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Wadephul reist nach Israel – Deutschland erhöht Yad-Vashem-Förderung auf fünf Millionen Euro

Der deutsche Außenminister unterzeichnet in Jerusalem ein neues Abkommen zur langfristigen Finanzierung der Holocaust-Gedenkstätte.

Yad Vashem
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (l.) und Israels Außenminister Gideon Sa’ar bei einem früheren Treffen im israelischen Außenministerium in Jerusalem am 10. März 2026. Wadephul reist heute erneut nach Israel. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul reist heute nach Israel, um gemeinsam mit Israels Außenminister Gideon Sa’ar ein neues Finanzierungsabkommen für Yad Vashem zu unterzeichnen. Künftig wird Deutschland Yad Vashem mit fünf Millionen Euro jährlich unterstützen und seine bisherige Förderung damit deutlich ausweiten.

Das Auswärtige Amt bestätigte den Besuch und betonte im Vorfeld die besondere Bedeutung der deutsch-israelischen Beziehungen. Deutschland und Israel seien seit 60 Jahren eng miteinander verbunden, erklärte das Ministerium. Die Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels und für das jüdische Volk bleibe ein Grundpfeiler der deutschen Außenpolitik. Zudem setze sich Deutschland weltweit für die Bekämpfung von Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens ein.

Mit dem neuen Abkommen ersetzt Deutschland die bisherige Vereinbarung aus dem Jahr 2020. Die jährliche Förderung steigt von bislang einer Million auf fünf Millionen Euro. Die zusätzlichen Mittel sollen die Arbeit Yad Vashems in den Bereichen Holocaust-Forschung, Dokumentation, Bildung und Erinnerung weiter ausbauen und wichtige Projekte für die kommenden Jahre absichern.

Für Israel ist Yad Vashem weit mehr als eine Gedenkstätte. Die Einrichtung gilt weltweit als das bedeutendste Zentrum zur Erforschung und Dokumentation der Schoa. Millionen Dokumente, Fotografien und Zeitzeugenberichte werden dort bewahrt, wissenschaftlich aufgearbeitet und für Bildungsprogramme in aller Welt zugänglich gemacht. Angesichts der schwindenden Zahl überlebender Zeitzeugen gewinnt diese Arbeit zunehmend an Bedeutung.

Dass Wadephul das neue Abkommen persönlich in Jerusalem unterzeichnet, verleiht dem Besuch zusätzliches politisches Gewicht. Deutschland unterstreicht damit, dass die Erinnerung an den Holocaust und der Kampf gegen Antisemitismus weiterhin zu den tragenden Säulen der deutsch-israelischen Beziehungen gehören.

Der Besuch erfolgt in einer Phase anhaltender Spannungen im Nahen Osten und kontroverser Debatten in Europa über Israels Vorgehen im Gazastreifen. Trotz unterschiedlicher Positionen in einzelnen politischen Fragen halten Berlin und Jerusalem ihren engen Dialog aufrecht. Die Vereinbarung über Yad Vashem setzt in diesem Umfeld ein bewusstes Zeichen der Kontinuität.

Für Israel hat die deutsche Unterstützung daher nicht nur finanzielle, sondern auch hohe symbolische Bedeutung. Sie bekräftigt Deutschlands historische Verantwortung und schafft zugleich eine verlässliche Grundlage dafür, dass Yad Vashem seine Forschungs-, Dokumentations- und Bildungsarbeit auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau fortsetzen kann. Die Vereinbarung unterstreicht damit Deutschlands fortdauernde Verantwortung für die Erinnerung an die Schoa und den Kampf gegen Antisemitismus – ein Anliegen, das das Auswärtige Amt ausdrücklich als festen Bestandteil deutscher Außenpolitik bezeichnet.

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Patrick Callahan

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