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In der Bibel waren Geiseln immer ein Vorwand für Krieg

Die nächsten vier Tage werden im Volk Israel keine leichten Tage sein. An jedem Tag sollen um zehn israelische Geiseln aus dem Gazastreifen freigelassen werden, Babys, Kinder, Mütter und Frauen. Ein Medienszenario, das Israels Bevölkerung emotionell bewegen wird.

Krieg
Israel wartet auf die Rückkehr der Geiseln. Bild: Yonatan Sindel/Flash90 *** Local Caption *** דגל ישראל תמונות נעדרים לוח מודעות מלחמה

Wenn die israelische Führung nicht aufpasst, wird der „kleine HitlerYahya Sinwar in Khan Yunis Israel in einen Psychoterror mit den israelischen Geiseln hineinziehen und taktisch gegen Israel ausspielen. Nach dem viertägigen Waffenstillstand und der Freilassung von 50 Israelis kann er plötzlich verkünden, er habe noch zehn Israelis gefunden, die er freilassen könne, aber Israel müsse dafür wieder in bar bezahlen. Das führt zu Spannungen in der israelischen Gesellschaft und in der Regierung. Was ist wichtiger? Der Krieg und die Vernichtung der Hamas oder die Freilassung der Geiseln? Laut einer aktuellen Umfrage des JPPI (Jewish People Policy Institute) glauben 78 % der israelischen Juden, dass sie den Krieg gewinnen werden und dass das Hauptziel des Krieges der Sturz der Hamas ist. Nur 14 % betrachten die Rückkehr der Geiseln als Sieg im Krieg.

Die israelische Regierung und der gesamte Sicherheitsapparat haben am 7. Oktober versagt und die Bürger Israels in der Stunde der Not im Stich gelassen. Neben den 1.200 Toten haben unsere Feinde über 200 Israelis in den Gazastreifen entführt, was den gesamten Krieg gegen das barbarische Hamas-Regime im Gazastreifen noch schwieriger macht. Am Ende muss sich die israelische Regierung entscheiden, was ihr wichtiger ist: die Freilassung aller israelischen Geiseln oder die Vernichtung der gesamten Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und im Ausland. Das ist keine leichte Entscheidung, das ist wahr, aber niemand will wirklich einen Waffenstillstand. Nicht die Soldaten, nicht die Wehrpflichtigen, nicht die Reservisten. Niemand will den Kampfgeist verlieren. Aber auf der anderen Seite werden Zivilisten in Gaza festgehalten, und das ist schlimm.

Der Kampfgeist muss erhalten bleiben. Israelische Soldaten im Flüchtlingslager Al-Shati im nördlichen Gazastreifen während einer israelischen Militäroperation im Gazastreifen, 16. November 2023. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Aus biblischer Sicht waren alle Gefangennahmen und Entführungen immer ein Vorwand für einen Krieg. Nicht nur das, auch der biblische Auszug aus Ägypten, eine geistliche Grundlage unseres Glaubens, auf der die meisten Feste Israels basieren, ist eine Erlösung und in gewisser Weise eine Befreiungsaktion Gottes. Die Kinder Israels waren damals Sklaven in Ägypten, und obwohl Gott durch Mose zunächst mit dem Pharao über die Freilassung der Geiseln verhandelte, befreite Gott sein Volk mit Macht.

Schon in der Bibel lesen wir, wie Abraham sein Leben aufs Spiel setzte und für seinen Neffen Lot in den Krieg gegen die vier Könige von Kanaan zog. Diese entführten Lot und andere aus seiner Familie und nahmen sie gefangen. Dies geschah in der Nähe des Toten Meeres bei Sodom und Gomorra.

„Als nun Abram hörte, dass sein Bruder gefangen sei, bewaffnete er seine 318 erprobten Knechte, die in seinem Haus geboren waren, und jagte jenen nach bis Dan. Und er teilte seine Schar nachts auf und überfiel sie mit seinen Knechten und schlug sie und verfolgte sie bis nach Hoba, das zur Linken von Damaskus liegt. Und er brachte alle Habe wieder; auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe, die Frauen und das Volk brachte er wieder. “ (1. Mose 14: 14-16)

In einer anderen Geschichte später, als das Volk Israel noch in der Wüste unterwegs war, hat der kanaanitische König von Arad Kundschafter aus dem Volk Israel entführt und gefangen genommen. Und was machten die Kinder Israels damals? Sie zogen gegen den König von Arad in den Krieg und beschlagnahmten seine Städte.

