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Gedanken zum Schabbat

Wochenlesung – בְּחֻקֹּתַי – Bechukotai – In meinen Satzungen ; 3.Mose 26,3 – 27,34 ; Jeremia 16,19 – 17,14

Schabbat

Diese Parascha wirft ein Licht auf die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk in den verschiedenen Bedeutungen. Neben Segen und Flüchen in diesem Wochenabschnitt wird das Volk Israel mit einer Strafe konfrontiert, die härter ist als alle anderen, und die möglicherweise eine entscheidende Rolle für das Schicksal des jüdischen Volkes gespielt hat. Wo haben die Kinder Israels wirklich ihre Sünden bereut, im Land oder außerhalb der Grenzen? Und was signalisiert die Parascha für uns in diesen Tagen noch?

 


Ein paar „Gedanken zum Schabbat“. In den fünf Büchern Mose wird die Geschichte des Volkes Israel geschildert, von der Erschaffung der Welt bis zur Erlösung im Gelobten Land, das Gott Abraham verheißen hat. Diese fünf Bücher sind in Wochenlesungen eingeteilt. Vor 25 Jahren hat mein Vater Ludwig Schneider zu den 54 Wochenlesungen das Buch „Schlüssel zur Thora“ geschrieben. Ein messianischer Leidfaden quer durch die Thora. Die Thora hat 70 Gesichter, heißt es im Hebräischen. Einige dieser Facetten möchte ich aufzeigen, um die Sicht noch zu erweitern. Die Wochenlesungen der Thora öffnen uns die Augen und das Herz für das gesamte Wort Gottes, die Bibel. Die Thora wirft ein Licht auf den gesamten biblischen Text, und so entdecken wir jedes Mal etwas Neues, was uns zum Nachdenken anregt und die Bibel relevant und lebendig macht.  


 

Themen werden behandelt, wie der Bau der Stiftshütte und die nötigen Gefäße, Priesterdienst, das Darbringen von Opfern, Gesetze der Unreinheit und Reinheit, Gebote im Zusammenhang mit dem Land Israel und vieles mehr. All das befasst sich mit der Beziehung zwischen Gott und Israel.

Kapitel 26 beschreibt Segen und Flüche, Belohnungen für die Kinder Israels, wenn sie Gott folgen und Strafen, wenn sie andere Wege folgen. Es werden Wege und Anreize vorgelegt, wenn sich das Volk an Seine Satzungen hält. Segen und Fluch werden nicht proportional aufgelistet. Während der Segen auf nur zehn Verse (26,3-12) verteilt ist, werden dreimal mehr Flüche erwähnt (26,14-42).

Die Segnungen beschäftigen sich zum einen mit dem Kreislauf der Natur und der Erde, von denen sich der Mensch ernährt: „so will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen.“ Dann erscheint der physische Frieden: „Denn ich will Frieden geben im Lande, dass ihr schlafet und euch niemand erschrecke. Ich will die bösen Tiere aus eurem Lande vertreiben, und es soll kein Schwert über euer Land kommen.“

Von dort aus geht es weiter zum Segen der menschlichen und materiellen Fruchtbarkeit: „Und ich will mich zu euch wenden und euch wachsen und zunehmen lassen und meinen Bund mit euch aufrechthalten. Und ihr werdet von dem Vorjährigen essen und das Vorjährige wegen der Menge des Neuen hinwegtun.“ Und schließlich wird der ultimative Segen gegeben: „Ich will meine Wohnung unter euch haben, und meine Seele soll euch nicht verwerfen und ich will unter euch wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.“ Was für einen geistlichen Anreiz gibt Gott seinem Volk, wenn es Ihm zuhört und folgt. Segen.

Wie mit den verheißenen Segen, so werden auch die Flüche stufenweise vorgestellt. Immer wieder weist die der biblische Text darauf hin, dass sich die Flüche um das Siebenfache verstärken werden, wenn die Kinder Israels weiterhin Böses in den Augen Gottes tun: „Werdet ihr mir aber daraufhin noch nicht gehorchen, so will ich euch noch siebenmal ärger strafen um eurer Sünden willen.“ In den beschriebenen Flüchen finden sich Krankheiten, Hunger und verschiedene Todesarten. Einige der Flüche enthalten eine anschauliche Beschreibung, die schwer zu verstehen ist: „Ihr müsst eurer Söhne und Töchter Fleisch fressen!“  Und andere sprechen von poetischer Gerechtigkeit, die folgt wie „Alsdann wird das Land seine Sabbate genießen, solange es wüste liegt, und ihr in eurer Feinde Land seid. Ja alsdann wird das Land feiern und seine Sabbate genießen dürfen.“

Doch trotz der vielen und schweren Strafen ist die Vertreibung der Kinder Israels aus dem Land die schwerste Strafe. Dem Text zufolge werden die Kinder Israels erst im Exil ihre Sünden verstehen und bereuen: „Werden sie aber ihre und ihrer Väter Missetat bekennen samt ihrer Übertretung, womit sie sich an mir vergriffen haben und mir trotzig begegnet sind, weswegen auch ich ihnen widerstand und sie ins Land ihrer Feinde (Exil) brachte.“ Und wenn dies geschieht, wird der Allmächtige an seinen Bund denken und sie erlösen: „Jedoch, wenn sie gleich in der Feinde Land sind, so will ich sie nicht verwerfen und sie nicht verabscheuen, dass ich sie gar aufreibe oder meinen Bund mit ihnen breche – denn ich, der HERR, bin ihr Gott.“ Genau deshalb muss Israel in diesen Tagen supervorsichtig sein. Wenn wir als Volk nicht unsere Sünden und Feindschaft im Volk einsehen und bereuen, dann müssen wir umziehen und dies in der Diaspora verstehen und bereuen.

Heute, viele Jahre nach der Gesetzgebung auf dem Berg Sinai, wissen wir, dass die Kinder Israels nicht immer den Wegen Gottes folgten und dass ein erheblicher Teil der Flüche wahr wurden. Zweitausend Jahre lang betete das Volk Israel zu Gott, er möge sich an seinen Bund erinnern, und erst mit der Gründung des Staates Israel erleben wir als Augenzeugen die Erfüllung des versprochenen Bundes.

In den letzten Jahren gibt es vermehrt die Auffassung, dass Menschen positive Anreize gegeben werden sollten, damit sie eine Mission umsetzen. Diese Vorgehensweise bewährt sich in vielen Fällen und führt dazu, dass Menschen es schaffen, ihre Mission optimal zu erfüllen. Angesichts dessen möchte ich mich fragen, was wäre das Schicksal des Volkes Israel gewesen, wenn das Verhältnis von Segen und Fluch schon damals umgekehrt wäre? Wie hätte das Volk Israel auf Gottes Gebote und Verbote reagiert, wenn Gott dies mit mehr positiven Anreizen bewerkstelligt hätte und weniger mit Angst? Hätten sich die Flüche damals ebenso erfüllt oder wäre das Volk Israel mit einer anderen Taktik Gottes, wie mit positiven Anreizen, deswegen unter ständigem Segen und Erlösung?

 

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Patrick Callahan

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