Der Schock über die Massaker vom 7. Oktober 2023 brachte beinahe uneingeschränkte Unterstützung für Israels Recht auf Selbstverteidigung. Inzwischen überwiegt wieder die Kritik, der jüdische Staat gehe zu weit, woraus weitere Radikalisierung der Palästinenser resultiere. Die Fortsetzung des Nahost-Konflikts wäre demzufolge einmal mehr allein Israels Schuld.
WELTÖFFENTLICHKEIT
Selbst gebildete, wohlmeinende Menschen, die generell pro-israelisch sind, fragen heute, warum Israel den Gazastreifen in weiten Teilen dem Erdboden gleichmachen musste. Ein vielen bekannter „Experte” erklärte kürzlich in einem Interview, dass das Wichtigste für Israel die Weltöffentlichkeit sei, die Jerusalem brauchen werde, um Zeiten größerer Krisen zu überstehen. Seine Sorge, und sie ist berechtigt, war, dass die Bilder, die nach mehr als 18 Monaten Krieg aus Gaza kommen, dem Image Israels in einer Weise schaden, das dessen Wiederherstellung Generationen dauern werde. Und dieselben Bilder, so argumentierte er weiter, hätten Israels Fähigkeit ruiniert, die Herzen und Köpfe der Palästinenser zu gewinnen, was seiner Meinung nach eine weitaus wirksamere Taktik wäre als militärische Gewalt.
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