Und Israel machte Gott ein Gelübde und sprach: „Wenn du dieses Volk in meine Hand gibst, so will ich an ihren Städten den Bann vollstrecken! Und Gott erhörte Israels Stimme und gab die Kanaaniter in ihre Hand, und Israel vollstreckte an ihnen und an ihren Städten den Bann und hieß den Ort Horma.“ (4. Mose 21: 2,3)

Auch von David wird berichtet, bevor er König von Israel wurde, dass er und seine Männer die Entführer verfolgten und die Geiseln, Kinder, Mütter und Männer zurückbrachten, als die Amalekiter seine Stadt Ziklag im Süden Israels überfielen und ihre Frauen gefangen nahmen. Dieses biblische Szenario erinnert an den barbarischen Überfall der Hamas am 7. Oktober im Süden, als Israels schlimmste Feinde, die Amalekiter, nach Israel einfielen.

„Als nun David samt seinen Männern zur Stadt kam, siehe, da war sie mit Feuer verbrannt, und ihre Frauen, ihre Söhne und Töchter waren gefangen weggeführt worden. Da erhoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten. Auch die beiden Frauen Davids, Achinoam, die Jesreelitin, und Abigail, die Frau Nabals, des Karmeliters, waren gefangen weggeführt worden. Und David war sehr bedrängt, denn das Volk wollte ihn steinigen, weil die Seele des ganzen Volks erbittert war, jeder wegen seiner Söhne und wegen seiner Töchter. David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott.“ (1. Samuel 30: 3-6)

Nach der Katastrophe schreit König David zum Himmel. Seine ganze Familie ist in Gefangenschaft geraten, alle Männer sind niedergemetzelt worden. Und das Volk Israel will seinen König töten, weil ihr Volksführer und seine Armee völlig versagt haben. Wo war die Sicherheit? Wo waren die Soldaten? Wo war der Geheimdienst? Wo war der König? Wie war es möglich, die Stadt Ziklag im Negev zu erobern? Das ganze Versagen und der Mangel an Sicherheit wird König David vom Volk vorgeworfen. Und was macht König David? Er tut Buße und stärkt sich im Herrn, dem Gott Israels. Er erkennt, dass er und sein Volk gesündigt haben.

Hat keine Reue gezeigt. Benjamin Netanjahu. Foto: Dana Kopel/POOL

Das Volk Israel ist heute in einer anderen Situation und versucht, mit seinen Feinden auf diplomatischen Umwegen einen Geiselaustausch zu erreichen. Das will ich nicht kritisieren, das liegt in den Händen der israelischen Führung. Laut derselben Umfrage haben heute nur noch 30 % der israelischen Bevölkerung Vertrauen in Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Er hat bisher keine Reue gezeigt, sondern die Schuld für die Katastrophe mehr oder weniger elegant auf seine Umgebung geschoben. Dagegen ist das Vertrauen in den israelischen Generalstab und die Kommandanten sehr hoch (86 %), obwohl auch die Armee am 7. Oktober versagt hat. Aber die Armee ist das Volk, und das Volk will die Amalekiter im Gazastreifen vernichten. Und jetzt fürchtet man, dass der Geiselaustausch, der an sich wichtig ist, alles vermasseln wird. Israels Kriegspläne werden nicht umgesetzt, der Kampfgeist im Volk kühlt ab und nicht alle Geiseln werden freigelassen. In diesem Szenario hat Israel wieder einmal verloren, und das ist es, wovor die meisten Menschen im Volk Angst haben.

