Guten Morgen Israel – Corona ist ein Teil von uns

Die Sommerferien sind vorbei, das Festival des ersten Schultags liegt hinter uns, der “Alltag” kann beginnen.

Guten Morgen Israel – Corona ist ein Teil von uns
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Gestern wurde während des ganzen Tages vom Beginn des neuen Schuljahres berichtet. Jede Nachrichtensendung begann mit Bildern aus verschiedenen Schulen im Land. Auch die Politiker nutzten diesen besonderen Tag und zeigten sich bei ihren Besuchen in den Klassenzimmern. So ist es jedes Jahr, eine gelungene Eröffnung des neuen Schuljahres ist immer eine gute Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Das macht eben einen guten Eindruck.

Ministerpräsident Netanjahu und Bildungsminister Galant besuchen eine Schulklasse

Aber wie man auf dem Bild sehen kann, ist leider alles anders als wir es gewohnt waren. Wir leben in der Corona-Realität und versuchen, dies als die neue Normalität zu akzeptieren. Denn wir haben keine andere Wahl. Mittlerweile ist uns allen klargeworden, dass Corona uns noch lange begleiten wird.

So wird versucht, mit diesem Virus zu leben, ihn als Teil des täglichen Lebens anzusehen. Das Tragen der Maske in der Öffentlichkeit ist bei den meisten von uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Am Ausgang unserer Wohnung haben wir unsere „Corona-Ecke“ mit einer Auswahl von Masken in verschiedenen Farben und Alkogel zum Desinfizieren. Beim Verlassen des Hauses nimmt sich jeder eine Maske seiner Wahl, ich bin auf die schwarzen Masken umgestiegen (siehe Foto oben), unsere Tochter zeigt sich gerne mit einer rosafarbenen Maske.

Allerdings ist mir gestern eine kleine Panne passiert, die mir woanders vielleicht teuer zu stehen gekommen wäre. Auf dem Weg in die Stadt hielten wir kurz vor unserem kleinen Einkaufszentrum im Stadtteil, um etwas Bargeld aus dem Geldautomaten zu holen. Ich parkte am Straßenrand, ging etwa 100 Meter zum Geldautomaten und dann wieder zurück zum Auto. Erst dann bemerkte ich, dass etwas an mir fehlte, die Maske! Wie konnte ich die vergessen? Wir leben in einer verrückten Zeit.

Gestern, ausgerechnet zum ersten Schultag, wurde in Israel ein neuer Rekord gebrochen, auf dem niemand stolz sein kann. 2180 Menschen haben sich an einem Tag mit dem Coronavirus infiziert! Ich erinnere mich an die Zeit des Lockdowns im März und April, damals lag der Rekord bei um die 700 Neuinfizierungen pro Tag. Gerne würden wir heute Zahlen wie diese sehen. Aber man merkt auch, wie versucht wird, diesen neuen Rekord zu ignorieren, er wurde in den Medien kaum erwähnt. Corona ist nicht mehr das erste Thema in den täglichen Nachrichtensendungen. Es wird als ein Teil von uns hingenommen. Ist das der richtige Weg? Das wird uns erst die Zukunft zeigen.

In Eilat, Israels Touristenstadt, die während der ersten Corona-Welle so stark leiden musste, als alle Geschäfte und Hotels geschlossen waren, erlebt in diesen Tagen eine wahre Renaissance. Massenweise strömen die Israelis jetzt statt zum Duty Free auf dem Flughafen in die Stadt am Roten Meer, um dort ihre Einkaufssucht zu stillen. Denn in Eilat kann man ohne Mehrwertsteuer einkaufen, das erinnert an den Duty Free, ein guter Ersatz also. Viele kommen für nur einen Tag nach Eilat, um zu shoppen, die Einkaufszentren verzeichnen einen Anstieg von bis zu 30 Prozent in den Verkäufen. Vor fünf Monaten glich Eilat einer Geisterstadt, 70 Prozent der Bürger waren ohne Arbeit.


Eine Hotelkette in Eilat veranstaltet “Balkon-Konzerte” und möchte damit die Gäste anlocken. Gerade jetzt, wo es noch keine öffentlichen Veranstaltungen gibt, keine schlechte Idee.

Mich persönlich reizt es überhaupt nicht, ausgerechnet jetzt zu verreisen. Seit einem Jahr habe ich das Land nicht mehr verlassen, na und? Wir schätzen unser Zuhause und warten einfach bis dieser ganze Spuk zu Ende sein wird. Die Gesundheit geht vor alles und wenn ich die Gefahr einer Ansteckung vermeiden kann, dann versuche ich das. Jeder ist für sich verantwortlich.

Ich frage mich nur, wann uns diese Hitze endlich verlassen wird. Heute soll der „kühlste“ Tag der Woche sein, ab morgen wird es dann immer heißer. Eine Erleichterung ist erst am übernächsten Wochenende in Sicht. Viel Erfolg.

Am Strand hält man es in der Hitze am besten aus, Tel Aviv

Das Wetter für heute in Israel

Auch heute wird es wieder sehr heiß werden, dennoch ist es der “kühlste” Tag dieser Woche, denn morgen geht es mit der Hitze so richtig los. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt bei – 209.53 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 73 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Mittwoch. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!