran hat Israel laut ausländischen Quellen gezeigt, dass die russischen Abwehrsysteme der neuen israelischen Technologie nichts entgegenzusetzen haben. Das ermutigt arabische Staaten und stärkt Israels Waffentechnologie gegenüber Russland. Satellitenfotos zeigen Schäden an der Flugabwehrbatterie der Atomanlage in Natanz. Allmählich wird klar, dass der Schlag gegen den Iran eine wirksame Warnung ist, denn im Iran wurde eine S-300-Luftabwehrbatterie der wichtigen Atomanlage getroffen. Die New York Times berichtet: „Israel hat eine Waffe mit spezieller Technologie eingesetzt, die den iranischen Luftabwehrsystemen entgangen ist“. Es handelt sich um die modernsten Raketen, die für den Angriff auf den Iran verwendet wurden. Ein anderer hochrangiger amerikanischer Beamter erklärte gegenüber Fox News, der Angriff auf die Verteidigungsanlagen in der Nähe der Atomanlage Natanz habe bewiesen, dass sie gegen die israelische Technologie wirkungslos seien. Natürlich hat der Iran offiziell dementiert. Man bestreite, dass die Luftabwehrbatterie in Natanz getroffen worden sei, auch um Russland nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen.

Außerdem muss der Iran seine nächsten Schritte im Konflikt mit Israel sorgfältig abwägen, denn Israel hat dem Iran und Russland gezeigt, dass die iranischen Atomanlagen von den russischen Abwehrsystemen nicht geschützt werden können. Dies könnte die gesamte Position des Iran im politischen Schachspiel des Nahen Ostens schwächen. Es könnte bei den Proxys Zweifel aufkommen lassen, inwieweit der Iran wirklich eine Supermacht ist. Wenn im Sommer ein Krieg im Norden ausbricht und Israel massiv im Libanon interveniert, inwieweit kann sich die Hisbollah im Libanon auf den Iran verlassen? Der Iran wird zögern, in den Krieg einzugreifen, wenn er weiß, dass seine Atomanlagen gegen die israelische Raketentechnologie nicht sicher sind. Gleiches gilt für die Hamas im Gazastreifen. Das wird sich bei der bevorstehenden Bodenoffensive in Rafah zeigen.

Große Plakate des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des US-Präsidenten Joe Biden, in Ramat Gan, 4. März 2024. Foto: Miriam Alster/FLASH90

Aus Washington hört man oft zweierlei Stimmen. Die eine Stimme, die Israel voll und ganz unterstützt und weiterhin für massive Waffenlieferungen an Israel plädiert, und die andere Stimme, die sich frustriert über Israels Verhalten im Nahen Osten aufregt. So kritisierte am vergangenen Freitag eine amerikanische Quelle gegenüber Politico den israelischen Angriff im Iran. „Die USA haben Israel angefleht, den Iran nicht anzugreifen, niemand im Pentagon, der CIA oder den Geheimdiensten hielt das für eine gute Idee“, sagte die Quelle. „Es ist peinlich, wie wenig Israel auf uns hört, aber das hält US-Präsident Joe Biden nicht davon ab, Israel weiterhin blind die Treue zu halten.“ Die Quelle sagte sogar, dass „Israel ein gefährliches Spiel spielt“.

Auch die Deutschen verlieren die Geduld mit der israelischen Regierung, insbesondere mit Benjamin Netanjahu. Die Deutschen haben Israel mitgeteilt, dass sie das Vertrauen in Netanjahu verlieren, nachdem die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock in Jerusalem war und es zu einem Wortgefecht zwischen ihr und Benjamin Netanjahu kam. Die Grünen-Politikerin hatte Israel vorgeworfen, eine Hungersnot unter den Palästinensern im Gazastreifen zu verursachen und Bilder von hungernden Kindern aus dem Gazastreifen gezeigt. Netanjahu und sein Team zeigten Baerbock Fotos von bunten Märkten in Gaza mit einem Überangebot an Lebensmitteln und Palästinensern, die im Meer baden. Netanjahu entgegnete, dass es in Gaza keine Hungersnot gebe. Baerbock antwortete, die Märkte in Gaza seien eine Lüge.


