Angst vor dem Unbekannten

Für gestern wurden 507 Neuinfizierungen mit dem Coronavirus gemeldet und wieder scheinen wir Angst vor dem Unbekannten zu haben. Geht nun das Ganze wieder von vorne los?

Machane Jehuda Markt, Jerusalem Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Gute Morgen liebe Leser!

Irgendwie scheinen wir wieder an fast dem gleichen Punkt zu sein, an dem wir uns vor etwas mehr als einem Jahr befanden, als das Coronavirus begonnen hatte, sich bei uns im Land auszubreiten. In der ersten Welle im April 2020 lag die Rekordzahl der täglichen Neuinfizierungen bei um die 700. Das Land war in Panik. Es war in erster Linie die Angst vor dem Ungewissen, die schließlich zu den Einschränkungen führten. Aber das war erst der Anfang. Wir alle wissen, wie es weiterging. Ein Jahr später feierten wir dann das Ende von Corona. Aber wir scheinen uns zu früh gefreut zu haben. Für gestern wurden 507 Neuinfizierungen gemeldet, die höchste Zahl seit drei Monaten.

Eigentlich wollte ich nicht mehr über Corona schreiben, auch ich hatte mit dem Thema abgeschlossen. Wir haben hier genug andere Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Aber auch in den Nachrichten hat Corona wieder Einzug gefunden, es ist zu einem der Hauptthemen geworden. Wieder werden die Gesundheitsexperten, die im vergangenen Jahr Berühmtheit erlangt haben, in die Fernsehstudios eingeladen.

Heute wird das sogenannte Corona-Komitee der Knesset wieder zusammenkommen, um über die nächsten Schritte zu beraten. Mögliche neue, alte, Einschränkungen, sollen diskutiert werden. Fängt nun wirklich alles wieder von Vorne an? Nicht unbedingt. Denn nicht alles ist so, wie es im letzten Jahr war. Fünfeinhalb Millionen Israelis sind gegen Corona geimpft worden, daher wird kaum jemand so richtig krank. Die Zahl der schwer Erkrankten bleibt weiterhin sehr niedrig im zweistelligen Bereich. Diesmal ist es die sogenannte Delta-Variante aus Indien, die sich ausbreitet. Unserem Gesundheitsministerium zufolge ist die Impfung „nur“ zu um die 60 Prozent gegen diese Variante wirksam, verhindert aber zu 93 Prozent eine schwere Erkrankung. Ist diese neue Panik also berechtigt?

Alltag auf dem Carmel Markt in Tel Aviv, wird die Angst vor der indischen Variante zu neuen, alten Einschränkungen führen?

Dazu gibt es keine Antwort. Niemand kann jetzt sagen, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Was man wohl mit Sicherheit sagen kann ist, das Corona bei uns ist, um zu bleiben. Wir müssen es nur noch etwas besser kennenlernen. In Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson gestern den 19. Juli zum „Tag der Freiheit“ erklärt. An diesem Tag werden alle noch bestehenden Einschränkungen beendet werden, das Vereinigte Königreich kehrt dorthin zurück, wo es vor Beginn der Coronakrise war. Corona wird dann wie ein weiteres Grippevirus behandelt werden. Wer kranke ist, ist eben krank. Die Zahlen der täglichen Neuinfizierungen in Großbritannien liegen bei mehreren Zigtausend und niemand interessiert es mehr. Vielleicht ist das die richtige Einstellung? Niemand kann daraus eine Antwort geben. Die Zukunft wird es zeigen.

Ich persönlich denke, dass man die Bemühungen im Kampf gegen Corona auf die Maßnahmen an unseren internationalen Flughäfen beschränken sollte, um die Einfuhr weiterer Varianten zu verhindern. Ich denke, dass es in diese Richtung gehen wird. Auch wird bei uns von einer möglichen dritten Impfung gesprochen.

Und jetzt beende ich dieses Thema erstmal wieder. Das Leben hier in Israel ist auch jetzt völlig normal, alles ist geöffnet, es gibt keine Einschränkungen. Also, bleiben wir optimistisch.

Bei uns gibt es keine Einschränkungen, wie man es hier bei einem Konzert eines bekannten israelischen Sängers sehen kann.

Und jetzt das Wetter:

Das Wetter für heute in Israel

Wie es sich für den Sommer gehört, ist das Wetter heute nicht viel anders als in den letzten Tagen. Es wird auch heute teilweise bewölkt bis heiter sein und warm. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt jetzt bei – 209,64 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 84 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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