Guten Morgen Israel – Der Tag nach Corona

Ich hoffe, dass wir am Tag nach Corona wissen werden, wie wir das, was wir haben, auf bessere Weise erhalten können.

Foto: Miriam Alster/FLASH90

Boker Tov liebe Leser!

Als ich ein kleines Mädchen war, liebte ich Jom Kippur. Wir wohnten in der Nähe einer Synagoge, und ich genoss die Klänge der Gebete und die Lieder der Gläubigen, die durch die Nachbarschaft wehten.

Mir gefiel die Ruhe in unserem Haus, und da keine Autos auf der Straße fuhren, wurde die ganze Straße zu unserem Spielplatz.

Mein Vater verbrachte den größten Teil des Tages in der Synagoge, und es herrschte immer eine festliche Atmosphäre, aber dennoch ruhig und friedlich. Er trug sein sauberes und gebügeltes weißes Hemd mit einem weißen Tallit (Gebetsschal). Jedes Wort aus seinem Mund an diesem Tag war heilig.

Es war vielleicht der einzige Tag, an dem er weiße Stoffschuhe trug. Es ist Teil der Tradition, die von uns verlangt, schweigend und demütig zu gehen.

Das Einzige, was ich als Kind nicht verstehen konnte, war, wie ich den Tag ohne Essen überstehen konnte. Es schien mir eines der schwierigsten Dinge auf der Welt zu sein. Als die Abendgebete beendet waren und der Heilige Tag zu Ende ging und die Gläubigen langsam in ihre Häuser zurückkehrten, um die festliche Atmosphäre des Feiertages zu genießen, erwartete ich, dass sich mein Vater jetzt auf das Essen stürzen würde.

Aber nein. Er fühlte sich wohl. Er setzte sich an den festlichen Tisch und wartete darauf, dass die Kinder sich hinsetzen würden. Mit äußerster Gelassenheit schenkte er jedem von uns eine Tasse Tee ein, fügte einen Löffel Zucker hinzu und legte uns ein Stück Kuchen auf die Teller. Und dann nahm er kleine Stückchen von dem Kuchen und genoss jeden Schluck Tee. Gemächlich, mit Genuss, als ob er sich über diese gegenwärtige Welt erhoben hätte.

Daran muss ich denken, wenn ich mir den Tag nach Corona vorstelle. Den Tag, an dem wir nach einer langen Zeit des Fastens von so vielem aus unserem normalen Leben und von den Dingen, an die wir uns so sehr gewöhnt haben, wieder in das normale Leben zurückgehen.

Ich hoffe, dass wir am Tag nach Corona wissen werden, wie wir das, was wir haben, auf bessere Weise erhalten können. Langsamer, mit Freude und Begeisterung. Mit einem Gefühl der Wertschätzung für das, was wir haben, und nicht nur für das, was uns fehlt.

Können wir unser Bedürfnis aufgeben, unsere Besitztümer anzuhäufen, was oft aus Furcht entsteht? Können wir lernen, in den richtigen Proportionen zu leben? Einen Anteil, der zu uns passt? Werden wir am Tag danach unsere Worte messen? Unsere Reaktionen? Werden wir die Welt anders sehen? Werden wir einander anders sehen? Wie werden wir das Leben bewerten? Unser eigenes Leben?

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Der Tag kommt, und ich hoffe, dass wir ihn so begehen werden, als ob wir aus den Wassern der Taufe aufgestiegen wären. Rein. Heilig. Ruhig. Demütig. Und meist mit einem wiederhergestellten Glauben und tieferer Liebe. Lassen Sie uns in den Tag danach eintreten, als ob wir uns zu Tee und Kuchen hinsetzen, deren Geschmack nach dem Fasten einfach himmlisch ist.

 

Und jetzt das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis teilweise bedeckt und noch etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 30  Grad, am Toten Meer 31 Grad, Beersheva 28 Grad, Eilat am Roten Meer 33 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei –208.92 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen noch 12 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und eine gute neue Woche.

Schalom aus Bar Giora!

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