„Das ist real“, soll Netanjahu gesagt haben. „Es ist nicht wie das, was die Nazis inszeniert haben, wir sind nicht wie die Nazis, die gefälschte Bilder einer gefälschten Realität produziert haben“. Die Nazis hatten keine sozialen Netzwerke wie heute und produzierten Propagandafilme mit gestellten Szenen des Alltags im Warschauer Ghetto. Die Märkte in Gaza und die Palästinenser beim Baden im Mittelmeer stammen aus palästinensischen Medien und Netzwerken. Baerbock fühlte sich beleidigt: „Wollen Sie damit sagen, dass unsere Ärzte vor Ort in Gaza nicht die Wahrheit sagen? Dass die internationalen Medien lügen?“ Diese Diskussion ist wahr und nicht irreführend, wie es in den deutschen Medien dargestellt wurde. Wir wissen das aus einer vertraulichen Regierungsquelle in Jerusalem, nur sollte dieser Krach nicht veröffentlicht werden. Der Minister Ron Dermer, der selbst an dem Treffen teilgenommen hat, hat es dennoch an die Presse weitergegeben.

Auch wenn Netanjahu die westlichen Regierungen nervt und sich nicht an Abmachungen hält, ist innenpolitisch das Gegenteil der Fall. Netanjahu und die Likud-Partei sind seit dem iranischen Angriff auf Israel in allen Umfragen gestiegen. Das wirft automatisch die Frage auf, ob das alles Teil von Bibis Plan ist, sich beim Volk wieder beliebt zu machen, was natürlich auf Kosten der Freilassung der israelischen Geisel geht. Andere werfen ihm und dem Likud vor, die ganze Kriegssituation nur hinauszuzögern, um seine Popularität wiederzuerlangen. Das ist schwer zu beurteilen, und die Meinungen gehen auseinander.

Die kommenden Wochen könnten dramatisch werden, wenn Israel den Befehl gibt, in Rafah einzumarschieren. Wie wird das geschehen und wie lange wird die Operation in Rafah dauern? Oder sind das alles nur Drohungen – ein politisches Pokerspiel – um dem eigentlichen Ziel näherzukommen. Eine Normalisierung mit Saudi-Arabien und Indonesien, bei der Israel mit der palästinensischen Münze bezahlen muss, ein palästinensischer Staat an der Seite Israels. Das wird hinter den Kulissen immer wieder diskutiert, aber mit der jetzigen Regierungskoalition ist das unmöglich. Aber vorher muss Israel die Hamas vernichten und die israelischen Geiseln befreien. Und das ist auch im Interesse der sunnitischen Regierungen um Israel herum, damit wieder Stabilität im Nahen Osten einkehrt und eine starke Allianz wie zu biblischen Zeiten im Nahen Osten entsteht. Aber darüber berichten wir in der nächsten Ausgabe von Israel Heute.

 


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Patrick Callahan

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6 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – Israel steht vor riskanten Tagen  ”

  1. j-glaesser sagt:

    (Auch die Deutschen verlieren die Geduld …. )
    Die DEUTSCHEN handeln nach Interessen und nach ihren Instinkten. Letztendes stehen ihnen die Araber / Palästinenser näher.
    Übrigens – was gibt es Neues???
    Die DEUTSCHEN wollten doch etwas vom Judenstaat!!!
    Meldung vom 15.06.2023:
    „Arrow 3“-System für Deutschland Israels größter Rüstungsdeal steht bevor. Für vier Milliarden Euro soll das israelisch-amerikanische „Arrow 3“-Raketenabwehrsystem an Deutschland geliefert werden. Dort soll es zu einem Pfeiler des NATO-Schutzschildes werden.

