Ich muss gestehen: Geduld gehört nicht zu meinen natürlichen Begabungen. In einer Welt, die auf Knopfdruck funktioniert, fühlt sich jedes Warten oft wie eine Niederlage an. Mit der Zeit beginne ich jedoch zu begreifen, dass dieses „Jetzt und sofort“ eine moderne Illusion ist, die uns angreifbar macht. Ich lerne mühsam, dass Geduld kein passives Standhalten ist, sondern eine Form innerer Architektur. Und genau deshalb ist Geduld auch geopolitisch keine Nebensache. Wer auf den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran blickt, erkennt schnell: Dort gewinnt oft nicht der Schnellste oder Lauteste, sondern derjenige, der Druck aushält, ohne seine Strategie aufzugeben.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran offenbart nicht nur militärische oder wirtschaftliche Spannungen, sondern auch einen tiefen kulturellen und geistlichen Unterschied im Verständnis von Zeit, Geduld und Strategie.
Nicht zum ersten Mal entsteht der Eindruck, dass das iranische Ayatollah-Regime – wie zuvor verschiedene arabische Regime im Nahen Osten – bereit ist, in längeren historischen Zeiträumen zu denken als der Westen. Jerusalem und Washington stehen unter dem Druck von Medienzyklen,...
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