US-Außenminister Marco Rubio ist am Sonntag in Israel eingetroffen. In Jerusalem traf er Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, um die drängendsten Fragen des laufenden Konflikts zu erörtern: die Rückkehr der Geiseln, die humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung und die künftige Rolle von Hamas.
Schon vor seiner Abreise hatte Rubio betont, dass Hamas keinen Platz in einer friedlichen Zukunft des Nahen Ostens haben dürfe. Nach seiner Landung führte er mit Netanjahu und dem US-Botschafter Mike Huckabee einen symbolischen Besuch an der Westmauer durch. Dort sprachen die drei ein Gebet für die Sicherheit der Geiseln – und auch für US-Präsident Donald Trump, den Netanjahu als „wahren Freund des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ bezeichnete.
Netanjahu nutzte die Gelegenheit, um die Stärke des Bündnisses hervorzuheben. „Diese Allianz war unter Präsident Trump und Außenminister Rubio niemals stärker“, sagte der Ministerpräsident. Rubio wiederum unterstrich, dass der Besuch die Resilienz und Tiefe der Beziehung zwischen Washington und Jerusalem bezeuge.
Hinter den Gesten der Nähe standen jedoch auch Spannungen. Der jüngste israelische Schlag gegen Hamas-Führer in Katar hatte für diplomatische Irritationen gesorgt. In Washington war man über das Vorgehen nicht glücklich, auch Präsident Trump ließ durchblicken, dass er den Ablauf kritisch sehe. Rubio stellte jedoch klar, dass diese Differenzen den Charakter der strategischen Partnerschaft nicht ändern würden: „Es gibt Dinge, über die wir reden müssen, aber am Ende bleibt Hamas ein Terrornetzwerk, das gestoppt werden muss.“
Die Agenda des Besuchs geht über die aktuelle Krise hinaus. Gespräche drehen sich auch um die wachsende internationale Unterstützung für die Anerkennung eines palästinensischen Staates – eine Entwicklung, die Jerusalem als Belohnung für Terrorismus betrachtet. Ebenso stehen die Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof und dem Internationalen Gerichtshof im Raum, die Israel zunehmend unter Druck setzen.
Rubio, der bereits im Februar in Israel gewesen war, will am Montag auch Präsident Isaac Herzog und Außenminister Gideon Sa’ar treffen. Für die kommenden Tage wird erwartet, dass er die amerikanischen Prioritäten noch klarer formuliert: Kampf gegen antiisraelische Initiativen, Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza, aber zugleich das unerschütterliche Bekenntnis zur Sicherheit Israels.

Rubios Besuch zeigt: Ja, es gibt Differenzen zwischen Washington und Jerusalem – vor allem über den Schlag in Katar und die Frage humanitärer Hilfe. Doch diese Unstimmigkeiten ändern nichts am Grundsatz. Die Allianz zwischen Israel und den USA bleibt bestehen. Gerade im gemeinsamen Gebet an der Klagemauer wurde deutlich: Trotz aller Spannungen vertraut Israel darauf, dass Amerika an seiner Seite steht.