Das haben Abraham, Moses und David von Anfang an verstanden und deshalb ihre Geiseln im Krieg befreit. Damit ist automatisch eine gewaltige Abschreckungsstrategie gewonnen, die für die nötige Ruhe gegenüber den Feinden sorgt. Das muss Israel um jeden Preis anstreben, sonst wird keine Ruhe im Land einkehren. In der Befreiungsaktion von Entebbe 1976 befreite Israel 102 überwiegend israelische Geiseln aus Uganda, darunter die Besatzung der Air France. Das machte Israel berühmt und die arabischen Nationen hatten Angst, sich mit Israel anzulegen. Das ist der Moment, zu dem Israel zurückkehren muss. Heute sieht es so aus, als wolle der „kleine Hitler“ Israel in eine Falle locken. Es sei denn, die israelische Regierung und das Militär werden uns überraschen und mit Gottes Hilfe und Gnade zu einem kreativen und überraschenden Sieg führen. „Und dann ruhte das Land wieder vierzig Jahre“. Das ist alles, worum ich bitte.

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Patrick Callahan

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4 Kommentare zu “In der Bibel waren Geiseln immer ein Vorwand für Krieg”

  1. Andreas Johannson sagt:

    Ich möchte nicht urteilen und auch nicht vorschreiben wie Israel zu handeln hat.

    Dem IDF wird durch diese Waffenruhe eventuell ein militärischer Schaden zugefügt weil die Hamas Zeit bekommt um sich neu zu strukturieren bzw. zu sortieren. Die israelische Armee ist überlegen und kann diese Pause verkraften aber militärisch war sie die handelnde Kraft und muss nun den Druck rausnehmen.

    Menschlich, diplomatisch steht es Israel besser zu Gesicht eine Waffenruhe zuzulassen auch wenn diese Geste von den propalästinensischen Geldgeber Regierungen in Europa (Deutschland, Frankreich, Niederlande usw.) nicht lange geschätzt werden wird.

    Israel muss die Hamas im Gazastreifen besiegen bzw. weitestgehend um dann den Gazastreifen gegen den Willen der Welt wieder in Besitz nehmen.

    Damit gibt es keinen Frieden aber Raketen aus Ägypten oder Libanon anzufeuern ist diplomatisch etwas anderes als aus einer autonomen Zone die kein Staat ist.

  2. atelier sagt:

    und ewig grüßt das Murmeltier….. es ist kaum zum aushalten.. Israel lässt sich wieder erprssen… Israel weiß ja nicht mal genau wen die Psychopathen gefangen halten… anstatt endlich einmal konsequent durchzugreifen lässt sich die Regierung wieder von Biden erpressen…ein Waffenstilstand mit der Hamas hat noch nie jemand ausser der Hamas irgendwas gebracht…..Bin gespannt wie lange das die Soldaten der IDF mitmachen

  3. marie.luise.notar sagt:

    DIESER ARTIKEL bringt die SAche glasklar auf den Punkt: Wenn Israel einen klaren Sieg einfahren will, dann NUR MIT GOTTES HILFE und mit den entsprechenden geistlichen „Vorarbeiten“..Umkehr, Buße, vor dem Allmächtigen auf die Knie gehen….wiiiie lange wartet Gott wohl schon darauf ?????

  4. j-glaesser sagt:

    (Palästinenser: 24 Frauen und 15 Jugendliche kommen aus israelischen Gefängnissen frei – für 13 israelische Geißeln)
    (17.11.2023 Scholz und Erdogan)
    Kanzler Scholz betonte zugleich, dass jedes Leben gleich viel wert sei: „Auch das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung in Gaza bedrückt uns.“ Deutschland sei der größte Geber humanitärer Hilfe und habe die humanitäre Hilfe in diesem Jahr noch einmal auf mehr als 160 Millionen Euro erhöht.
    Der Kanzler wies erneut auf die Notwendigkeit einer langfristigen politischen Lösung des Nahostkonflikts hin: „Eine Zwei-Staaten-Lösung bleibt für uns das Ziel.“ (Quelle: bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kanzler-scholz-erdogan)
    – Wenn jedes Leben gleich viel wert sei, warum wird dann 1:3 getauscht. Nach meiner Ansicht ist dann ein jüdisches Leben gleich wert von drei arabisch palästinensischen Leben! Lieber Herr deutscher Bundeskanzler Scholz – ist meine mathematische Rechnung richtig?! Oder gelten hier die Gesetze des Suq?!

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