Israelische Streitkräfte nahmen Hamas-Terroristen fest, die sich im Rafaher Viertel Schabura ergaben – wie ein am Dienstag veröffentlichtes Militärvideo zeigt.
Unter den Festgenommenen befanden sich ein Hamas-Zugführer, der am Massaker vom 7. Oktober 2023 beteiligt war und an der Geiselnahme israelischer Bürger mitwirkte, sowie ein Kommandeur einer Scharfschützeneinheit. Bei ihrer Festnahme sollen mehrere Messer sichergestellt worden sein.
Im Zuge der anschließenden Verhöre erhielt der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet wichtige Informationen – unter anderem den Standort eines bedeutenden Hamas-Terrorstützpunkts in der Region.
תיעוד: מחבלי חמאס נכנעים במרחב רפיח – כוחות צוות הקרב החטיבתי 188 עצרו מחבלי חמאס שנכנעו בשכונת ‚שאבורה‘ ברפיח
לכל הפרטים:https://t.co/ySTpKwu7E1 pic.twitter.com/ZzvXe43ebX
— צבא ההגנה לישראל (@idfonline) May 6, 2025
Die Festnahmen erfolgten wenige Wochen nach der vollständigen Einkesselung Rafahs durch die israelische Armee. Die Militäroperationen in der Stadt dauern an und sollen auf weitere Stadtviertel ausgeweitet werden.
Die Kampftruppen der 188. Brigade haben bislang Dutzende Terroristen ausgeschaltet und zahlreiche Waffenlager und weitere Infrastruktur der Hamas aufgedeckt und zerstört.
Likud-Abgeordnete Tali Gottlieb äußerte am Dienstag ihren Unmut über die ins Stocken geratenen Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln und sprach sich deutlich für die jüngsten militärischen Maßnahmen der Regierung aus.
„Die israelische Regierung hat Hamas jede Möglichkeit gegeben, all unsere Geiseln – sowohl die Lebenden als auch die Toten – zurückzugeben“, sagte Gottlieb gegenüber JNS. „Doch Hamas hat sich der Grausamkeit verschrieben und jeden Vorschlag im Rahmen der Verhandlungen abgelehnt.“
Sie begrüßte die Entscheidung des Sicherheitskabinetts, die Militäroperationen im Gazastreifen auszuweiten, als „überfällig“.
„Die Entscheidung erfolgte nicht nur als Reaktion auf die zunehmenden militärischen Angriffe gegen unseren Feind, sondern auch als Schritt zur Durchsetzung militärischer Kontrolle, einschließlich der Besetzung von Gebieten im Gazastreifen“, erklärte sie. „Das ist der Weg, um die mörderische Terrororganisation Hamas zu bezwingen und alle unsere Geiseln zurückzuholen.“
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Montag, dass die Operation im Gazastreifen intensiviert werde und israelische Truppen in allen eroberten Gebieten verbleiben würden.
„Wir haben beschlossen, das Vorgehen in Gaza zu verstärken“, sagte Netanjahu. „Das war die Empfehlung des Generalstabschefs – mit dem Ziel, wie er es formulierte, Hamas zu besiegen. Er ist überzeugt, dass dies auch bei der Rettung der Geiseln helfen wird. Ich stimme ihm zu.“
Er fügte hinzu, dass die Armee – anders als in früheren Kriegen – Reservetruppen in den während der Kämpfe eingenommenen Gebieten stationieren werde. „Es wird auch Bevölkerungsbewegungen geben, um sie zu schützen“, so Netanjahu.
Gottlieb äußerte am Dienstag auch scharfe Kritik an Katar, das bei früheren Geiselabkommen als Vermittler fungiert hatte.
„Meiner Meinung nach ist Katar ein Land, das den Terrorismus unterstützt und Menschen wie Eigentum behandelt“, sagte sie. „Mir war schon beim ersten Geiseldeal klar, dass Katars Engagement nachlassen würde, da sein Hauptinteresse internationale Anerkennung war.“
Karine Elharrar von der Partei Jesh Atid sagte am Montag gegenüber JNS: „Das Wichtigste ist im Moment, alle Geiseln nach Hause zu bringen.“
„Um sowohl die Geiseln als auch die Wirtschaft zu retten, muss der Krieg jetzt beendet und ein Abkommen zur Freilassung aller Gefangenen geschlossen werden“, so Elharrar.
Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Sonntagabend einstimmig für eine Ausweitung der IDF-Offensive gegen die Hamas im Gazastreifen gestimmt.
Zu den genehmigten Plänen gehören laut einem Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten die „Besetzung Gazas und die Aufrechterhaltung der Kontrolle über das Gebiet“ sowie „massive Schläge gegen palästinensische Terroristen“.
Zudem stimmten die Minister möglichen Maßnahmen zur Wiederaufnahme humanitärer Hilfe über einen internationalen Fonds zu – mit dem Ziel, zu verhindern, dass die Hilfsgüter erneut in die Hände der Hamas gelangen.




