Fröhlich, Grün und Lila

Ab nächster Woche gelten wieder neue, alte Corona-Einschränkungen. Nach der fröhlichen Plakette sollen jetzt wieder die grüne und lila Plakette Corona in die Schranken weisen.

Foto: Miriam Alster/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Bevor ich mich für ein paar Tage in die Sommerferien verabschiede, möchte ich mit Ihnen noch einmal meine Gedanken über die momentane Situation hier bei uns in Israel teilen. Mein erster Gedanke ist, dass wir uns in einem enormem Durcheinander befinden und auch unsere „Regierung des Wandels“ nicht wirklich weiß, wie sie mit der erneuten Ausbreitung des Coronavirus, also der Delta-Variante, fertig werden soll, auch wenn Naftali Bennett versucht, zu zeigen, dass er genau weiß, wie man es richtig macht. Dabei zeigt er sich vor der Kamera auch immer sehr selbstsicher. Gut, was bleibt ihm auch anderes übrig.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich versuche nicht, unseren neuen Premierminister schlecht zu machen und ich bin mir sicher, dass er wirklich versucht, das Beste für sein Volk zu machen. Aber wir sehen jetzt wieder, dass es immer einfach ist, von der Seite die Verantwortlichen zu kritisieren. Aber wenn man nun selber im Chefsessel sitzt, dann sieht die Lage schon ganz anders aus.

Das wird natürlich von der Opposition eiskalt ausgenutzt. Jetzt kann man völlig frei kritisieren und die Delta-Variante leistet dem Likud einen guten Dienst. Man habe die Regierung mit fast null Neuinfizierungen an Lapid und Bennett übergeben. Und in nur ein paar Wochen habe die neue Regierung alles kaputt gemacht.

Gut, das ist natürlich nicht ganz fair. Niemand hat mit dem Auftauchen der Delta-Variante gerechnet, aber das ist doch egal, wenn man damit die neue Regierung etwas ärgern kann.

Unsere Innenministerin Ayelet Shaked machte vor ein paar Tagen eine etwas unglückliche Bemerkung, als sie in einem Fernsehinterview sagte, dass wir uns in einer Pandemie befinden würden und es während einer Pandemie Kranke und auch Tote gäbe, damit müsse man sich abfinden. Dafür wurde Sie heftig kritisiert. Schließlich war es ihr Parteifreund Bennett, der damals die Netanjahu-Regierung für die vielen Todesfälle verantwortlich machen wollte. Er schrie vom Rednerpult der Knesset: „Menschen sterben, was tut Ihr? Habt ihr den Verstand verloren?“ Später versuchte Ayelet Shaked, die Wellen zu glätten, und erklärte: „Jeder Tote ist eine Welt für sich, und das menschliche Leben ist ein oberster und heiliger Wert.“ 

Ayelet Shaked

Und nun im Ernst. Da auch die neue Regierung verstanden hat, dass es keinen Zaubertrick gibt (es gab Stimmen, die sagten, dass man nach Beginn der dritten Impfrunde auf ein Wunder warte), um Corona zu vertreiben, wird ab nächster Woche zu alten Mitteln gegriffen. Hatten wir für die Hochzeiten bereits seit einiger Zeit die sogenannte „fröhliche Plakette“, die etwas Ordnung schaffen sollte, soll ab kommender Woche für alle wieder nach der sogenannten „grünen Plakette“ gearbeitet werden. In den Einkaufszentren soll die „lila Plakette“ gelten mit Einschränkungen der Zahl der Besucher und dem Messen der Temperatur am Eingang. Grün bedeutet, dass man am Eingang entweder den Impfpass zeigen muss oder einen negativen Test oder eine Bescheinigung, dass man von Corona genesen ist. Auch soll es die Möglichkeit geben, einen Schnelltest zu machen. Dieser Test wird für Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren vom Staat bezahlt. Ansonsten muss der Test selbst bezahlt werden, da man sich ja hätte impfen lassen können.

Das ist jetzt nur ein kurzer Überblick über die neuen, alten Regelungen. Auch die Polizei soll jetzt wieder intensiver gegen Maskenverweigerer und Quarantäne-Ausreißer vorgehen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir alle wirklich verstehen, wie unser tägliches Leben ab der kommenden Woche aussehen wird. Vor lauter Farben kann man da leicht den Überblick verlieren.

Die Polizei ist wieder im Einsatz

Bei uns zu Hause sehen wir das Ganze nicht so dramatisch. Wir leben unseren Alltag, so gut wir können. Die kommende Woche werden wir für ein paar Ausflüge nutzen. Es gibt in unserem Land, trotz Corona, genug zu unternehmen. Auch drängt es uns nicht ins Ausland, im Unterschied zu anderen, die den Drang verspüren, Fliegen zu müssen. Da es momentan kaum Ziele gibt, die angeflogen werden dürfen, da fast alle Länder „rot“ geworden sind, laufen in Wien jetzt immer mehr Israelis herum. Neben Österreich könnte man allerdings auch noch nach Ungarn, Montenegro und Moldawien fliegen.

Hauptsache fliegen, egal wohin. Diese Woche am Flughafen.

Und wie geht es weiter? Das werden vielleicht die kommenden Tage zeigen. Bis jetzt steigt die Zahl der täglichen Neuinfizierungen stetig an. Ich werde jetzt erst einmal ein paar Urlaubstage mit meiner Familie genießen, das lasse ich mir auch von Corona nicht nehmen. Aber es könnte gerne etwas kühler sein. Hier ist das Wetter.

Das Wetter für heute in Israel

Es bleibt auch in den kommenden Tagen heiß, wie es sich für den Monat August gehört. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 32 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt jetzt bei – 209,905 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,105 Meter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Donnerstag und ein schönes Wochenende. Machen Sie es gut und bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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