Guten Morgen liebe Leser!
So schnell, wie das Wochenende kam, ist es auch schon wieder vergangen. Es war ein sehr angenehmes Wochenende, endlich haben wir wieder damit begonnen, im Garten zu sitzen. Am Freitag war das Wetter so angenehm, dass ich zu Fuss zum Supermarkt gegangen bin, um noch ein paar Sachen einzukaufen. Ich gehe sehr gerne durch unseren Stadtteil, er liegt am Stadtrand, man hat einen wunderbaren Blick auf die Natur, wie Sie es auch auf dem heutigen Titelbild sehen können. Das Wetter wird in dieser Woche durchwachsen sein, morgen soll es wieder regnerisch werden, aber ab Mittwoch gehen die Temperaturen dann wieder nach oben. Interessant ist jetzt die Frage, wie das Wetter zu Purim werden wird, denn oft ist es ausgerechnet dann verregnet.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Meist bewölkt mit der Möglichkeit von vereinzelten leichten Regenschauern im Norden und Zentrum des Landes. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.645 m unter dem Meeresspiegel.
An diesem Wochenende habe ich mich nicht von den Nachrichten isoliert. Es ist einfach viel zu spannend mit den ganzen Affären, den Festnahmen so vieler daran Beteiligter. Und dann kam noch die Meldung über die amerikanische Botschaft. Am Freitag wurde in den Medien berichtet, dass die USA ihre Botschaft nun doch schon in diesem Jahr nach Jerusalem verlegen wollen, und zwar genau am 14. Mai, 70 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel. Ich dachte mir, wie jetzt die Reaktionen darauf sein werden, in Europa und besonders hier bei uns. Auch erinnerte ich mich an die Aussage Netanjahus bezüglich eines Umzugs der amerikanischen Botschaft noch in diesem Jahr und das “Nein”, das er dafür aus den USA bekam (Artikel). Danach sagte Donald Trump, dass die Botschaft bis Ende 2019 nach Jerusalem verlegt werde. Und jetzt soll es schon in weniger als drei Monaten geschehen. Aber Trump hält ja sein Wort, Mai 2018 ist tatsächlich vor Ende 2019. Für Netanjahu kommt die Meldung über die Verlegung der Botschaft natürlich gerade recht, jetzt, wo eine Affäre nach der anderen ihn immer weiter in die Ecke zu treiben scheint, aus der es kaum noch einen Ausweg zu geben scheint. Allerdings macht auch jetzt noch einen sehr selbstsicheren Eindruck, während man sich in der Opposition schon aufwärmt, um fit für den Wahlkampf zu sein, der ihrer Meinung nach jeden Moment beginnen könnte. Gestern wurde im Fernsehen das Ergebnis einer neuen Umfrage veröffentlicht, das eigentlich ein anderes Bild zeigt Dort hat Netanjahu und der Likud weiterhin die Nase vorn, dahinter dann Yair Lapid mit seiner Partei Jesh Atid und etwas weiter dahinter dann die Avi Gabai mit der Zionistischen Liste. Die Bürger scheinen also Netanjahu weiterhin zu glauben. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergehen wird.
In Tel Aviv wurde auch gestern wieder demonstriert. Im Süden Tel Avivs demonstrierten um die 20.000 Menschen gegen die Ausweisung der illegalen Einwanderer aus Afrika und für den Süden Tel Avivs. Darüber wurde auch heute früh im Frühstücksfernsehen gesprochen. Ich dachte immer, dass die Menschen, die jetzt ausgewiesen werden sollen, nicht als Flüchtlinge anerkannt wurden, aber das ist gar nicht der Fall. Viele von ihnen warten schon seit mehreren Jahren auf eine Antwort ihres Antrags. Man sollte Anträge natürlich vorher bearbeiten, bevor man sich entschließt, jemanden auszuweisen, in ein sogenanntes Drittland zu schicken. Keine leichte Situation.

Einer der afrikanischen vor der Ausweisung stehenden illegalen Einwanderer sagte auf der Demonstration, dass er es sich nicht ausgesucht hätte, in den Süden Tel Avivs zu kommen. Ein Fürsprecher der Ausweisung sagte heute früh im Fernsehen, dass viele Organisationen, auch aus Deutschland, Geld für die Flüchtlinge spenden würden, dann könne man sie doch auch nach Deutschland schicken, wenn man sich dort so sehr um sie sorge. Deutschland sei doch so gastfreundlich Flüchtlingen gegenüber. Da konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen, warum eigentlich?
Eine neue Woche hat begonnen, es wird mit Sicherheit keine langweilige Woche werden. Wie wird es mit den ganzen Affären, den Akten 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000, 7000…, oh entschuldigen Sie mich, ganz so schlimm ist es noch nicht, wie wird es damit weitergehen? Werden bald die ersten illegalen Einwanderer abgeschoben werden? Wie wird die Welt auf die Verlegung der US-Botschaft reagieren? Alles weitere in unseren täglichen Meldungen. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, noch einen angenehmen Sonntag und uns in Israel eine gute und hoffentlich friedliche neue Woche. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