    • j-glaesser sagt:

      ARD – 15.6.2023
      Netanyahu: „Was für eine unglaubliche Wendung“Für Israel wäre das Ganze ein Erfolg – so groß, dass Premier Benjamin Netanyahu das Thema neulich am Rande einer Kabinettssitzung angesprochen hatte: „Wie ich den Führern der Welt und auch Bundeskanzler Scholz gesagt habe: Israel, der jüdische Staat, wird nicht noch einen Holocaust erlauben.“Diese Wende für das israelische Volk komme auch durch die Diskussionen über die Lieferung von „Arrow 3“ an Deutschland zum Ausdruck. Im Holocaust seien die Juden ohne Schutz vor Nazi-Deutschland gewesen. „80 Jahre später möchte Deutschland Abwehrwaffen vom jüdischen Staat kaufen. Damals konnten wir uns nicht verteidigen. Heute helfen wir anderen, sich zu verteidigen. Was für eine unglaubliche Wendung.“

  2. Havershalom sagt:

    „Mit seinem jüngsten Angriff im Iran hat Israel laut ausländischen Quellen gezeigt, dass die russischen Abwehrsysteme der neuen israelischen Technologie nichts entgegenzusetzen haben.“
    „Es gibt eine großartige Gelegenheit, eine effektive und stabile Allianz gegen den Iran zu bilden: Israel und die sunnitischen Regierungen. “

    Macht es jetzt, nutzt die Gunst der Stunde.

    Und lasst euch nicht von einer Annalena, die einer sebst erfundenen Politideologie, der sogenannten Grünen folgt, nicht beeindrucken. Ausser kaputt machen, kriegen die nichts auf die Reihe. In der Bundesrepublich Deutschland geht dadurch sehr vieles unwiederbringlich den Bach runter.

    Israel ist auf Adonai gegründet !!!
    Am Israel Chai.
    Baruch ha Shem.

  3. Danny sagt:

    Man kann sich zum Teil einfach nur schämen, was sich eine deutsche Außenministerin einfach erlaubt. Besonders wenn man die Situation kaum (o. nur schwer) einschätzen kann im Nahen Osten. Gerade Deutschland sollte gegenüber Israel eine sehr zurückhaltende Haltung einnehmen. Ich denke, Israel wird es besser wissen. Aber das Thema „Fake News“ und Propaganda geht mir auch total auf die Nerven. Ich informiere mich gerne über Aktuelles, besonders was Israel angeht. Man fragt sich wirklich was von all dem die Wahrheit ist. Da muss ich wirklich sagen, bin ich froh Israel Heute zu lesen. Ich finde euch glaubwürdig, auch wenn ich sonst eine eher kritische Meinung zu Medien allgemein habe. Gerade, weil ihr direkt in Israel wohnt und uns von eurem Alltag erzählt. Auch über Telegramm verfolge ich euere Nachrichten gerne! Danke für eure Arbeit.

    • Danny sagt:

      Ich meinte natürlich eine zurückhaltende Haltung in Bezug auf Belehrungen. Was Unterstützung angeht, kann Deutschland eigentlich gar nicht zu viel tun. Es wird ja auch jedem zum Segen, der Israel segnet. Nicht weil Israel fehlerlos (perfekt) und heilig ist, sondern weil hinter Israel Gott selber steht. Mein HERR Jesus ist in Israel geboren, er wuchs als Jude auf und nahm meine Schuld, und die vieler Heiden auf sich – die sonst keine Hoffnung auf eine Zukunft hätten – und bezahlte alles, Tetelestai. Das Heil kommt aus Israel. Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und wo er stehen wird, wenn er wiederkommt in Macht und Herrlichkeit. Israel, deine Zukunft wird herrlich, wirf dich ganz auf deinen HERRN.

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