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Bundeskanzlerin Merkel spricht mit israelischer Tageszeitung

„Ich bin so dankbar, dass in Deutschland wieder ein vielseitiges jüdisches Leben herrscht“, unterstrich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem dreiseitigen Interview mit Israels größter Tageszeitung Jediot Achronot. „Ich weiß, dass dies im Schatten unserer Geschichte nichts Selbstverständliches ist. Auch bin ich froh, dass viele Israelis wieder Deutschland besuchen, besonders Berlin.“ Sie hoffe, dass auch viele junge Deutsche Israel entdecken.

„Ich bin so dankbar, dass in Deutschland wieder ein vielseitiges jüdisches Leben herrscht“, unterstrich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem dreiseitigen Interview mit Israels größter Tageszeitung Jediot Achronot. „Ich weiß, dass dies im Schatten unserer Geschichte nichts Selbstverständliches ist. Auch bin ich froh, dass viele Israelis wieder Deutschland besuchen, besonders Berlin.“ Sie hoffe, dass auch viele junge Deutsche Israel entdecken.

Das Gespräch mit Angela Merkel wurde während des jüdischen Laubhüttenfestes (Sukkot) veröffentlicht. Israel Heute bringt seinen Lesern einige Auszüge:

Auf die Frage, warum zwischen 40 bis 60 Prozent der Deutschen Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern mit dem Verhalten der deutschen Nazis gegenüber den Juden vergleichen, antwortete Merkel: „Der Holocaust, der versuchte, das jüdische Volk zu vernichten, ist einzigartig. Daher ist solch ein Vergleich nicht angebracht und absolut falsch.“ Ebenso setzte Merkel eine klare Grenze zwischen legitimer Kritik an Israel und Antisemitismus. Sobald die Kritik versuche, das ganze Volk oder eine bestimmte Gruppe zu delegitimieren, kommt laut Merkel Antisemitismus zum Ausdruck.

In Israel befürchten viele Menschen, dass die muslimische Flüchtlingswelle nach Europa, besonders nach Deutschland, zu einer Islamisierung führt. „In Deutschland sehen wir in den Flüchtlingen zuerst Menschen, die aus der Krisenzone in Syrien geflohen sind“, erklärte Merkel. „Gemäß deutschem Gesetz sind wir verpflichtet, diesen Menschen zu helfen. Darüber hinaus herrscht in Deutschland Religionsfreiheit. Wir werden alles unternehmen, um diejenigen zu integrieren, die in Deutschland bleiben dürfen. Die Flüchtlinge müssen so schnell wie möglich unsere Sprache lernen. Wir stellen uns gegen jeglichen religiösen Fundamentalismus!“

„Ich bin mir der Empfindlichkeit in Israel in Bezug auf eine nukleare Aufrüstung des Iran sehr bewusst. Denn schließlich ist Israel der erste Staat, der direkt vom Iran bedroht wird. Aber auch die gesamte freie Welt ist deswegen bedroht“, so Merkel. Sie erzählte der Zeitung aus ihrer Zeit, als sie in der DDR als Physikerin arbeitete. „Damals durften wir keine Veröffentlichungen israelischer Wissenschaftler bestellen. So bat ich einen amerikanischen Wissenschaftler, mir Fotokopien von israelischen Studien zuzuschicken.“

In Israel gilt die deutsche Bundeskanzlerin Merkel als der populärste Staatsführer. Kein anderer Regierungschef genießt so viel Vertrauen wie Angela Merkel. „Ich bin einfach glücklich und froh, dass solche guten und herzlichen Verbindungen zwischen Israel und Deutschland existieren“, erklärte sie im Gespräch mit Jediot Achronot. „Es herrscht eine breite Übereinstimmung zwischen unserer Regierung und dem Volk in Israel, aber es gibt auch einige Punkte, in denen wir uns nicht einig sind. Trotz der Meinungsunterschiede ist die Basis in den Beziehungen zwischen Israel und Deutschland nicht beeinträchtigt. … Eure Sicherheit war und ist dem deutschen Bundeskanzler wichtig, und so wird dies auch in der Zukunft bleiben.“

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Patrick Callahan

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