Gute Worte

Der Aussatz für böse Rede

von Michael Selutin | | Themen: Guten Morgen
Klagemauer Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Michael und Kinder

In unserem Thora-Wochenabschnitt Tazria-Metzora lesen wir lange Kapitel über einen ungewöhnlichen Aussatz:

„Und der Herr redete zu Mose und Aaron und sprach:

Wenn sich bei einem Menschen an der Haut seines Fleisches ein Hautmal oder ein Ausschlag oder ein heller Fleck zeigt, und es entsteht an der Haut des Fleisches eine Aussatz-Plage, so soll man ihn vor den Priester Aaron oder vor einen seiner Söhne unter den Priestern bringen. Und wenn der Priester das Aussatzmal an der Haut seines Fleisches besieht [und findet], daß die Haare im Mal weiß geworden sind, und daß das Mal tieferliegend erscheint als die Haut seines Fleisches, so ist es eine Aussatz-Plage; sobald der Priester das sieht, soll er ihn für unrein erklären.“

(3. Mose. 13 1-3)

Es folgen lange Erklärungen zum Umgang mit dieser Plage, aber es ist eine Plage, die wir heute überhaupt nicht kennen. Sie kommt auf der Haut vor, auf Kleidung und sogar Häusern und es ist nur die mündliche Überlieferung der jüdischen Tradition, die etwas Licht auf dieses merkwürdige Phänomen wirft. Die weisen Rabbis des Talmud erklären, dass es sich bei Tzaarat, wie der Aussatz in der Bibel genannt wird, um eine Konsequenz böser Rede (hebr. laschon hara) handelte. Ein Israelit, der schlecht über einen Mitmenschen sprach, wurde von diesem Aussatz heimgesucht, der abhängig von der Schwere seines Vergehens bei ihm selbst, seiner Kleidung, oder seinem Haus auftrat. Es ist nicht bekannt, seit wann es Tsaarat nicht mehr gibt, aber wir wissen, dass die Ursache, die böse Rede, sicherlich noch sehr verbreitet ist.

In der Knesset kommt es oft zu lautstarken Diskussionen mit unschönen Worten

Im Judentum ist die Vermeidung der bösen Rede ein sehr großes Thema, über das viele Bücher geschrieben wurden, besonders bedeutsam war das Buch „Chafetz Chaim“ von Rabbi Israel Meir Kagan, das die Gebote und Verbote der Rede erläutert und von Juden weltweit heute noch gelernt wird. Eine chassidische Geschichte verdeutlicht vielleicht am besten den Schaden, den die böse Rede anrichten kann:

Ein Mann kam zum Rabbi seiner Stadt und beichtete ihm, dass es ihm immer Spaß gemacht hat, schlecht über andere Menschen zu sprechen, aber es ihm leid tut und er es nicht mehr tun will. „Wie kann ich meine Sünden wieder gutmachen?“ fragte der Mann den Rabbi.

„Geh heute um Mitternacht in den Wald und nimm ein Kissen mit. Wenn du in der Mitte des Waldes bist, schneidest du das Kissen auf und wirfst die Federn in die Luft. Komm am nächsten Tag dann wieder zu mir.“ Antwortete der Rabbi.

Der Mann war ziemlich verblüfft von diesem merkwürdigen Befehl, aber wenn der heilige Rabbi es sagt, muss es wohl getan werden. Er ging also mit einem alten Kissen in der Nacht in den Wald und wartete bis es Mitternacht wurde. Dann zerschnitt der Mann das Kissen und warf die Federn in den Wind.

Am folgenden Tag fand sich der Sündiger wieder beim Rabbi ein.

„Heiliger Rabbi, Ich habe das Kissen aufgeschnitten und die Federn in die Luft geworfen, was muss ich noch tun, um meine böse Rede wieder gutzumachen?“

Der Rabbi antwortete, „Jetzt geh zurück in den Wald und sammle die Federn wieder auf.“

 Und nun das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis wolkig und noch etwas wärmer. Besonders im Landesinneren und in den Bergen für die Jahreszeit zu warm. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 32 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert  und liegt bei – 209,10 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 30,Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen SIe es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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