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MitgliederDer Verrat beginnt im Wort (2)

Judenfeindschaft im öffentlichen Diskurs – Teil 7

Holocaust
1936 beim Stapellauf des Segelschiffs Horst Wessel in Hamburg: Während die umstehenden Menschen kollektiv den Hitlergruß zeigen, steht ein einzelner Mann mit verschränkten Armen – stumm, trotzig, isoliert. Ein Akt sichtbarer Integrität. Foto: Public Domain/Wiki Commons

Der Begriff „Holocaust“ war von Anfang an ein Fremdkörper in der deutschen Erinnerungskultur – semantisch diffus, religiös überfrachtet, historisch unscharf. Doch damit nicht genug: In den Jahrzehnten seit seiner Etablierung hat sich dieser Begriff zunehmend verselbstständigt. Was einst als Bezeichnung für die Ermordung der europäischen Juden eingeführt wurde, dient heute als Chiffre für ganz andere, völlig anders gelagerte Katastrophen: vom Atomkrieg über das Artensterben bis hin zur industriellen Massentierhaltung.

DIE INFLATION EINES FALSCHEN BEGRIFFS

Diese Entwicklung ist mehr als nur sprachliche Schlamperei. Sie bedeutet eine tiefgreifende Verschiebung des Gedenkens: Der falsche Begriff hat sich nicht nur durchgesetzt, er hat sich auch ausgedehnt – und dabei die Singularität der Judenvernichtung beschädigt.

So ergibt sich am Ende eine bittere Ironie der Geschichte: Was nie ein angemessener Begriff war, sondern von Beginn an eine sprachliche Verfehlung, hat sich durch ständige Wiederholung auch noch zu einer Leerformel entwickelt. Der „Holocaust“ – ein Fremdwort mit religiösem Beiklang – wurde rasch zum dominierenden Etikett für die Shoa, obwohl er das Geschehene weder benennt noch begreifbar macht....

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Patrick Callahan

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