Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Mittwoch, Israels Kriegseinsätze an mehreren Fronten hätten das regionale Kräfteverhältnis verändert, und argumentierte, dass Entscheidungen, die einst als rücksichtslos kritisiert worden seien, sich als unverzichtbar für das Überleben der Nation erwiesen hätten.
In seiner Rede auf der MUNI EXPO 2026 in Tel Aviv verteidigte Netanjahu das Vorgehen Israels im Gazastreifen, im Libanon, in Syrien und im Iran und erklärte, das Land habe Forderungen nach Zurückhaltung zurückgewiesen und sei stattdessen gegen Bedrohungen vorgegangen, bevor diese sich verschärfen konnten.
Der Ministerpräsident erklärte, Israel werde weiterhin eine Sicherheitszone im Südlibanon aufrechterhalten, um zu verhindern, dass Hisbollah-Kräfte Gemeinden im Norden bedrohen. Er argumentierte, dass die Hisbollah zwar weiterhin im Libanon präsent sei, ihre Fähigkeit, einen Angriff auf Galiläa zu starten, jedoch unterbunden worden sei. Jüngsten Berichten zufolge bestehen israelische Vertreter weiterhin darauf, dass sich die Streitkräfte nicht aus dem Gebiet zurückgezogen haben, trotz internationaler Diskussionen über mögliche Vereinbarungen im Südlibanon.
Netanjahu verwies zudem auf Israels Kampagne gegen den Iran und bezeichnete Teherans nukleare Ambitionen als existenzielle Gefahr für den jüdischen Staat. Er sagte, er habe den Namen „Operation Ein Volk wie ein Löwe“ persönlich gewählt und stellte die Kampagne als einen notwendigen Akt nationaler Entschlossenheit dar.
Der Ministerpräsident wies Kritiker zurück, die sich gegen den Einmarsch in Rafah, gegen Angriffe auf die Hisbollah, gegen Operationen in Syrien oder gegen eine Konfrontation mit dem Iran ausgesprochen hatten, und erklärte, viele würden Israel nun vorwerfen, keinen vollständigen Sieg errungen zu haben. Netanjahu räumte ein, dass die Arbeit im Gazastreifen, im Libanon und im Iran noch nicht abgeschlossen sei, bezeichnete das Gesamtergebnis jedoch als „monumental“.
Er sagte außerdem, Israel habe selbst unter dem Druck aus Washington unabhängig gehandelt. Netanjahu erinnerte daran, dem ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden mitgeteilt zu haben, dass Israel trotz Einwänden in Rafah einmarschieren werde, und erklärte, er habe Präsident Donald Trump vor Beginn der Iran-Operation informiert, anstatt um Erlaubnis zu bitten.
Die Botschaft war unmissverständlich: Israel, das von mehreren Fronten her bedrängt wird, würde seine Sicherheitsentscheidungen weder an ausländische Hauptstädte noch an inländische Kritiker auslagern.




