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Deutschland ermittelt gegen 55 Soldaten wegen Extremismus und antisemitischer Äußerungen

Die Vorwürfe betreffen 200 Straftaten, darunter sexuelles Fehlverhalten in einer Spezialeinheit, mehrere Soldaten wurden bereits entlassen.

Archivbild: Tag der Bundeswehr 2024 auf dem Fliegerhorst Faßberg. Foto: Tim Rademacher, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-4.0, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

(JNS) Die deutschen Militärbehörden haben drei Soldaten der Spezialeinheiten unehrenhaft entlassen, von insgesamt 19, gegen die wegen rechtsextremer und antisemitischer Äußerungen ermittelt wurde, teilte ein Sprecher der Bundeswehr am Montag der Nachrichtenagentur DPA mit.

Die Ermittlungen innerhalb des Fallschirmjägerregiments 26, das etwa 1.700 Soldaten umfasst, betreffen mehr als 200 mutmaßliche Straftaten und 55 potenzielle Verdächtige, von denen 16 einem laufenden „Entlassungsverfahren” unterzogen wurden, so der Sprecher.

Mehrere Soldatinnen beschwerten sich beim Wehrbeauftragten des Bundestages über das ihrer Meinung nach sexuelle und unangemessene Verhalten von Soldaten des Regiments, berichtete die DPA. Dies löste eine Untersuchung aus, die laut DPA die Verwendung von Nazi-Symbolen oder -Slogans sowie Judenhass aufdeckte.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, dass Soldaten der Heimatbasis des Regiments in Zweibrücken gewalttätige Initiationsrituale durchführten und Drogen konsumierten. In Zweibrücken gebe es eine „rechtsextreme, offen antisemitische Clique“, sagte eine ungenannte Quelle der Zeitung. Es habe „Hitler-Grüße und eine mutmaßliche Nazi-Partei“ gegeben.

Mindestens 30 Soldaten sollen laut diesem Bericht an rechtsextremen und antisemitischen Vorfällen beteiligt gewesen sein.

„Als wir erfuhren, was in Zweibrücken vor sich ging, waren wir ehrlich gesagt sprachlos”, sagte Feldheer-Kommandeur Harald Gante der Zeitung. „Sowohl wegen der Vorfälle selbst als auch wegen der Art und Weise, wie damit umgegangen wurde.”

Laut Die Zeit wurden im vergangenen Jahr 280 rechtsextreme Vorfälle innerhalb der Reihen der deutschen Bundeswehr gemeldet.

Zusätzlich zu Disziplinarmaßnahmen innerhalb des Militärs drohen den Verdächtigen strafrechtliche Konsequenzen vor einem zivilen Gericht. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken ermittelt gegen 19 Soldaten, darunter sowohl reguläre Soldaten als auch Unteroffiziere, wie ein Sprecher mitteilte. Es wurde nicht bekannt gegeben, ob es sich bei den 19 Verdächtigen um dieselben Personen handelt, deren Entlassung von den Militärbehörden beantragt wurde.

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Patrick Callahan

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