Am Abend des diesjährigen Holocaust-Gedenktages bekam der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin eine Anfrage von Lorenzo Rodrigez Perez. Perez ist Bürgermeister des Dorfes „Castrillo Mota de Judios“ in der Provinz „Kastilien und León“ im Norden Spaniens. Der nicht alltägliche Name des Dorfes bedeutet „Hügel der Juden“, und dort wünschte man sich ein Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten, um über seine historische Verbindung zum jüdischen Volk zu sprechen. Rivlin entsprach der Bitte. Emotional berührt lud er die Spanier ein, ihn demnächst in seinem Amtssitz zu besuchen.
Castrillo Mota de Judios hieß nicht immer so. Noch vor drei Jahren hatte es den skandalösen Namen „Castrillo Matajudios“, was „Judentöter“ bedeutet. Dieser Name scheint aus dem späten 15. Jahrhundert zu stammen, der Zeit der Vertreibung der Juden.
Die Freundschaft zwischen Bürgermeister Perez und Israel begann, als das Dorfoberhaupt darauf hinwirkte, dass man den für Juden schmachvollen Namen ablege und den ursprünglichen Namen wieder annehme. Schon 1035 hatte sich ein jüdisches Gemeinwesen auf dem Hügel des Dorfes niedergelassen, nachdem es in der Nähe...
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