Themen: Guten Morgen

Kein guter Morgen

Eine sehr schlechte Nacht liegt hinter uns, die wir zum Teil im Sicherheitsraum verbracht haben.

Kein guter Morgen
Flash90

Bild: Ein von einer Rakete zerstörtes Haus in der Stadt Jehud

 

Guten Morgen liebe Leser!

Einen Teil der Nacht verbrachten wir im Sicherheitsraum

Ich brauchte einige Zeit, um zu entscheiden, Sie trotz der angespannten und nicht guten Situation hier bei uns mit einem “Guten Morgen” zu begrüßen. Aber wie sie sehen, wünsche ich ihnen dennoch einen guten Morgen.

Den heutigen Tag beginne ich, wie Sie sicher bemerkt haben,  viel später als gewöhnlich. Das liegt daran, dass wir in der vergangenen Nacht kaum geschlafen haben. Es war Punkt 3 Uhr als uns die Sirene aus dem Schlaf riss. Völlig automatisch standen wir auf, ich ging in das Zimmer unserer Tochter, um sie aus dem Bett zu ziehen und dann befanden wir uns schon im Sicherheitsrum unserer Wohnung. Dieser Sicherheitsraum ist auch das Zimmer unserer Söhne. Es ist in der Woche leer, da unser jüngster Sohn bei der Armee ist und unser Ältester ja eh schon aus dem Haus ist. Er wohnt zurzeit noch in Tel Aviv und hatte eine noch schlechtere Nacht als wir.


So hörte sich die Sirene an, als wir im Sicherheitsraum waren

Das Video stammt vom ersten Alarm, den es hier bei uns in Modiin gab, wir wurden von der Hamas als das Vorspiel ausgewählt, die Sirenen ertönten um 20:45 Uhr vor der großen Show, die pünktlich und wie angekündigt um 21 Uhr begann mit massiven Raketenangriffen auf Tel Aviv und der Umgebung. Keine Stadt im Zentrum wurde ausgelassen. Der Hamas ist es gelungen, uns zu überraschen. Auf einmal wurden unsere ganzen Schwächen und Mängel freigelegt. In Tel Aviv gibt es in den alten Häusern keine Sicherheitsräume. Unser Sohn musste bei jedem Alarm mit seiner Freundin und den zwei Hunden zusammen mit den Nachbarn  im Treppenhaus warten, bis es wieder ruhig wurde. Und um 3 Uhr ging das ganze dann noch einmal los. In Modiin gab es zum Glück nur einen Alarm, in Tel Aviv ertönten die Sirenen viermal.

Leider haben wir auch Opfer zu beklagen. In Ashkelon kamen zwei Frauen ums Leben, beim ersten Anschlag auf das Zentrum Israels wurde eine weitere Frau durch eine Rakete getötet und in der Nacht kam in der Stadt Lod ein arabisch-israelischer Vater mit seiner Tochter ums leben.

Mehr darüber in unserer Berichterstattung hier auf der Seite und auch in unserer Telegram-Gruppe.

So sehen die Raketenalarme im Fernsehen aus, sie werden von der Heimatfront der israelischen Armee verwaltet

So richtig gut geschlafen hat als kaum jemand in der Nacht. Und wie zu Coronazeiten waren die Straßen heute früh wieder leer, es gab keine Verkehrsstaus. Denn viele Eltern haben heute keine andere Wahl und müssen zu Hause bei ihren Kindern bleiben, da heute der Schulunterricht natürlich ausfällt.

Wer hätte gedacht, dass wir uns nach der Freude über das Ende der Coronakrise jetzt schon wieder mitten in unseren alten Problemen befinden. Die Frage ist nun, wie wir diesmal damit fertig werden, wie diese Runde beendet werden wird. Jede Reaktion löst eine Reaktion der anderen Seite aus.  ich hoffe, dass wir bald wieder ruhige Nächte haben werden. Aber das könnte noch eine Weile dauern.

Das Wetter sparen wir uns heute einfach mal, es ist zu dieser Zeit eh immer warm, die Sonne scheint, es könnte ein wunderbarer Tag werden. Doch leider müssen wir erst mit der momentanen Krise und der Hamas fertig werden.

Heute Abend sind Sie übrigens alle bei unserem Chefredakteur viel Schneider eingeladen. per zoom wird er versuchen, Ihnen die verzwickte Situation, in der wir uns befinden, zu erklären. Um mit dabei zu sein, klicken Sie um 20 Uhr deutsche Zeit einfach HIER, dann werden sie zu Zoom weitergeleitet. Wir würden uns freuen, Sie heute Abend begrüßen zu können.

Ich wünsche ihnen und uns einen guten und friedlichen Tag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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