Wie fängt man neu an, wenn die Welt, die man kannte, nicht mehr existiert?
Gedanken zum Schabbat
Gedanken zum Schabbat
Am ersten Schöpfungstag spricht Gott: „Es werde Licht“, und er scheidet das Licht von der Finsternis. Er nennt das Licht Tag und die Finsternis Nacht, so entsteht der erste Tag.
Schemini Azeret. Nach Wochen voller Bewegung, von Rosch Haschana über Jom Kippur bis zu den Tagen von Sukkot, erfüllt von Gästen, Freude und sichtbaren Symbolen, kommt schließlich ein einzelner, beinahe stiller Tag: Schemini Azeret, der achte Tag der Versammlung.
Jedes Jahr, wenn wir bei der Parascha Wesot Habracha ankommen, habe ich das Gefühl, dass dies eigentlich gar kein Ende ist.
In diesem Jahr werden die beiden Wochenabschnitte Nizawim und Wajelech gemeinsam gelesen. Und gerade diese Verbindung hat mir etwas über die Art und Weise deutlich gemacht, wie wir unser Leben leben.
Einer der Verse in der Parascha Ki Tawo, an dem man kaum vorbeilesen kann, ohne innezuhalten, lautet: „Weil du dem HERRN, deinem Gott, nicht mit Freude und mit frohem Herzen gedient hast.“
Wir leben in einer Zeit, in der wir beinahe alles sehen und dennoch immer häufiger einander übersehen.
Warum kämpfen Menschen so erbittert um Macht, Ämter und Positionen? Vielleicht weil wir zuerst den Glanz sehen, Einfluss, Ansehen und Bedeutung.
Jeden Freitagabend, während des Kiddusch, gibt es, kurz bevor wir das Challa-Brot brechen, einen kleinen Moment, den ich besonders liebe.
Je mehr ich diese Parascha lese, desto deutlicher wird mir: Mose fürchtet sich nicht vor dem Wohlstand. Wohlstand ist ein Segen. Er ist ein Geschenk Gottes.



