Der Begriff „Holocaust“ war von Anfang an ein Fremdkörper in der deutschen Erinnerungskultur – semantisch diffus, religiös überfrachtet, historisch unscharf. Doch damit nicht genug: In den Jahrzehnten seit seiner Etablierung hat sich dieser Begriff zunehmend verselbstständigt. Was einst als Bezeichnung für die Ermordung der europäischen Juden eingeführt wurde, dient heute als Chiffre für ganz andere, völlig anders gelagerte Katastrophen: vom Atomkrieg über das Artensterben bis hin zur industriellen Massentierhaltung.
DIE INFLATION EINES FALSCHEN BEGRIFFS
Diese Entwicklung ist mehr als nur sprachliche Schlamperei. Sie bedeutet eine tiefgreifende Verschiebung des Gedenkens: Der falsche Begriff hat sich nicht nur durchgesetzt, er hat sich auch ausgedehnt – und dabei die Singularität der Judenvernichtung beschädigt.
So ergibt sich am Ende eine bittere Ironie der Geschichte: Was nie ein angemessener Begriff war, sondern von Beginn an eine sprachliche Verfehlung, hat sich durch ständige Wiederholung auch noch zu einer Leerformel entwickelt. Der „Holocaust“ – ein Fremdwort mit religiösem Beiklang – wurde rasch zum dominierenden Etikett für die Shoa, obwohl er das Geschehene weder benennt noch begreifbar macht....
Werden Sie Mitglied
-
Alle Mitglieder-Inhalte lesen
Zugang zu exklusiven, ausführlichen Berichten aus Israel!
-
Kostenlose Zoom-Veranstaltungen
Verbinden Sie sich mit Israel, direkt von Zuhause aus!
-
Jetzt eine Stimme der Wahrheit und Hoffnung erheben
Unterstützen auch Sie den zionistischen Journalismus in Jerusalem!
Schon Mitglied? Hier anmelden.




