Pünktlich zum jüdischen Neujahrsfest hat das israelische Zentralamt für Statistik neue Zahlen veröffentlicht: Israels Bevölkerung ist auf 10.148.000 Menschen angewachsen. Damit überschreitet der jüdische Staat eine weitere symbolische Grenze. Doch nicht nur die reinen Zahlen sind bemerkenswert, sondern vor allem die Haltung der Menschen – trotz aller Krisen.
Im vergangenen Jahr wuchs die Bevölkerung um rund 101.000 Personen, ein Plus von einem Prozent. Das Wachstum hat sich damit etwas verlangsamt, im Vergleich zu den Vorjahren, als es noch bei 1,2 oder 1,6 Prozent lag. Von den Einwohnern sind 7,75 Millionen Juden (78,5 Prozent) und 2,13 Millionen Araber (21,5 Prozent). Die natürliche Zunahme spielt nach wie vor die wichtigste Rolle: 179.000 Babys wurden geboren, während 50.000 Menschen starben.
Auch Migration beeinflusst die Entwicklung. Rund 25.000 neue Einwanderer fanden in Israel eine Heimat, deutlich weniger als noch im Vorjahr. Gleichzeitig verließen etwa 79.000 Israelis das Land, während 21.000 nach einem Aufenthalt im Ausland zurückkehrten.
Besonders bemerkenswert ist jedoch die soziale Dimension der Umfrage. Trotz Krieg und Belastung erklärten 91 Prozent aller Israelis, dass sie mit ihrem Leben zufrieden sind – unter Juden sogar 92 Prozent, unter Arabern 86 Prozent. Mehr als die Hälfte glaubt zudem, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden Jahren verbessern wird. Das zeigt, wie tief der Lebensmut in der israelischen Gesellschaft verwurzelt ist.
Die Zahlen geben darüber hinaus Einblicke in den Alltag: 62,7 Prozent der Haushalte wohnen im eigenen Heim, viele noch mit Hypothek. Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben betragen 17.600 Schekel, wovon Wohnen, Transport und Nahrungsmittel den größten Teil ausmachen. Auch die religiöse Selbstdefinition der jüdischen Bevölkerung wird erfasst: Etwa 42 Prozent bezeichnen sich als säkular, ein Drittel als traditionell, während zusammen knapp 23 Prozent sich als religiös oder ultra-orthodox einstufen.
Natürlich gibt es auch Schattenseiten: Rund ein Viertel der Israelis fühlt sich häufig gestresst, etwa jeder Fünfte klagt über Einsamkeit oder Diskriminierung. Dennoch zeigt das Gesamtbild eine Gesellschaft, die ihre Resilienz immer wieder unter Beweis stellt.
So geht Israel in das neue Jahr 5786: Mit Sorgen, aber auch mit einer bemerkenswerten Zuversicht, die gerade in schweren Zeiten stärker scheint als je zuvor.




