Israel

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Licht bricht durch das Chaos

Jesus in moderner israelischer Kunst

Zvi Meirovitch wurde im Jahr 1911 in Krosno, Polen, geboren. Er erhielt eine traditionelle jüdische Bildung mit einem Schwerpunkt auf Kunst. 1926 machte er erstmals künstlerisch auf sich aufmerksam, als er in Krosno für die Inszenierung des „Dybbuk“ das Bühnenbild malte. Er führte seine Studien in Berlin fort und arbeitete eine Zeitlang im Studio von Karl Hofer. 1934 wanderte er nach Israel aus und ließ sich in Haifa nieder, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1974 lebte.

Im Jahr 1948 gründete er zusammen mit anderen Künstlern die Gruppe „Neue Horizonte“, eine der einflussreichsten israelischen Künstlergruppen, die das abstrakte Malen in die israelische Kunstszene einführten, in der man bis dahin fast ausschließlich figurativ gearbeitet hatte. Meirovitch wurde drei Mal mit dem DizengoffPreis ausgezeichnet. Er bekam auch Preise von Hermann Struck, den SchiffPreis sowie den Milo-Club-Preis.

Sein Gemälde „Das Letzte Licht“ (1961) oder „Jesus im Gebetsmantel“ gehört zu einer Serie, die von der Szenerie am Toten Meer in der Gegend von Sodom inspiriert wurde. Die roten, schwarzen und weißen Farben sind gemalt, als wäre es der originale Schauplatz, an dem Gott Sodom und Gomorrah in Asche legte. Es scheint die Anwesenheit von Hoffnung in den schlimmsten Zeiten zu verbildlichen. Die weiße Figur wird durch die schwarze Krone als Jesus identifiziert, erinnernd an den christlichen Nimbus.

Folgt man dem Kunstsachverständigen Gideon Ofrat, hat Meirovitch bei einigen seiner Selbstportraits die Jesusgestalt als Vorbild genommen. Der Künstler selbst hat nichts Schriftliches über den Grund für seine Anziehung zu Jesus hinterlassen, so dass alles dies Spekulation bleiben muss.

Es ist sicher nicht abwegig, dass Jesus als das „letzte Licht“ sich auf die jüdische Vorstellung des „verborgenen Lichts“ bezieht, eine Vorstellung, die aus den beiden Lichtern hervorgeht, die am ersten und vierten Tag geschaffen wurden. Die klassische Interpretation sieht das Licht, das am ersten Tag geschaffen wurde, als das Licht des Messias, verborgen bis zum Tag des jüngsten Gerichts, an dem es dann wieder auf die Gerechten scheinen wird. Vielleicht darf man folgern, dass das Licht des jüdischen Jesus, welches das Chaos durchbricht, die Hoffnung für das jüdische Volk symbolisiert, das aus dem Holocaust in ein unwirtliches Land aufsteigt.

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Patrick Callahan

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