Weniger als drei Wochen vor dem Massaker vom 7. Oktober verkündete die israelische Tageszeitung Haaretz ihren Bruch mit dem zionistischen Glaubensbekenntnis. Ihr Chefredakteur Aluf Benn verfasste kurz vor dem Vorabend von Jom Kippur einen Beitrag mit dem Titel: „Jüdisch und demokratisch? Es ist Zeit, das Wort jüdisch zu streichen.“
Die regelmäßigen hebräischsprachigen Leser der Zeitung waren wahrscheinlich nicht allzu überrascht. Schließlich sind viele Variationen dieses Themas bereits auf den Meinungsseiten des Blattes erschienen, und seine Abneigung gegenüber Nationalismus und Religion sowie seine Verliebtheit in die lokale Version der globalistischen Ideologie – die Idee eines nicht-nationalen, sogenannten „Staates aller seiner Bürger“ – waren wohlbekannt. Doch noch nie zuvor hatte der Chefredakteur selbst den Wunsch der Zeitung verkündet, den jüdischen Staat zu zerstören und das zionistische Projekt zu beenden.
Die Redaktion muss gedacht haben, dass ein internationales Publikum noch nicht bereit für diese Enthüllung sei, und so milderte die englische Ausgabe den Titel ab und hüllte Benns Erklärung in ein wenig wohliges Jiddischkeit. Er lautete: „An Jom Kippur, angesichts der Frage: Wohin...
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