Guten Morgen Israel – Schneealarm

Ein paar Schneeflocken reichen, um die ganze Stadt ausflippen zu lassen

Guten Morgen Israel – Schneealarm
Eytan Schweber/TPS

Diesen Zirkus gibt es bei uns mindestens einmal im Winter. In den Nachrichten wird begeistert von der Chance auf etwas Schnee berichtet. Die Kinder sind voller Hoffnung und freuen sich auf einen freien Tag. Und tatsächlich sinkt die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Und dann gibt es am Ende keinen Niederschlag, also keinen Schnee.

In der vergangenen Nacht wurde Israel von einer massiven Kältewelle heimgesucht. Davor hatte es in den letzten Tagen sehr viel geregnet. Es war also durchaus logisch, von möglichem Schnee in Jerusalem zu sprechen.

Und dann kam der Morgen, kein Schnee!

Für jemanden wie mich, der in einem kälteren Klima aufgewachsen ist, war es um so frustrierender, dass der Unterricht in den Schulen Jerusalems trotzdem heute eine Stunde beginnen werden.

Warum?!

Es ist wirklich sehr kalt draußen, aber ohne auch nur einen Hauch von Eis oder einer Schneeflocke auf dem Boden.

Ein Wüstenvolk

Es handelt sich hier um eine Enttäuschung, mit der ich nicht nur dann zu tun haben, wenn es Hoffnung auf etwas Schnee gibt. Sogar ganz normale Regenfälle können das Verhalten der Israelis auf den Straßen drastisch verändern.

Vor Jahren war ich mit ein paar israelischen Freunden in einem Skigebiet in Colorado. Mein Freund hatte einen Teil seiner Kindheit in Kanada verbracht und war an den Schnee gewöhnt und war ein weitaus besserer Skifahrer als ich. Aber seine Kinder erlebten so viel Schnee zum ersten Mal und sie hatten Probleme, sich auf den Beinen zu halten.

„Wir sind eben ein Wüstenvolk“, sagte mein Freund und zuckte lächelnd mit den Achseln.

„Wüste“ ist ein relativer Begriff. Ein Großteil Israels befindet sich auf dem fruchtbaren Halbmond des Nahen Ostens, dass unter der Souveränität des jüdischen Staates wieder zu einem Paradies geworden ist. Dennoch bestehen 60 Prozent des Territoriums Israels aus Wüste und das ganze Land ist relativ trocken und durstig.

Die meisten Israelis haben tatsächlich wieder eine Mentalität des Nahen Ostens angenommen, wenn es um das Wetter geht, auch, wenn ihre Eltern von deutlich feuchteren und kälteren Orten hierher zurückgekehrt sind.

Und das ist der Grund, warum ich besorgt bin, wenn wir heute etwas später zur Schule und Arbeit fahren. Es brauchen nur ein paar Schneeflocken am Himmel erscheinen und die ganze Stadt Jerusalem wird ausflippen. Und dann werden alle auf einmal versuchen, schnell nach Hause zu kommen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meist bedeckt und kalt. Vom Norden bis zum Negev kann es zu vereinzelten Regenschauern kommen. In den höheren Lagen im Norden und Zentrum des Landeskann es etwas schneien. Auch in der kommenden Nacht bleibt es sehr kalt. Es besteht Frostgefahr. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 7 Grad, Tel Aviv 13 Grad, Haifa 10 Grad, Tiberias am See Genezareth 13 Grad, am Toten Meer 15 Grad, Beersheva 11 Grad, Eilat am Roten Meer 16 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um 8,5 Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –2.04 m unter dem Meeresspiegel.

Wer aber nun Schnee in Israel erleben möchte, kann in den Norden in die Golanhöhen fahren, dort hat es gestern tatsächlich geschneit. Das heutige Bild stammt von dort.

 

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Israel Heute – Redaktion einen wunderbaren Montag.

 

Schalom aus Jerusalem!

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