Man steigt aus dem Wagen, sogar auf der Autobahn kommt der Verkehr zum Stillstand. Es gibt jedoch zwei Bevölkerungsgruppen, die die Opfer nicht ehren wollen. Sie ignorieren die Sirene und gehen weiter, als sei nichts gewesen: Palästinenser und Ultra-Orthodoxe.
Die meisten Palästinenser erkennen den Holocaust gar nicht an. Und wenn doch, dann ist er für sie negativ behaftet, weil es in ihren Augen ohne Holocaust keinen jüdischen Staat gäbe und somit auch nicht das „palästinensische Leid“.
Bei den orthodoxen Extremisten ist die Sache etwas komplizierter. Viele haben selbst Angehörige im Holocaust verloren und natürlich beklagen sie dies. Oberste Priorität besitzt jedoch die Ablehnung des säkularen israelischen Staates, den sie nicht als Autorität anerkennen, vor allem nicht als eine Autorität, die den Juden neue Trauertage auferlegen kann. Sie argumentieren, dass es mit dem 9. Av bereits einen Trauertag für jüdische Opfer von Pogromen und Verfolgung gibt. Und tatsächlich gibt es in der Liturgie dieses Tages auch Texte, die nach dem Holocaust zum Gedenken an...
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