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Tacheles mit Aviel – Alle wollen auf der Israel-Welle reiten

Tacheles. Offen und unverblümt sage ich, was ich denke. Der erste Geiselaustausch liegt hinter uns. 13 Geiseln sind wieder bei ihren Familien zu Hause, auch die 11 ausländischen Geiseln sind wieder in Sicherheit.

Wollten die Gelegenheit nicht verpassen. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez (L) und der belgische Premierminister Alexander De Croo (R) nehmen an einer Pressekonferenz am Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen teil, Ägypten, 24. November 2023.Foto: EPA-EFE/STR

Heute Abend, morgen und übermorgen wiederholen sich die Szenarien im südlichen Gazastreifen. Alle wollen auf der Israel-Welle reiten. Wie die beiden Ministerpräsidenten Spaniens und Belgiens, Pedro Sánchez und Alexander De Croo, die gerade auf Nahostreise sind. Und wenn sie schon mal da sind, dann nutzen sie das offene Mikrofon am Grenzübergang Rafah, um vor aller Welt Israel für alles verantwortlich zu machen. Vor der Kamera fällt es allen immer leichter, Israel im Medienkrieg zu besiegen. Das war schon immer so und war auch gestern wieder zu sehen.

Oder das Rote Kreuz, das „dank“ des israelisch-palästinensischen Konflikts wieder einmal für nichts im Rampenlicht steht. Tacheles, es waren nur Taxifahrer in weißen Mänteln mit dem Roten Kreuz, die, ohne etwas für Israel getan zu haben, kostenlos teure Minuten zur besten Sendezeit gewonnen haben – weltweit. Es ist noch nicht lange her, dass sich das Rote Kreuz um palästinensische Terroristen in israelischen Gefängnissen sorgte. Deshalb schickte das Rote Kreuz einen dringenden Brief an Israel und fragte, ob wir die palästinensischen Terroristen in unseren Gefängnissen gut behandeln. „Behandelt alle, die ihrer Freiheit beraubt sind, mit Menschlichkeit und Respekt“, hieß es in dem Brief. Das Rote Kreuz hat die israelischen Geiseln im Gazastreifen noch nicht besucht und einen Brief an die Hamas geschrieben.

Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit freigelassenen Geiseln, die als erste im Rahmen einer Vereinbarung mit der Hamas freigelassen wurden, am Grenzübergang Rafah, Gazastreifen, 24. November 2023. Foto: Atia Mohammed/Flash90

Auch für den ägyptischen Präsidenten Fattah el Sisi war es wichtig, im katarischen Deal des Geiselaustausches erwähnt zu werden. Aus diesem Grund hat sich alles am ägyptischen Grenzübergang Rafah abgespielt, obwohl die ägyptische Regierung an den technischen Absprachen des Geiselaustausches nicht beteiligt war. Aber Ehre ist in der arabischen Welt bekanntlich lebenswichtig.

Aber der Hammer war, als die beiden europäischen Regierungschefs in Rafah standen und Israel vor der Weltöffentlichkeit schlecht machten. „Wir müssen die Gewalt und die Zerstörung in Gaza stoppen. Wir müssen die Ausweitung der jüdischen Siedlungen im Westjordanland stoppen, die zu Gewalt führt. Israel hat im Gazastreifen die größte Tragödie seit Beginn der Neuzeit verursacht“, sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Ähnlich äußerte sich sein belgischer Kollege: „Das Töten von Zivilisten muss jetzt aufhören und die Zerstörung des Gazastreifens ist inakzeptabel. Kein Wort über das Massaker vom 7. Oktober im Süden Israels.

Wenn ich in seiner Haut stecken würde, hätte ich auch Angst vor den knapp zehn Prozent Muslimen in seinem Land Belgien. Um nicht noch mehr Unruhe in sein Land zu bringen, hilft immer eine heftige Kritik an Israel. Manchmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie durch ihre Bevölkerungspolitik dazu vergewaltigt werden, Israel zu hassen, oder ob sie Israel sowieso hassen. Außerdem sind Leute wie Pedro Sánchez und Alexander De Croo Heuchler, weil sie einerseits in ihren Ländern eine liberale Politik fördern, aber im israelisch-palästinensischen Konflikt das palästinensische System umarmen, das Hamas gewählt hat und Homosexuelle von den Dächern wirft. Nicht aus Liebe zur Hamas und zu den Palästinensern, sondern aus Hass auf die Juden.

