Nach zwei Jahren umfangreicher Entwicklungs- und Renovierungsarbeiten, die 5 Millionen US-Dollar gekostet haben, wird das antike herodianische Viertel in Jerusalem diese Woche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Diese bemerkenswerte archäologische Stätte im jüdischen Viertel der Altstadt umfasst ein 2.600 Quadratmeter großes wohlhabendes Wohnviertel aus der Zeit des Zweiten Tempels. Es umfasst luxuriöse Häuser, exquisite Mosaike, gepflasterte Straßen und zahlreiche rituelle Bäder.
Das Viertel wurde bei Ausgrabungen unter der Leitung von Professor Nahman Avigad von der Hebräischen Universität Jerusalem nach der Wiedervereinigung Jerusalems 1967 entdeckt. Aufgrund der Nähe zum Tempelberg und der zahlreichen gefundenen Ritualbäder und Steingefäße gehen die Archäologen davon aus, dass in diesem Gebiet wohlhabende Priesterfamilien lebten, die unter der Herrschaft der Herodianer im Zweiten Tempelkomplex dienten.
Die zahlreichen Funde von rituellen Bädern lassen auf die strenge Einhaltung der Reinheitsgebote schließen, die für die Priesterhäuser charakteristisch waren. Die großen, teilweise bis zu 800 Quadratmeter großen Häuser mit kunstvollen Ornamenten und aufwändigen Mosaiken spiegeln den Reichtum ihrer Bewohner wider.
Die Ausgrabungsstätte des Herodianischen Viertels war in den letzten zwei Jahren für Besucher geschlossen, um die Infrastruktur und den Besucherservice zu verbessern. Die verbliebenen Häuser wurden sorgfältig und originalgetreu rekonstruiert, während erfahrene Handwerker die entdeckten Mosaike restaurierten.
Ein innovatives Beleuchtungs- und Audiosystem setzt die Exponate nun dynamisch in Szene und erfüllt die Überreste des antiken Viertels mit Umgebungsgeräuschen, die an das Leben in dieser priesterlichen Enklave zur Zeit des Tempels erinnern.

Mithilfe von Multimedia-Displays, die Hologramme, Animationen und Videos auf die antiken Funde projizieren, wird das antike Viertel zum Leben erweckt“. Besucher können den Weg zum Tempelberg aus der Perspektive zweier Bewohner simulieren. Hängende Glasstege ermöglichen einen hautnahen Zugang zu den Häusern, ohne die archäologischen Funde zu beeinträchtigen.
„Die Geschichte wird im jüdischen Viertel wieder lebendig“, sagte Herzel Ben Ari, CEO der Gesellschaft für den Wiederaufbau und die Entwicklung des jüdischen Viertels. „Das renovierte Museum bietet einen Einblick in die majestätische Vergangenheit Jerusalems zur Zeit des Zweiten Tempels. Ich lade alle ein, das Museum zu besuchen und sich mit dem großartigen Erbe der Stadt zu verbinden.“




