Guten Morgen liebe Leser!
Wenn sie Lust hätten, einen der heißesten Orte in Israel zu besuchen, dann könnte ich Sie eigentlich zu mir nach Modiin einladen. Mit einer für heute erwarteten Höchsttemperatur von 37 Grad ist es nur in Beersheva ein Grad wärmer als hier bei uns in Modiin. Diese extreme Hitze und Trockenheit, Sharav genannt, ist typisch für die Jahreszeit, oft kann es gerade im Frühling heißer werden als später im Sommer. Wenn dann danach wieder kühlere Luft eintrifft, so wie es morgen der Fall sein soll, dann gehen die Temperaturen wieder extrem zurück, manchmal kann es dann zu einem Temperaturrückgang von 15 Grad und mehr kommen. Aber heute wollen wir erst einmal die extreme Hitze „genießen“.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Weiterer Anstieg der Temperaturen, Sharav (sehr heiß und trocken). Am Vormittag starke östliche Winde im Norden. Im Süden windig während des ganzen Tages. In der kommenden Nacht wird kühlere und feuchte Luft die Region erreichen, begleitet von starken Winden. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 36 Grad, Haifa 32 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.445 m unter dem Meeresspiegel.
Bevor ich gestern ins Bett gegangen bin, fiel mir ein, dass wir in der Nacht die Uhren eine Stunde nach vorne stellen müssen. Ja, heute hat in Israel die Sommerzeit begonnen, die Nacht war eine Stunde kürzer. Aber das ist es uns wert. Die zusätzliche Sonnenstunde am Abend ist wirklich schön. Denn Sie dürfen nicht vergessen, dass es bei uns auch im Hochsommer trotz Sommerzeit schon gegen 20 Uhr dunkel wird, da haben Sie es in Deutschland viel besser. Da Sie die Uhren erst in der Nacht zum Sonntag nach vorne stellen werden, haben wir bis dahin einen Zeitunterschied von 2 Stunden. Nur damit Sie es wissen.
Zwei Stunden können ganz schön lang sein, besonders, wenn man sie im Auto verbringen muss, ohne die Möglichkeit, sich vom Platz zu bewegen. Genau das ist gestern Abend unserem großen Sohn passiert, als er sich auf dem Weg von Tel Aviv nach Modiin befand. Normalerweise braucht er dafür gerade mal eine gute halbe Stunde, wenn der Verkehr normal ist, und nie mehr als 45 Minuten. Gestern schrieb er mir noch, dass er etwas früher als sonst losgefahren wäre. Wir freuten uns zuhause, denn auch unsere Tochter war schon am Nachmittag nachhause gekommen. Doch dann machte eine weitere Demonstration der sogenannten Jerusalemer Gruppe der orthodoxen Juden der Litauer Strömung uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Dass sie eine Demonstration in der Stadt Bnei Brak geplant hatten (siehe Titelbild), das wussten wir schon seit dem Nachmittag. Das war auch der Grund, dass ich gestern unsere Redaktion etwas zeitiger verlassen hatte, da es Gerüchte gab, dass sich die Proteste auch auf andere Städte ausbreiten könnten. Aber niemand rechnete damit, dass die Demonstration sich derartig kritisch auf den Verkehr im gesamten Tel Aviver Großraum auswirken würde. Die Straße 4, eine der Hauptverkehrsadern des Landes, war für mehrere Stunden gesperrt, auch die Ayalon Schnellstraße durch Tel Aviv war völlig zu. Die Autos standen.Unser Sohn stand über eine Stunde lang an derselben Stelle, unglaublich. Während wir zuhase etwas genervt auf unseren Sohn warteten, wurde im Fernsehen von der Demonstration und den Ausschreitungen berichtet.
Die Demonstration on Bnei Brak, gesternDie orthodoxen Demonstranten lieferten sich zum Teil recht gewalttätige Kämpfe mit der Polizei. Mindestens 30 Menschen sollen festgenommen worden sein. Um was ging es dieses Mal? Natürlich um einen Jugendlichen ihrer Gruppe, der sich nicht an der Rekrutierungsstelle gemeldet hatte und daher zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. SIe kennen das ja schon. Diesmal ging es allerdings sehr heftig zu. Nach etwas zweieinhalb Stunden kam unser Sohn dann endlich nachhause, er tat mir etwas Leid, war er doch endlich einmal früher als sonst losgefahren. Aber gut, jetzt ist er ja hier und das Wochenende kann beginnen.
Heute genau in einer Woche beginnt das Pessach-Fest. Es wird Zeit, dass ich mich auf der Suche nach unseren Pessach Haggadas mache, denn die suche ich jedes Jahr, es ist zum verrückt werden. Jedes Jahr nehme ich mir vor, dass es nicht mehr passieren wird, aber ich habe es nicht geschafft. Es passieren soviele Dinge innerhalb eines Jahres, dass ich jetzt nicht den geringsten Schimmer habe, wo wir die Haggadas nach dem letzten Fest hingetan haben könnten. Das ist jetzt so, wie den Afikoman zu suchen am Pessachabend ist es üblich, einen Teil der Matze zu verstecken Die Kinder müssen ihn dann nach dem Essen suchen. Wer ihn findet, bekommt dann einen Preis.
Tipps zum Verstecken des Afikoman
Und nun wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Vergessen Sie nicht, in der Nacht zum Sonntag die Uhren umzustellen. Machen Sie es gut.
Shabbat Shalom aus Modiin!
Dov