Es reicht heute nicht mehr, den Krieg auf dem Schlachtfeld zu gewinnen, sondern man muss parallel dazu den Krieg im Dschungel der Weltmedien gewinnen, vielleicht sogar zuerst, und das ist nicht einfach. In den westlichen Medien wird eine Bewußtseinsmanipulation gegen Israel betrieben, und dazu haben sie genügend Gründe und Ausreden, wenn nicht die jüdische Siedlungspolitik, dann Israels Krieg im Gazastreifen, und wenn nicht das, dann Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern. Das prägt sich in den Köpfen der Menschen ein. Israel muss immer wieder beweisen, dass es auch gute Seiten hat.

Befreite palästinensische Gefangene kommen am 24. November 2023 in Beitunia nahe der Stadt Ramallah im Westjordanland an, nachdem sie im Rahmen des Geiselabkommens zwischen Israel und der Hamas freigelassen wurden. Das Rote Kreuz ist mit dabei. Foto von Flash90

Das hat Israel zum Beispiel am 12. November versucht, als es ankündigte, dem Shifa-Krankenhaus 300 Liter Treibstoff für die medizinische Behandlung zu liefern. Tage zuvor hatten sich die palästinensischen Ärzte in den Medien darüber beklagt, dass ihnen der Treibstoff ausgegangen sei. Es wurde ein Treffpunkt vereinbart, zu dem israelische Soldaten die Kanister bringen sollten. Zu diesem Zeitpunkt war das Gelände noch nicht erobert und Israel riskierte das Leben seiner Soldaten. „Operation Kanister“ nannte die IDF die Aktion. Wenn die Ärzte den Treibstoff mitnehmen, kann Israel das in den Medien im Ausland positiv darstellen, wenn nicht, beweist Israel der Welt, wie böse die Hamas ist. Sie kümmern sich nicht einmal um die Palästinenser, die im Krankenhaus behandelt werden. Hinter dieser Operation steht eine Abteilung der israelischen Armee, die sich „Impact Division“ nennt und die operativen Kriegspläne vor Ort begleitet. Diese Abteilung besteht aus Copywritern, Designern, Psychologen und Agenten des Geheim- und Sicherheitsdienstes, die den Kommandeuren taktische Manöver vorschlagen, um diese in den Medien zu vermarkten, wie z. B. die „Operation Kanister“. Bei dieser Operation konnte Israel in beiden Fällen nur gewinnen, und in diesem Fall hat die Hamas wieder einmal verloren, weil sie das Krankenhauspersonal gezwungen hat, den israelischen Treibstoff an der vereinbarten Straßenkreuzung stehen zu lassen.

Alle Seiten sind sich der Macht der Medien bewusst, die parallel zum Krieg die Stimmung in den Wohnzimmern der Menschen bestimmen. Deshalb hat Israel bereits vor fünf Jahren diese Spezialabteilung auserwählter Werbeprofis gegründet. Dennoch muss ein Land wie Israel die Mehrheit der Welt von seinem Recht überzeugen. Deshalb versuchen wir, Israel Heute, euch von Jerusalem aus rund um die Uhr mit wahrheitsgetreuen Informationen und Interpretationen zu versorgen. Und ja, der politische Konflikt um Israel im Nahen Osten ist nur im Zusammenhang mit der Bibel zu verstehen. Das verstehen wir so, das verstehen die Muslime so und das muss der „christliche“ Westen wieder lernen. Zur Erinnerung: Am 7. Oktober griff die Hamas Israel an, um Jerusalem zu befreien.

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Patrick Callahan

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7 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – Alle wollen auf der Israel-Welle reiten”

  1. Hans-Jürgen Rieth sagt:

    Der ‚christliche‘ Westen – was ist denn das? Das ist soviel wie das ‚jüdische‘ Israel. Von der ‚muslimischen‘ Hamas will ich erst gar nicht reden. Du sprichst von der Bibel? Von welcher? Die, die man der Christenheit 325 n. Ch. aufgezwungen hat? Oder meinst Du nur das AT? Dann sage das auch.
    ‚Du sollst deine Feinde lieben‘, soll Jesus gesagt haben; das hat er garantiert nie gesagt – egal wo das steht!
    Dafür hat er folgendes gesagt: Das Reich des Vaters gleicht einem Mann, der einen mächtigen Herrn töten wollte. Er zückte das Schwert zu Hause und durchstach die Wand, um zu sehen, ob seine Hand stark genug sei. Dann tötete er den Mächtigen!
    Wo das steht? Im Evangelium vom Reich Gottes, das Jesus ausnahmslos dreoi Jahre lang gepredigt hat!

