„Hamas, lasst die Geiseln frei. Beendet den Krieg. Israel, befreit euch von Benjamin Netanjahu und rechtsradikalen Fundamentalisten, die eure heiligen Schriften verdrehen“, sagte U2-Sänger Bono Vox.
Meine Frau zeigte mir diesen Satz auf Instagram, während wir unterwegs ins Kino in Jerusalem waren. Der Film, den wir sahen, heißt „Lolita lesen in Teheran“. Es ist ein neuer israelischer Film auf Persisch, basierend auf dem international bekannten autobiografischen Roman von Azar Nafisi. Das Werk erzählt von Nafisis heimlichem Literaturzirkel im Teheran der 1990er Jahre – zur Zeit der islamistischen Herrschaft nach der iranischen Revolution. Inmitten von Repression und Zensur versammelte sie junge Frauen, um mit ihnen verbotene Werke der westlichen Literatur zu lesen – darunter „Lolita“ von Vladimir Nabokov. Warum ich Bono und diesen Film in einem Atemzug nenne? Warum gelten Linke im Iran als Helden – und in Israel als Verräter?
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