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Herzog in Berlin: „Die Pflicht, alle Geiseln heimzuholen, ist heilig“

Israels Staatspräsident Isaac Herzog begrüßt Freilassung von Edan Alexander und ruft in Berlin zu internationalem Handeln gegen Hamas, Iran und Antisemitismus auf.

Israels Staatspräsident Isaac Herzog und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geben am 12. Mai 2025 in Berlin eine gemeinsame Pressekonferenz. Foto: Amos Ben-Gershom/GPO.

Israels Präsident Isaac Herzog hat am Montag seinen Staatsbesuch in Deutschland begonnen – zum Gedenken an 60 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern. Im Mittelpunkt seines Besuchs stand ein eindringlicher Appell an die internationale Gemeinschaft: die sofortige Freilassung der von der Hamas verschleppten Geiseln.

„Wir begrüßen mit zitternden Herzen und tiefer Rührung die Nachricht, dass Edan Alexander aus der Gefangenschaft der Hamas freigelassen werden soll“, erklärte Herzog. „Ich sende eine warme Umarmung an seine Eltern, an seine Familie, an seine Großmutter Verda Ben-Baruch und an alle seine Lieben. Wir freuen uns darauf, ihn wieder bei uns zu haben.“

 

„Alle Geiseln sind gleich“

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin sagte Herzog: „Der Staat Israel macht keinen Unterschied zwischen seinen Bürgern – alle Geiseln sind gleich. Die Pflicht, alle Geiseln heimzuholen, ist eine heilige und moralische Verpflichtung des Staates Israel.“

Herzog bezeichnete die Hamas als „einen der Tentakel des iranischen Oktopus“ und erinnerte an die Massaker vom 7. Oktober, bei denen die Terrororganisation „brannte, vergewaltigte, mordete und verschleppte – und die größte Zahl an Juden an einem einzigen Tag seit dem Holocaust ermordete“.

Sein eindringlicher Appell: „Gemeinsam mit euch rufe ich die gesamte Menschheit auf, mit allen Mitteln und aller Kraft für die sofortige Freilassung der Geiseln zu handeln.“

Herzog warnte zudem vor den Huthi-Rebellen im Jemen, die er als weiteren Arm Irans bezeichnete. Sie feuerten nicht nur Raketen ab, sondern griffen auch zahlreiche Schiffe im Roten Meer an. „All diese abscheulichen Taten haben eine einzige Adresse: Teheran.“

Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Zunahme von Judenhass in Europa und weltweit sagte Herzog: „Alte mörderische Hassgefühle erheben wieder ihr Haupt. Wir müssen mit aller Kraft handeln, um die Erinnerung wachzuhalten und entschlossen gegen Hass, Antisemitismus und Rassismus zu kämpfen.“

Zum Abschluss zitierte Herzog seine Worte bei einem früheren Besuch im Konzentrationslager Bergen-Belsen: „Der Ewige Israels lügt nicht. Das Volk Israel lebt.“

 

Erstes Staatsoberhaupt bei Bundeskanzler Merz

Auch mit dem neuen Bundeskanzler Friedrich Merz kam es zu einem Treffen. Herzog war der erste ausländische Staatsgast, der von Merz empfangen wurde, seit dieser vergangene Woche das Amt übernommen hat.

„Es ist eine besondere Gelegenheit, Ihnen viel Erfolg zu wünschen, und eine große Ehre, als erster Staatsgast hier in Ihrem Büro empfangen zu werden“, sagte Herzog laut einer Mitteilung aus Jerusalem.

Er fügte hinzu: „Dies sind sehr sensible und schmerzhafte Zeiten. 59 israelische Geiseln befinden sich weiterhin tief in den Tunneln der Hamas in Gaza. Mindestens 21 von ihnen erleben die Hölle. Wir bitten, fordern und flehen die internationale Gemeinschaft an, zu handeln.“

„Neun der Geiseln haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Deshalb appelliere ich hier, im Namen des Staates Israel und meines Volkes, an die internationale Führung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Veränderung herbeizuführen.“

 

Nächste Station: Jerusalem

Am Dienstag werden Herzog und Steinmeier gemeinsam in Israel erwartet. Auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch in der Nationalbibliothek in Jerusalem – damit beginnt der offizielle Staatsbesuch des deutschen Bundespräsidenten in Israel.

Bereits am Sonntag hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den neuen deutschen Außenminister Johann Wadephul in Jerusalem empfangen.

 

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Patrick Callahan

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