  2. j-glaesser sagt:

    Steinmeier reißt für 2 Tage nach Israel
    … Gestern habe ich mich mit Deutschen getroffen, die in den vergangenen Tagen aus dem Gazastreifen ausreisen konnten. Ihre Berichte über das, was sie und ihre Familien dort erlebt haben, sind bedrückend, sie haben mich zutiefst berührt. Auch für ihre Geschichten, für das Leid und die Verzweiflung unter den Palästinenserinnen und Palästinensern muss Raum sein in unserem Land.
    Deutschland leistet humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza, und – auch das wird Thema bei meinen Gesprächen sein – wir sprechen mit Israel darüber, wie während der Feuerpausen Menschen aus den Gefahrenzonen heraus- und Hilfsgüter hineingelangen können. Wir stehen bereit, um mitzuhelfen, Kranke und Kinder zu evakuieren.

  3. j-glaesser sagt:

    (Quelle:25.11.23 – bundespraesident.de / Auszug) Steinmeier reißt für 2 Tage nach Israel … Gestern habe ich mich mit Deutschen getroffen, die in den vergangenen Tagen aus dem Gazastreifen ausreisen konnten. Ihre Berichte über das, was sie und ihre Familien dort erlebt haben, sind bedrückend, sie haben mich zutiefst berührt. Auch für ihre Geschichten, für das Leid und die Verzweiflung unter den Palästinenserinnen und Palästinensern muss Raum sein in unserem Land. Deutschland leistet humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza, und – auch das wird Thema bei meinen Gesprächen sein – wir sprechen mit Israel darüber, wie während der Feuerpausen Menschen aus den Gefahrenzonen heraus- und Hilfsgüter hineingelangen können. Wir stehen bereit, um mitzuhelfen, Kranke und Kinder zu evakuieren.

  4. j-glaesser sagt:

    Für uns steht außer Frage: Jedes Menschenleben wiegt gleich schwer. Und deshalb: Nein, humanitär dürfen wir nicht unterscheiden. Unsere Anteilnahme gilt allen zivilen Opfern dieses Krieges. …. Ich bin unendlich froh, dass die Freilassungen erster Geiseln, auch von deutschen Geiseln, begonnen haben, darunter auch die beiden kleinen Mädchen, deren Vater noch vor wenigen Wochen voller Verzweiflung hier im Schloss Bellevue vor mir saß. Ich danke den Vermittlern, die daran mitgeholfen haben, und ich werde bei meinem Besuch in Katar darüber sprechen, wie der Verhandlungsweg jetzt weitergehen kann. Der Weg zur Beendigung des Kampfes wird und kann nur über die Freilassung der Geiseln führen. Aller Geiseln! … Gleichzeitig darf der Krieg, den Israel jetzt führt, nicht jede Chance auf eine Verständigung in der Zukunft vergiften. Er darf nicht eine neue Generation der Verzweifelten hervorbringen. (Teil 2)

    • j-glaesser sagt:

      Einen Ausweg gibt es nur mit einer Politik, die getragen ist von zwei Prinzipien: mehr Sicherheit für Israel und zugleich mehr Zukunftsperspektiven für die Palästinenser. Und wenn am Ende ein Frieden stehen soll, der eine Chance auf Dauer hat, so kann er nur bedeuten: zwei Staaten! Die Palästinenser müssen ihr Recht auf politische Selbstbestimmung ausüben und in Würde, Freiheit und Frieden mit ihrer Nachbarschaft leben. Die Idee der zwei Staaten war in den vergangenen Jahren vor allem eine Geschichte der verpassten und vertanen Chancen – verpasst von der internationalen Gemeinschaft, vertan auch durch die Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland.
      Wenn dieser historische Tiefpunkt im Nahen Osten irgendetwas Besseres auslösen soll, dann einen neuen, dringenden und auf der ganzen Welt verstandenen Impuls für eine Zweistaatenlösung. Auch diesen Impuls will ich mitnehmen auf meine Reise. (Teil 3 / ganze Rede bei bundespraesident.de)

      • j-glaesser sagt:

        (Die Idee der zwei Staaten war in den vergangenen Jahren vor allem eine Geschichte der verpassten und vertanen Chancen – verpasst von der internationalen Gemeinschaft, vertan auch durch die Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland.)
        Wie krank im Kopf ist diese Person – Bundespräsident der BR Deutschland?! In seinem Bericht sind die Palästinenser als Volk REINE (NUR) Opfer und die Weltgemeinschaft und Israel Täter.
        Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

      • j-glaesser sagt:

        (Der Weg zur Beendigung des Kampfes wird und kann nur über die Freilassung der Geiseln führen. Aller Geiseln!)
        Müsste es nicht richtig heißen, im Tausch von israelischen Geißeln die in GAZA von Palästinensern (HAMAS und Co.) gefangen sind – mit arabisch palästinensischen Verbrechern, die in israelischen Gefängnissen einsitzen? Und das noch dazu im Verhältnis von einem Juden gegen drei Palästinensern.
        Wie sagt Steinmeier in seiner Rede so schön: Für uns steht außer Frage: Jedes Menschenleben wiegt gleich schwer.

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