Israel Heute Morgen – Ein verregneter Shabbat

Der Großraum von Tel Aviv erlebte gestern einen seiner regenreichsten Tage überhaupt

von David Lazarus | | Themen: Guten Morgen
Ayalon Schnellstraße im Regen Foto: Miriam Alster/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

 

Der Regen ist ein Segen für unser Land. Doch wenn plötzlich viel zu viel Regen in nur kurzer Zeit fällt, dann kann es sogar gefährlich werden. 

Als wir gestern früh den ersten Stock des Treppenhauses unseres Apartments-Gebäudes erreichten, um in einem Café gegenüber unser Shabbat-Frühstück einzunehmen, ging es nicht mehr weiter. Enorme Wassermengen, die an den Jordan-Fluss erinnerten, hatten unser Stadtviertel erreicht. „O Herr, mach einen Weg frei, auf dem wir unseren Kaffee und Bagel bekommen können“, beteten wir!

Es war unmöglich, aus unserem Gebäude herauszukommen. Der Regen hatte Bürgersteige und Straßen bedeckt. Menschen kletterten auf die Dächer ihrer Autos, um den Bürgersteig zu erreichen. Andere bewegten sich mit Paddelbooten fort.

Wie die meisten standen auch wir nur da und sahen zu, wie das Wasser das Café auf der anderen Seite der Straße erreichte und auch in unserem Treppenhaus immer weiter hinaufstieg. Selbst für den Shabbat herrschte auf den Straßen eine seltsame Stille, als hätte jemand eine feuchte Decke über die ganze Nachbarschaft geworfen. Nachbarn kamen runter, um sich das Spektakel anzusehen, aber niemand schien wütend oder aufgebracht zu sein. Wir haben nicht die üblichen Beschwerden über die schlechten Entwässerungssysteme gehört, die die Stadt seit „vor König Herodes“ zu beheben versprochen hat, wie das israelische Sprichwort sagt. Es schien niemanden zu kümmern, dass wir das Haus nicht verlassen konnten, um unseren Kaffee zu trinken oder Familie oder Freunde zu besuchen. Wir alle waren fasziniert von der Stille des Wassers, das unsere Welt bedeckte.

Es ist schon komisch, dass derselbe Regen, den wir brauchen und für den wir so viel beten, auch so riskant sein kann. Sie bringen den nötigen Segen in unser trockenes Land, können aber auch viele Dinge wegspülen, die für uns wichtig sind. Zu sehen, wie das mächtige Wasser die Kontrolle über unser Leben übernimmt, ließ uns darüber nachdenken, was wirklich wichtig ist und was nicht. Es hat uns nicht traurig gemacht, an das zu denken, was wir verloren haben – Kaffee, Autos oder Komfort -, denn in diesem Moment haben wir klarer gesehen, was wir wirklich brauchen. Das Wasser hatte unseren Geist geklärt.

Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen, und Ströme sie nicht ertränken“, sagte uns König Salomo vor vielen Jahren. (Hohelied 8: 7) Er verstand, dass, wenn wir für das leben, was im Leben wichtig ist, Dinge wie Liebe, Familie und Nächstenliebe, selbst die mächtigsten Wassermengen uns nicht aufhalten können. In der Tat sahen wir an diesem Shabbat, dass viel Wasser uns von unseren Eitelkeiten reinigen kann und hilft, unsere Prioritäten zu erkennen, wenn wir uns Seiner Liebe hingeben.

 Und jetzt noch das Wetter für heute in Israel:

Gelegentliche Regenschauer mit möglichen Gewittern im Norden und Zentrum des Landes. Es bleibt kühl und windig. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 9 Grad, Tel Aviv 13 Grad, Haifa 14 Grad, Tiberias am See Genezareth 15 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 16 Grad, Eilat am Roten Meer 19 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere fünf Zentimeter angestiegen und liegt jetzt bei -211.48 m unter dem Meeresspiegel.

Eine neue Woche hat begonnen. Die Redaktion von Israel Heute wünscht Ihnen einen angenehmen Sonntag!

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