Der ehemalige Kommunikationsminister der Hamas-Regierung in Gaza, Yosef al-Mansi, hat in Verhören durch den israelischen Sicherheitsdienst Shin Bet schwere Vorwürfe gegen die Terrorgruppe und ihren Führer Yahya Sinwar erhoben.
In der Videoaufnahme, die vom Shin Bet veröffentlicht wurde, erwähnt der ehemalige Minister, dass er sich seit dem 7. Dezember in Gewahrsam des Sin Bet befinden würde. In seinem Verhör bezeichnete er Sinwar als einen unbeliebten Despoten, der den Palästinensern nur Schaden zugefügt habe. Es gebe niemanden in Gaza, der Sinwar unterstütze, und viele Menschen beteten Tag und Nacht, dass Gott sie von ihm befreie. Al-Mansi kritisierte die Hamas und machte sie für die Zerstörung von mehr als 60 Prozent der Gebäude, Infrastruktur, Straßen und öffentlichen Einrichtungen in Gaza verantwortlich und bezeichnete die Gruppe als „eine Bande von Verrückten“, die den Gazastreifen um „200 Jahre zurückgeworfen habe“.
Vorwürfe gegen Sinwar und Hamas
Al-Mansi warf Sinwar Größenwahn vor und beschuldigte ihn, Entscheidungen ohne Rücksprache zu treffen. Er betonte, dass die Unzufriedenheit der Bewohner Gazas mit Sinwars Herrschaft brodelt. Al-Mansi verurteilte auch den militärischen Aufbau der Hamas, an deren Finanzierung der Iran beteiligt sei, und bezeichnete das vom Iran erhaltene Geld als Mittel zur Zerstörung.
Den Angriff der Hamas auf israelische Grenzstädte am 7. Oktober kritisierte er als Wahnsinn und Ketzerei und als völligen Widerspruch zum Islam. Al-Mansi riet den Menschen in Gaza, sich gegen Sinwars Gruppe zu stellen, um Gaza wieder aufzubauen und Frieden in der Region zu suchen.
Wachsende Unzufriedenheit in Gaza
Al-Mansis Äußerungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung in Gaza wider. Zivile Bewohner äußern zunehmend öffentlich Kritik an der Hamas, was vor dem Krieg unter der strengen Kontrolle der islamistischen Gruppe undenkbar gewesen wäre. Berichte über die Plünderung humanitärer Hilfsgüter durch Hamas-Operationen und die immensen Zerstörungen in Gaza verstärken den Ruf nach einem Ende der Hamas-Herrschaft.





Die Einsicht des ehemaligen Kommunikationsministers kommt etwas spät und ist vielleicht auch etwas dem Umstand geschuldet, dass er sein Leben nicht mehr selbst- bestimmt führen kann. Dennoch wäre es schön, wenn er diese Einsicht in die Welt tragen könnte, beispielsweise zu Guterres und andern hochrangigen Kadern von Weltorganisationen, die noch immer nicht begriffen haben, was mit dem Überleben der Hamas für den Weltfrieden auf dem Spiel steht.