(JNS) Für die Bewohner Nordisraels ist der Alltag von ständiger Angst geprägt. Den ganzen Tag über heulen Sirenen. Das Dröhnen von Drohnen und Raketen durchbricht den Alltag. Familien rennen in Schutzräume, Kinder können nicht zur Schule gehen, und Eltern versuchen verzweifelt, irgendeine Form von normaler Arbeit aufrechtzuerhalten.
Sicherheit zu gewährleisten bedeutet, die Hisbollah von der Grenze wegzudrängen – mindestens bis zum Litani-Fluss. Nach dem Waffenstillstand vom 27. November 2024 hätte die Hisbollah den Wiederaufbau von Stützpunkten und Waffenlagern in diesem Gebiet stoppen, den Transfer von Raketen und Drohnen einstellen und ihre Angriffe auf Israel beenden müssen.
Doch die Realität sieht anders aus.
Vor zwei Wochen trat die Hisbollah – eine zentrale Säule der schiitischen Macht Irans in der Region – direkter in die Konfrontation mit Israel ein, verschärfte die Spannungen und destabilisiert die Grenze weiter.
Diplomatie könnte noch eine Rolle spielen. Ein ernsthaftes Eingreifen der libanesischen Regierung – politisch wie militärisch – könnte helfen, die Lage einzudämmen.
Aus diesem Grund wurde Ron Dermer, einer der erfahrensten israelischen Diplomaten, hinzugezogen. Seine tiefen Kenntnisse und das Ansehen, das er in Washington genießt, wo er als Israels Botschafter diente, machen ihn zu einer wichtigen Brücke für die schwierigen Entscheidungen, die bevorstehen.
Dies ist ein klares Signal an die libanesische Regierung: Entweder zeigt sie den Mut, die Verpflichtungen umzusetzen, die sie im Waffenstillstand vom 27. November 2024 eingegangen ist – nämlich die Hisbollah zu entwaffnen –, oder Israel wird keine andere Wahl haben, als selbst für Sicherheit im Südlibanon zu sorgen.
Es war die Regierung Biden, die nach den von der Hamas angeführten Angriffen vom 7. Oktober einen größeren Krieg stoppte – einen Konflikt, der die Macht der Hisbollah möglicherweise deutlich hätte reduzieren können.
Nun jedoch ist der Himmel über dem Nahen Osten erneut von den Rauchspuren von Raketen durchzogen – sowohl aus dem Iran als auch von der Hisbollah. Die Region steht am Rand folgenschwerer Entscheidungen.
Diese Entscheidungen folgen dem strategischen Kurs, den Israel nach dem 7. Oktober 2023 eingeschlagen hat. Zunächst versuchte Israel eine Strategie, die Abschreckung mit Diplomatie verband. Doch heute sieht sich Israel offen erklärten jihadistischen Bestrebungen gegenüber, den jüdischen Staat durch Terror zu zerstören.
Der Hisbollah-Führer Naim Qassem hat offen erklärt, dass seine Organisation auf einen langen Krieg vorbereitet sei.
Israel erwägt seinerseits eine Bodenoffensive, um die Hisbollah von der Grenze zurückzudrängen und ihre militärische Infrastruktur – Waffenlager, Kommandozentren und Tunnel – zu zerstören.
Reservisten, die erst vor Kurzem aus dem langen Krieg gegen die Hamas zurückgekehrt sind, wurden erneut einberufen. Es gab bereits Tote und viele Verwundete.
Die israelische Armee hat Zivilisten im Südlibanon, die nicht an den Kämpfen beteiligt sind, aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Bis zu eine Million Menschen sind auf der Flucht. Gleichzeitig geht Israel vorsichtig mit staatlicher libanesischer Infrastruktur um, die nicht der Hisbollah gehört; auf Wunsch Washingtons wird der Flughafen von Beirut verschont.
IDF-Generalstabschef Eyal Zamir sprach von der Notwendigkeit einer „besseren Vorbereitung auf neue offensive und defensive Szenarien“.
Im Beiruter Stadtteil Dahieh – der Hochburg der Hisbollah-Führung – ist der Himmel erneut von Rauch geprägt. Ein Gebäude wurde zweimal getroffen.
Ein Abkommen mit der Hisbollah wird es nicht geben. Israels Ziel ist vielmehr die Zerschlagung einer Organisation, die seit 1983 Gewalt im Nahen Osten und darüber hinaus verbreitet hat – Amerikaner und Israelis tötete, Anschläge von Buenos Aires bis Burgas verübte und Israel mit Tausenden Raketen und Flugkörpern übersättigte.
Schon am Tag nach dem Massaker vom 7. Oktober eröffnete die Hisbollah das Feuer auf Nordisrael – mit Raketen und Artillerie. Die Absicht war klar: eine tödliche Zangenbewegung, um Israel zu vernichten.
Die Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die Hisbollah direkt zu konfrontieren – einschließlich der Eliminierung ihres langjährigen Anführers Hassan Nasrallah – war daher von entscheidender Bedeutung.
Doch die schiitische Hydra hat viele Köpfe. Die Hisbollah bleibt tief im regionalen Netzwerk Irans verankert.
Israel scheint nun entschlossen, diese Bedrohung endgültig zu beseitigen.





Wenn der Nachschub (ideologisch, militärisch und finanziell) aus dem Iran ausbleibt, wird sich auch die Hisbollah wieder auflösen. Ich glaube, die von der vormaligen sogenannten ‚Achse der Widerstands‘ wissen alle schon, dass die Reise für sie jetzt zuende ist.
Es werden sich immer mehr Kämpfer von diesen Organisationen lösen und wieder eigene Wege gehen, denn durch die tatsächlichen Geschehnisse vor Ort erweisen sich alle ihre Glaubenssätze im Kern als irrig und falsch. Sie werden keine andere Wahl haben, als ihre Ideologie abzustreifen und das alles hinter sich zu lassen.
Dann werden sie wieder nüchtern sein von ihrem Zorn- und Taumelwein und sich werden selbst wissen, was sie getan haben und deswegen in Schande enden. Sie hielten sich für die Speerspitze aller Gläubigen und erweisen sich am Ende als die, die am weitesten vom Weg abgeirrt sind. Das gilt für alle Jihadisten und ihre Hintermänner, die die Ideologie bereitstellen und die unwissenden jungen Menschen zu den Abtrünnigen machen, die sie geworden sind.