Guten Morgen Israel – Unser neuer Alltag

Es hilft nichts, wir müssen uns an den neuen Alltag gewöhnen und ihn akzeptieren.

Guten Morgen Israel – Unser neuer Alltag
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Und wieder beginnt ein neuer Tag. Jeden Morgen, wenn ich mein Laptop für einen neuen Arbeitstag am Küchentisch anschalte, überlege ich, was meine ersten Zeilen sein werden. Mein erster Gedanke dabei ist meistens “bloß nicht Corona”, darüber haben wir wirklich genug geschrieben, oder? Und dann versuche ich, an ein anderes Thema zu denken, das uns Israelis zurzeit in unserem Alltag beschäftigt, etwas, das nichts mit diesem Virus zu tun hat. Und dann, nach dem “Boker Tov liebe Leser” mache ich erstmal eine Pause.

Ich schalte den Fernseher ein in der Hoffnung, von dort eine Idee für ein Thema zu finden, das nichts mit Corona zu tun hat. Dort wird gerade über die mögliche Rückkehr der Schüler der Mittelstufe, die seit acht Monaten mehr oder weniger per Zoom von zu Hause aus lernen. Dann wird über ein weiteres Abkommen Israels für den Kauf von Impfstoffen gegen Corona berichtet. Wir sollen nun auch den Impfstoff aus England bekommen. Nun könne sich bald jeder Bürger des Landes gegen Corona impfen lassen, hieß es in  den Nachrichten. Schon ab Januar würde die erste Lieferung des Impfstoffes in Israel ankommen. Einen Impfzwang werde es nicht geben. Eine weitere Meldung handelt von den weiterhin geschlossenen Einkaufszentren. Am Freitag hatten sechs von ihnen, unter anderem auch unser Einkaufszentrum in Modiin, ihre Tore entgegen den Anweisungen geöffnet. Doch nicht alle Geschäfte schlossen sich dieser Art des Protestes an, die am Ende eh mit einer Geldstrafe und der Anordnung zu schließen, enden würde. Auch Kunden gab es kaum. Nach zwei Monaten, in denen alle Einkaufszentren schlossen sind, scheint man sich an diese neue Realität gewöhnt zu haben. Und auch fehlt vielen Menschen das Geld, nachdem sie durch Corona ihren Arbeitsplatz verloren hatten oder in den unbezahlten Urlaub geschickt wurden.

Gegen die Anweisungen. Das Einkaufszentrum in Ramat Gan war am Freitag geöffnet. Doch die meisten Geschäfte blieben geschlossen.

Gestern machten die meisten Betreiber der Einkaufszentren einen Rückzieher und erklärten, sich nach den Anweisungen des Gesundheitsministeriums zu verhalten. Und unser Gesundheitsminister erklärte gestern, dass die Regierung sich zu entscheiden habe, entweder die Schulkinder zurück in die Schulen zu bringen, oder die Einkaufszentren zu öffnen. Beides auf einmal ginge nicht. Was ist nun wichtiger, Bildung oder Handel?

Wie Sie sehen, liebe Leser, habe ich es aufgegeben, ein Thema zu suchen, das nichts mit Corona zu tun hat. Wenn Sie eine Idee oder auch eine Frage haben, dann schreiben Sie uns doch in der Kommentarfunktion unter diesem Artikel.

Ich muss mich wohl damit abfinden, dass unser Leben in diesen Monaten und was weiß ich, für wie lange noch, nur von Corona beeinflusst wird. Corona  beherrscht uns in fast jeder Situation des täglichen Lebens. Wir leben in einem neuen Alltag. Es hat momentan keinen Sinn, auf die Rückkehr in den uns gewohnten Alltag zu warten, wir müssen versuchen, mit diesem neuen Alltag zurechtzukommen. Und genau das machen wir ja eigentlich schon seit einer recht langen Zeit. Die Zahl der täglichen Neuinfizierungen ist in den letzten Tagen sehr stabil und liegt meistens so zwischen 600 und 800. Damit könnte man leben, sagt man. Und das ist wohl auch der Grund, dass man mit weiteren Erleichterungen so zögert, man möchte die Lage nicht wieder verschärfen. Aber auch das hat einen Preis, viele Menschen gehen dann nicht wegen des Virus zugrunde, sondern wegen der Maßnahmen. Was für ein Dilemma.

Wissen Sie was? Ich habe doch ein Thema für Sie, das nichts mit Corona zu tun hat. Heute Abend um 18 Uhr deutsche Zeit werden wir in der Redaktion Mohammad Massad begrüßen. Mohammad war als Jugendlicher in terroristischen Aktivitäten gegen Israelis beteiligt und saß dafür sieben Jahre in israelischen Gefängnissen (siehe Artikel). Heute lebt er in Haifa, ist verheiratet und Vater von sieben Kindern und ein Freund Israels. Heute Abend wird er uns seine Geschichte erzählen und Sie, liebe Leser, können per Zoom mit dabei sein und Fragen an Mohammad stellen. Mehr darüber gibt es hier. Ich würde mich freuen, Sie heute Abend aus Jerusalem begrüßen zu können.

Und nun zu einem weiteren Thema, dass nichts mit Corona zu tun hat, das Wetter.

Sonnenuntergang in Bat Yam, gestern

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter. Für die Jahreszeit normale Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Beersheva 25 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei  – 209.98 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 118 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Und mit diesen guten Nachrichten vom See Genezareth wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen wunderbaren Montag. Machen Sie es gut. Sehen wir uns heute Abend?

 

Schalom aus Modiin!

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